| 1.Mose |
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1:1 Am Anfang schuf Gott
Himmel und Erde. 1:2 Und die Erde war wüst
und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf
dem Wasser. 1:3 Und Gott sprach: Es
werde Licht! und es ward Licht. 1:4 Und Gott sah, daß das
Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 1:5 und nannte das Licht Tag
und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. 1:6 Und Gott sprach: Es
werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den
Wassern. 1:7 Da machte Gott die Feste
und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es
geschah also. 1:8 Und Gott nannte die
Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag. 1:9 Und Gott sprach: Es
sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Örter, daß man das
Trockene sehe. Und es geschah also. 1:10 Und Gott nannte das
Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es
gut war. 1:11 Und Gott sprach: Es
lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume,
da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei
sich selbst auf Erden. Und es geschah also. 1:12 Und die Erde ließ
aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und
Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein
jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. 1:13 Da ward aus Abend und
Morgen der dritte Tag. 1:14 Und Gott sprach: Es
werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und
geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre 1:15 und seien Lichter an
der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf Erden. Und es geschah also. 1:16 Und Gott machte zwei
große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht,
das die Nacht regiere, dazu auch Sterne. 1:17 Und Gott setzte sie an
die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde 1:18 und den Tag und die
Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war. 1:19 Da ward aus Abend und
Morgen der vierte Tag. 1:20 Und Gott sprach: Es
errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und Gevögel fliege
auf Erden unter der Feste des Himmels. 1:21 Und Gott schuf große
Walfische und allerlei Getier, daß da lebt und webt, davon das Wasser sich
erregte, ein jegliches nach seiner Art, und allerlei gefiedertes Gevögel, ein
jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. 1:22 Und Gott segnete sie
und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt das Wasser im Meer; und
das Gefieder mehre sich auf Erden. 1:23 Da ward aus Abend und
Morgen der fünfte Tag. 1:24 Und Gott sprach: Die
Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm
und Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also. 1:25 Und Gott machte die
Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art,
und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. 1:26 Und Gott sprach: Laßt
uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die
Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über
die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 1:27 Und Gott schuf den
Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann
und ein Weib. 1:28 Und Gott segnete sie
und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht
sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter
dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. 1:29 Und Gott sprach: Seht
da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde
und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, 1:30 und allem Getier auf
Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf
Erden, daß sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also. 1:31 Und Gott sah alles an,
was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und
Morgen der sechste Tag. 1 Mose 2 2:1 Also ward vollendet
Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2:2 Und also vollendete Gott
am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von
allen seinen Werken, die er machte. 2:3 Und Gott segnete den
siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von
allen seinen Werken, die Gott schuf und machte. 2:4 Also ist Himmel und Erde
geworden, da sie geschaffen sind, zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel
machte. 2:5 Und allerlei Bäume auf
dem Felde waren noch nicht auf Erden, und allerlei Kraut auf dem Felde war noch
nicht gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden,
und es war kein Mensch, der das Land baute. 2:6 Aber ein Nebel ging auf
von der Erde und feuchtete alles Land. 2:7 Und Gott der HERR machte
den Menschen aus einem Erdenkloß, uns blies ihm ein den lebendigen Odem in
seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele. 2:8 Und Gott der HERR
pflanzte einen Garten in Eden gegen Morgen und setzte den Menschen hinein, den
er gemacht hatte. 2:9 Und Gott der HERR ließ
aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, lustig anzusehen und gut zu essen, und
den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und
Bösen. 2:10 Und es ging aus von Eden
ein Strom, zu wässern den Garten, und er teilte sich von da in vier
Hauptwasser. 2:11 Das erste heißt Pison,
das fließt um das ganze Land Hevila; und daselbst findet man Gold. 2:12 Und das Gold des Landes
ist köstlich; und da findet man Bedellion und den Edelstein Onyx. 2:13 Das andere Wasser heißt
Gihon, das fließt um das ganze Mohrenland. 2:14 Das dritte Wasser heißt
Hiddekel, das fließt vor Assyrien. Das vierte Wasser ist der Euphrat. 2:15 Und Gott der HERR nahm
den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn baute und bewahrte. 2:16 Und Gott der HERR gebot
dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten; 2:17 aber von dem Baum der
Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du
davon ißt, wirst du des Todes sterben. 2:18 Und Gott der HERR
sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin
machen, die um ihn sei. 2:19 Denn als Gott der HERR
gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel
unter dem Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie
nennte; denn der wie Mensch allerlei lebendige Tiere nennen würde, so sollten
sie heißen. 2:20 Und der Mensch gab
einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen
Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre. 2:21 Da ließ Gott der HERR
einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm
seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit Fleisch. 2:22 Und Gott der HERR baute
ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. 2:23 Da sprach der Mensch:
Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie
Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist. 2:24 Darum wird ein Mann
Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein
Fleisch. 2:25 Und sie waren beide
nackt, der Mensch und das Weib, und schämten sich nicht. 1 Mose 3 3:1 Und die Schlange war
listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und
sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von
den Früchten der Bäume im Garten? 3:2 Da sprach das Weib zu
der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3:3 aber von den Früchten
des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Eßt nicht davon, rührt's auch
nicht an, daß ihr nicht sterbt. 3:4 Da sprach die Schlange
zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; 3:5 sondern Gott weiß, daß,
welches Tages ihr davon eßt, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie
Gott und wissen, was gut und böse ist. 3:6 Und das Weib schaute an,
daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er lieblich anzusehen und ein
lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und aß und
gab ihrem Mann auch davon, und er aß. 3:7 Da wurden ihrer beiden
Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren, und flochten
Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze. 3:8 Und sie hörten die
Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und
Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter
die Bäume im Garten. 3:9 Und Gott der HERR rief
Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 3:10 Und er sprach: Ich
hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum
versteckte ich mich. 3:11 Und er sprach: Wer hat
dir's gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich
dir gebot, du solltest nicht davon essen? 3:12 Da sprach Adam: Das
Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß. 3:13 Da sprach Gott der HERR
zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich
also, daß ich aß. 3:14 Da sprach Gott der HERR
zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh
und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde
essen dein Leben lang. 3:15 Und ich will
Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und
ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die
Ferse stechen. 3:16 Und zum Weibe sprach
er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst
mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein,
und er soll dein Herr sein. 3:17 Und zu Adam sprach er:
Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem
Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, verflucht
sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein
Leben lang. 3:18 Dornen und Disteln soll
er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen. 3:19 Im Schweiße deines
Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon
du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. 3:20 Und Adam hieß sein Weib
Eva, darum daß sie eine Mutter ist aller Lebendigen. 3:21 Und Gott der HERR
machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und kleidete sie. 3:22 Und Gott der HERR
sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.
Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des
Lebens und esse und lebe ewiglich! 3:23 Da wies ihn Gott der
HERR aus dem Garten Eden, daß er das Feld baute, davon er genommen ist, 3:24 und trieb Adam aus und
lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu
bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens. 1 Mose 4 4:1 Und Adam erkannte sein
Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen
Mann gewonnen mit dem HERRN. 4:2 Und sie fuhr fort und
gebar Abel, seinen Bruder. Und Abel ward ein Schäfer; Kain aber ward ein
Ackermann. 4:3 Es begab sich nach
etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes; 4:4 und Abel brachte auch
von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an
Abel und sein Opfer; 4:5 aber Kain und sein Opfer
sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebärde verstellte
sich. 4:6 Da sprach der HERR zu
Kain: Warum ergrimmst du? und warum verstellt sich deine Gebärde? 4:7 Ist's nicht also? Wenn
du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde
vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. 4:8 Da redete Kain mit
seinem Bruder Abel. Und es begab sich, da sie auf dem Felde waren, erhob sich
Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. 4:9 Da sprach der HERR zu
Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders
Hüter sein? 4:10 Er aber sprach: Was
hast du getan? Die Stimme des Bluts deines Bruders schreit zu mir von der Erde. 4:11 Und nun verflucht seist
du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen
Händen empfangen. 4:12 Wenn du den Acker bauen
wirst, soll er dir hinfort sein Vermögen nicht geben. Unstet und flüchtig
sollst du sein auf Erden. 4:13 Kain aber sprach zu dem
HERRN: Meine Sünde ist größer, denn daß sie mir vergeben werden möge. 4:14 Siehe, du treibst mich
heute aus dem Lande, und ich muß mich vor deinem Angesicht verbergen und muß
unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, daß mich totschlage,
wer mich findet. 4:15 Aber der HERR sprach zu
ihm: Nein; sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden.
Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, wer ihn
fände. 4:16 Also ging Kain von dem
Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseit Eden, gegen Morgen. 4:17 Und Kain erkannte sein
Weib, die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt, die
nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch. 4:18 Henoch aber zeugte
Irad, Irad zeugte Mahujael, Mahujael zeugte Methusael, Methusael zeugte Lamech. 4:19 Lamech aber nahm zwei
Weiber; eine hieß Ada, die andere Zilla. 4:20 Und Ada gebar Jabal;
von dem sind hergekommen, die in Hütten wohnten und Vieh zogen. 4:21 Und sein Bruder hieß
Jubal; von dem sind hergekommen die Geiger und Pfeifer. 4:22 Die Zilla aber gebar
auch, nämlich den Thubalkain, den Meister in allerlei Erz-und Eisenwerk. Und
die Schwester des Thubalkain war Naema. 4:23 Und Lamech sprach zu
seinen Weibern Ada und Zilla: Ihr Weiber Lamechs, hört meine Rede und merkt,
was ich sage: Ich habe einen Mann erschlagen für meine Wunde und einen Jüngling
für meine Beule; 4:24 Kain soll siebenmal
gerächt werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal. 4:25 Adam erkannte abermals
sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den hieß sie Seth; denn Gott hat mir,
sprach sie, einen andern Samen gesetzt für Abel, den Kain erwürgt hat. 4:26 Und Seth zeugte auch
einen Sohn und hieß ihn Enos. Zu der Zeit fing man an, zu predigen von des
HERRN Namen. 1 Mose 5 5:1 Dies ist das Buch von
des Menschen Geschlecht. Da Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem
Bilde Gottes; 5:2 und schuf sie einen Mann
und ein Weib und segnete sie und hieß ihren Namen Mensch zur Zeit, da sie
geschaffen wurden. 5:3 Und Adam war
hundertunddreißig Jahre alt und zeugte einen Sohn, der seinem Bild ähnlich war
und hieß ihn Seth 5:4 und lebte darnach
achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter; 5:5 daß sein ganzes Alter
ward neunhundertunddreißig Jahre, und starb. 5:6 Seth war hundertundfünf
Jahre alt und zeugte Enos 5:7 und lebte darnach
achthundertundsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter; 5:8 daß sein ganzes Alter
ward neunhundertundzwölf Jahre, und starb. 5:9 Enos war neunzig Jahre
alt und zeugte Kenan 5:10 und lebte darnach
achthundertundfünzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter; 5:11 daß sein ganzes Alter
ward neunhundertundfünf Jahre, und starb. 5:12 Kenan war siebzig Jahre
alt und zeugte Mahalaleel 5:13 und lebte darnach
achthundertundvierzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter; 5:14 daß sein ganzes Alter
ward neunhundertundzehn Jahre, und starb. 5:15 Mahalaleel war
fünfundsechzig Jahre und zeugte Jared 5:16 und lebte darnach
achthundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter; 5:17 daß sein ganzes Alter
ward achthundert und fünfundneunzig Jahre, und starb. 5:18 Jared war
hundertzweiundsechzig Jahre alt und zeugte Henoch 5:19 und er lebte darnach achthundert
Jahre und zeugte Söhne und Töchter; 5:20 daß sein ganzes Alter
ward neunhundert und zweiundsechzig Jahre, und starb. 5:21 Henoch war
fünfundsechzig Jahre alt und zeugte Methusalah. 5:22 Und nachdem er
Methusalah gezeugt hatte, blieb er in einem göttlichen Leben dreihundert Jahre
und zeugte Söhne und Töchter; 5:23 daß sein ganzes Alter
ward dreihundertfünfundsechzig Jahre. 5:24 Und dieweil er ein
göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen. 5:25 Methusalah war hundertsiebenundachtzig
Jahre alt und zeugte Lamech 5:26 und lebte darnach
siebenhundert und zweiundachtzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter; 5:27 daß sein ganzes Alter
ward neunhundert und neunundsechzig Jahre, und starb. 5:28 Lamech war
hundertzweiundachtzig Jahre alt und zeugte einen Sohn 5:29 und hieß ihn Noah und
sprach: Der wird uns trösten in unsrer Mühe und Arbeit auf der Erde, die der
HERR verflucht hat. 5:30 Darnach lebte er
fünfhundert und fünfundneunzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter; 5:31 daß sein ganzes Alter
ward siebenhundert siebenundsiebzig Jahre, und starb. 5:32 Noah war fünfhundert
Jahre alt und zeugte Sem, Ham und Japheth. 1 Mose 6 6:1 Da sich aber die
Menschen begannen zu mehren auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, 6:2 da sahen die Kinder
Gottes nach den Töchtern der Menschen, wie sie schön waren, und nahmen zu
Weibern, welche sie wollten. 6:3 Da sprach der HERR: Die
Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen; denn sie sind
Fleisch. Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre. 6:4 Es waren auch zu den
Zeiten Tyrannen auf Erden; denn da die Kinder Gottes zu den Töchtern der
Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus Gewaltige in der
Welt und berühmte Männer. 6:5 Da aber der HERR sah,
daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten
ihres Herzens nur böse war immerdar, 6:6 da reute es ihn, daß er
die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, 6:7 und er sprach: Ich will
die Menschen, die ich gemacht habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis
auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel;
denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe. 6:8 Aber Noah fand Gnade vor
dem HERRN. 6:9 Dies ist das Geschlecht
Noahs. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel und führte ein göttliches Leben
zu seinen Zeiten 6:10 und zeugte drei Söhne
Sem, Ham und Japheth. 6:11 Aber die Erde war
verderbt vor Gottes Augen und voll Frevels. 6:12 Da sah Gott auf die
Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt
auf Erden. 6:13 Da sprach Gott zu Noah:
Alles Fleisches Ende ist vor mich gekommen; denn die Erde ist voll Frevels von
ihnen; und siehe da, ich will sie verderben mit der Erde. 6:14 Mache dir einen Kasten
von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech inwendig und
auswendig. 6:15 Und mache ihn also:
Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Weite und dreißig Ellen die
Höhe. 6:16 Ein Fenster sollst du
daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite
setzen. Und er soll drei Boden haben: einen unten, den andern in der Mitte, den
dritten in der Höhe. 6:17 Denn siehe, ich will
eine Sintflut mit Wasser kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch,
darin ein lebendiger Odem ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll
untergehen. 6:18 Aber mit dir will ich
einen Bund aufrichten; und du sollst in den Kasten gehen mit deinen Söhnen, mit
deinem Weibe und mit deiner Söhne Weibern. 6:19 Und du sollst in den
Kasten tun allerlei Tiere von allem Fleisch, je ein Paar, Männlein und
Weiblein, daß sie lebendig bleiben bei dir. 6:20 Von den Vögeln nach
ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allerlei Gewürm auf Erden nach
seiner Art: von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, daß sie leben
bleiben. 6:21 Und du sollst allerlei
Speise zu dir nehmen, die man ißt, und sollst sie bei dir sammeln, daß sie dir
und ihnen zur Nahrung da sei. 6:22 Und Noah tat alles, was
ihm Gott gebot. 1 Mose 7 7:1 Und der HERR sprach zu
Noah: Gehe in den Kasten, du und dein ganzes Haus; denn ich habe dich gerecht
ersehen vor mir zu dieser Zeit. 7:2 Aus allerlei reinem Vieh
nimm zu dir je sieben und sieben, das Männlein und sein Weiblein; von dem
unreinen Vieh aber je ein Paar, das Männlein und sein Weiblein. 7:3 Desgleichen von den
Vögeln unter dem Himmel je sieben und sieben, das Männlein und sein Weiblein,
auf daß Same lebendig bleibe auf dem ganzen Erdboden. 7:4 Denn von nun an über
sieben Tage will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte
und vertilgen von dem Erdboden alles, was Wesen hat, was ich gemacht habe. 7:5 Und Noah tat alles, was
ihm der HERR gebot. 7:6 Er war aber sechshundert
Jahre alt, da das Wasser der Sintflut auf Erden kam. 7:7 Und er ging in den
Kasten mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seiner Söhne Weibern vor dem
Gewässer der Sintflut. 7:8 Von dem reinen Vieh und
von dem unreinen, von den Vögeln und von allem Gewürm auf Erden 7:9 gingen zu ihm in den
Kasten paarweise, je ein Männlein und Weiblein, wie ihm Gott geboten hatte. 7:10 Und da die sieben Tage
vergangen waren, kam das Gewässer der Sintflut auf Erden. 7:11 In dem sechshundertsten
Jahr des Alters Noahs, am siebzehnten Tage des zweiten Monats, das ist der Tag,
da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des
Himmels, 7:12 und kam ein Regen auf
Erden vierzig Tage und vierzig Nächte. 7:13 Eben am selben Tage
ging Noah in den Kasten mit Sem, Ham und Japheth, seinen Söhnen, und mit seinem
Weibe und seiner Söhne drei Weibern, 7:14 dazu allerlei Getier
nach seiner Art, allerlei Vieh nach seiner Art, allerlei Gewürm, das auf Erden
kriecht, nach seiner Art und allerlei Vögel nach ihrer Art, alles was fliegen
konnte, alles, was Fittiche hatte; 7:15 das ging alles zu Noah
in den Kasten paarweise, von allem Fleisch, darin ein lebendiger Geist war. 7:16 Und das waren Männlein
und Weiblein von allerlei Fleisch, und gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten
hatte. Und der HERR schloß hinter ihm zu. 7:17 Da kam die Sintflut
vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben den Kasten auf und
trugen ihn empor über die Erde. 7:18 Also nahm das Gewässer
überhand und wuchs sehr auf Erden, daß der Kasten auf dem Gewässer fuhr. 7:19 Und das Gewässer nahm
überhand und wuchs so sehr auf Erden, daß alle hohen Berge unter dem ganzen
Himmel bedeckt wurden. 7:20 Fünfzehn Ellen hoch
ging das Gewässer über die Berge, die bedeckt wurden. 7:21 Da ging alles Fleisch
unter, das auf Erden kriecht, an Vögeln, an Vieh, an Tieren und an allem, was
sich regt auf Erden, und alle Menschen. 7:22 Alles, was einen
lebendigen Odem hatte auf dem Trockenen, das starb. 7:23 Also ward vertilgt
alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis auf das Vieh und das Gewürm
und auf die Vögel unter dem Himmel; das ward alles von der Erde vertilgt.
Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in dem Kasten war. 7:24 Und das Gewässer stand
auf Erden hundertundfünfzig Tage. 1 Mose 8 8:1 Da gedachte Gott an Noah
und an alle Tiere und an alles Vieh, das mit ihm in dem Kasten war, und ließ
Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen; 8:2 und die Brunnen der
Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel
ward gewehrt; 8:3 und das Gewässer verlief
sich von der Erde immer mehr und nahm ab nach hundertfünfzig Tagen. 8:4 Am siebzehnten Tage des
siebenten Monats ließ sich der Kasten nieder auf das Gebirge Ararat. 8:5 Es nahm aber das
Gewässer immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten
Monats sahen der Berge Spitzen hervor. 8:6 Nach vierzig Tagen tat
Noah das Fenster auf an dem Kasten, das er gemacht hatte, 8:7 und ließ einen Raben
ausfliegen; der flog immer hin und wieder her, bis das Gewässer vertrocknete
auf Erden. 8:8 Darnach ließ er eine
Taube von sich ausfliegen, auf daß er erführe, ob das Gewässer gefallen wäre
auf Erden. 8:9 Da aber die Taube nicht
fand, da ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in den Kasten; denn das
Gewässer war noch auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm
sie zu sich in den Kasten. 8:10 Da harrte er noch
weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus dem Kasten. 8:11 Die kam zu ihm zur
Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem
Munde. Da merkte Noah, daß das Gewässer gefallen wäre auf Erden. 8:12 Aber er harrte noch
weiter sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm. 8:13 Im
sechshundertundersten Jahr des Alters Noahs, am ersten Tage des ersten Monats
vertrocknete das Gewässer auf Erden. Da tat Noah das Dach von dem Kasten und
sah, daß der Erdboden trocken war. 8:14 Also ward die Erde ganz
trocken am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats. 8:15 Da redete Gott mit Noah
und sprach: 8:16 Gehe aus dem Kasten, du
und dein Weib, deine Söhne und deiner Söhne Weiber mit dir. 8:17 Allerlei Getier, das
bei dir ist, von allerlei Fleisch, an Vögeln, an Vieh und an allerlei Gewürm,
das auf Erden kriecht, das gehe heraus mit dir, daß sie sich regen auf Erden
und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden. 8:18 Also ging Noah heraus
mit seinen Söhnen und seinem Weibe und seiner Söhne Weibern, 8:19 dazu allerlei Getier,
allerlei Gewürm, allerlei Vögel und alles, was auf Erden kriecht; das ging aus
dem Kasten, ein jegliches mit seinesgleichen. 8:20 Noah aber baute dem
HERRN einen Altar und nahm von allerlei reinem Vieh und von allerlei reinem
Geflügel und opferte Brandopfer auf dem Altar. 8:21 Und der HERR roch den
lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die
Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen
Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen
alles, was da lebt, wie ich getan habe. 8:22 Solange die Erde steht,
soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und
Nacht. 1 Mose 9 9:1 Und Gott segnete Noah
und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde. 9:2 Furcht und Schrecken vor
euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über
alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure
Hände seien sie gegeben. 9:3 Alles, was sich regt und
lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben. 9:4 Allein eßt das Fleisch
nicht, das noch lebt in seinem Blut. 9:5 Auch will ich eures
Leibes Blut rächen und will's an allen Tieren rächen und will des Menschen
Leben rächen an einem jeglichen Menschen als dem, der sein Bruder ist. 9:6 Wer Menschenblut
vergießt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den
Menschen zu seinem Bilde gemacht. 9:7 Seid fruchtbar und mehrt
euch und regt euch auf Erden, daß euer viel darauf werden. 9:8 Und Gott sagte zu Noah
und seinen Söhnen mit ihm: 9:9 Siehe, ich richte mit
euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch 9:10 und mit allem
lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden
bei euch, von allem, was aus dem Kasten gegangen ist, was für Tiere es sind auf
Erden. 9:11 Und richte meinen Bund
also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll
mit dem Wasser der Sintflut, und soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die
die Erde verderbe. 9:12 Und Gott sprach: Das
ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und
allen lebendigen Seelen bei euch hinfort ewiglich: 9:13 Meinen Bogen habe ich
gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und
der Erde. 9:14 Und wenn es kommt, daß
ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. 9:15 Alsdann will ich
gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen in
allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch
verderbe. 9:16 Darum soll mein Bogen
in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen
Gott und allen lebendigen Seelen in allem Fleisch, das auf Erden ist. 9:17 Und Gott sagte zu Noah:
Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und
allem Fleisch auf Erden. 9:18 Die Söhne Noahs, die
aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham und Japheth. Ham aber ist der Vater
Kanaans. 9:19 Das sind die drei Söhne
Noahs, von denen ist alles Land besetzt. 9:20 Noah aber fing an und
ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge. 9:21 Und da er von dem Wein
trank, ward er trunken und lag in der Hütte aufgedeckt. 9:22 Da nun Ham, Kanaans
Vater, sah seines Vaters Blöße, sagte er's seinen beiden Brüdern draußen. 9:23 Da nahmen Sem und
Japheth ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rücklings
hinzu und deckten des Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, daß sie
ihres Vater Blöße nicht sahen. 9:24 Als nun Noah erwachte
von seinem Wein und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte, 9:25 sprach er: Verflucht
sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Brüdern! 9:26 und sprach weiter:
Gelobt sei der HERR, der Gott Sem's; und Kanaan sei sein Knecht! 9:27 Gott breite Japheth
aus, und lasse ihn wohnen in den Hütten des Sem; und Kanaan sei sein Knecht! 9:28 Noah aber lebte nach
der Sintflut dreihundertfünfzig Jahre, 9:29 daß sein ganzes Alter
ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb. 1 Mose 10 10:1 Dies ist das Geschlecht
der Kinder Noahs: Sem, Ham, Japheth. Und sie zeugten Kinder nach der Sintflut. 10:2 Die Kinder Japheths
sind diese: Gomer, Magog, Madai, Javan, Thubal, Mesech und Thiras. 10:3 Aber die Kinder von
Gomer sind diese: Askenas, Riphath und Thorgama. 10:4 Die Kinder von Javan
sind diese: Elisa, Tharsis, die Chittiter und die Dodaniter. 10:5 Von diesen sind
ausgebreitet die Inseln der Heiden in ihren Ländern, jegliche nach ihren
Sprachen, Geschlechtern und Leuten. 10:6 Die Kinder von Ham sind
diese: Chus, Mizraim, Put und Kanaan. 10:7 Aber die Kinder von
Chus sind diese: Seba, Hevila, Sabtha, Ragma und Sabthecha. Aber die Kinder von
Ragma sind diese: Saba und Dedan. 10:8 Chus aber zeugte den
Nimrod. Der fing an ein gewaltiger Herr zu sein auf Erden, 10:9 und war ein gewaltiger
Jäger vor dem HERRN. Daher spricht man: Das ist ein gewaltiger Jäger vor dem
HERRN wie Nimrod. 10:10 Und der Anfang seines
Reiches war Babel, Erech, Akkad und Chalne im Lande Sinear. 10:11 Von dem Land ist er
gekommen nach Assur und baute Ninive und Rehoboth-Ir und Kalah, 10:12 dazu Resen zwischen
Ninive und Kalah. Dies ist die große Stadt. 10:13 Mizraim zeugte die
Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die Naphthuhiter, 10:14 die Pathrusiter und
die Kasluhiter (von dannen sind gekommen die Philister) und die Kaphthoriter. 10:15 Kanaan aber zeugte
Sidon, seinen ersten Sohn, und Heth, 10:16 den Jebusiter, den
Amoriter, den Girgasiter, 10:17 den Heviter, den
Arkiter, den Siniter, 10:18 den Arvaditer, den
Zemariter und den Hamathiter. Daher sind ausgebreitet die Geschlechter der
Kanaaniter. 10:19 Und ihre Grenzen waren
von Sidon an durch Gerar bis gen Gaza, bis man kommt gen Sodom, Gomorra, Adama,
Zeboim und bis gen Lasa. 10:20 Das sind die Kinder
Hams in ihren Geschlechtern, Sprachen und Leuten. 10:21 Sem aber, Japheths,
des Ältern, Bruder, zeugte auch Kinder, der ein Vater ist aller Kinder von
Eber. 10:22 Und dies sind seine
Kinder: Elam, Assur, Arphachsad, Lud und Aram. 10:23 Die Kinder von Aram
sind diese: Uz, Hul, Gether und Mas. 10:24 Arphachsad aber zeugte
Salah, Salah zeugte Eber. 10:25 Eber zeugte zwei
Söhne. Einer hieß Peleg, darum daß zu seiner Zeit die Welt zerteilt ward; des
Bruder hieß Joktan. 10:26 Und Joktan zeugte
Almodad, Saleph, Hazarmaveth, Jarah, 10:27 Hadoram, Usal, Dikla, 10:28 Obal, Abimael, Saba, 10:29 Ophir, Hevila und
Jobab. Das sind die Kinder von Joktan. 10:30 Und ihre Wohnung war
von Mesa an, bis man kommt gen Sephar, an den Berg gegen Morgen. 10:31 Das sind die Kinder
von Sem in ihren Geschlechtern, Sprachen, Ländern und Leuten. 10:32 Das sind die
Nachkommen der Kinder Noahs in ihren Geschlechtern und Leuten. Von denen sind
ausgebreitet die Leute auf Erden nach der Sintflut. 1 Mose 11 11:1 Es hatte aber alle Welt
einerlei Zunge und Sprache. 11:2 Da sie nun zogen gen
Morgen, fanden sie ein ebenes Land im Lande Sinear, und wohnten daselbst. 11:3 Und sie sprachen
untereinander: Wohlauf, laß uns Ziegel streichen und brennen! und nahmen Ziegel
zu Stein und Erdharz zu Kalk 11:4 und sprachen: Wohlauf,
laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, des Spitze bis an den Himmel reiche,
daß wir uns einen Namen machen! denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder. 11:5 Da fuhr der HERR
hernieder, daß er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. 11:6 Und der HERR sprach:
Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und haben
das angefangen zu tun; sie werden nicht ablassen von allem, was sie sich
vorgenommen haben zu tun. 11:7 Wohlauf, laßt uns
herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, daß keiner des andern
Sprache verstehe! 11:8 Also zerstreute sie der
HERR von dort alle Länder, daß sie mußten aufhören die Stadt zu bauen. 11:9 Daher heißt ihr Name
Babel, daß der HERR daselbst verwirrt hatte aller Länder Sprache und sie
zerstreut von dort in alle Länder. 11:10 Dies sind die Geschlechter
Sems: Sem war hundert Jahre alt und zeugte Arphachsad, zwei Jahre nach der
Sintflut, 11:11 und lebte darnach
fünfhundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11:12 Arphachsad war
fünfunddreißig Jahre alt und zeugte Salah 11:13 und lebte darnach vierhundertunddrei
Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11:14 Salah war dreißig
Jahre alt und zeugte Eber 11:15 und lebte darnach
vierhundertunddrei Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11:16 Eber war
vierunddreißig Jahre alt und zeugte Peleg 11:17 und lebte darnach
vierhundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11:18 Peleg war dreißig
Jahre alt und zeugte Regu 11:19 und lebte darnach
zweihundertundneun Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11:20 Regu war zweiundreißig
Jahre alt und zeugte Serug 11:21 und lebte darnach
zweihundertundsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11:22 Serug war dreißig
Jahre alt und zeugte Nahor 11:23 und lebte darnach
zweihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11:24 Nahor war
neunundzwanzig Jahre alt und zeugte Tharah 11:25 und lebte darnach
hundertundneunzehn Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11:26 Tharah war siebzig
Jahre alt und zeugte Abram, Nahor und Haran. 11:27 Dies sind die
Geschlechter Tharahs: Tharah zeugte Abram, Nahor und Haran. Aber Haran zeugte
Lot. 11:28 Haran aber starb vor
seinem Vater Tharah in seinem Vaterlande zu Ur in Chaldäa. 11:29 Da nahmen Abram und
Nahor Weiber. Abrams Weib hieß Sarai, und Nahors Weib Milka, Harans Tochter,
der ein Vater war der Milka und der Jiska. 11:30 Aber Sarai war unfruchtbar
und hatte kein Kind. 11:31 Da nahm Tharah seinen
Sohn Abram und Lot, seines Sohnes Harans Sohn, und seine Schwiegertochter
Sarai, seines Sohnes Abrams Weib, und führte sie aus Ur in Chaldäa, daß er ins
Land Kanaan zöge; und sie kamen gen Haran und wohnten daselbst. 11:32 Und Tharah war
zweihundertundfünf Jahre alt und starb in Haran. 1 Mose 12 12:1 Und der HERR sprach zu
Abram: Gehe aus deinem Vaterlande und von deiner Freundschaft und aus deines
Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 12:2 Und ich will dich zum
großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und
sollst ein Segen sein. 12:3 Ich will segnen, die
dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet
werden alle Geschlechter auf Erden. 12:4 Da zog Abram aus, wie
der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber ward
fünfundsiebzig Jahre alt, da er aus Haran zog. 12:5 Also nahm Abram sein
Weib Sarai und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen
hatten, und die Seelen, die sie erworben hatten in Haran; und zogen aus, zu
reisen in das Land Kanaan. Und als sie gekommen waren in dasselbe Land, 12:6 zog Abram durch bis an
die Stätte Sichem und an den Hain More; es wohnten aber zu der Zeit die
Kanaaniter im Lande. 12:7 Da erschien der HERR
dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben. Und er baute
daselbst einen Altar dem HERRN, der ihm erschienen war. 12:8 Darnach brach er auf
von dort an einen Berg, der lag gegen Morgen von der Stadt Beth-El, und
richtete seine Hütte auf, daß er Beth-El gegen Abend und Ai gegen Morgen hatte,
und baute daselbst dem HERRN einen Altar und predigte von dem Namen des HERRN. 12:9 Darnach zog Abram
weiter und zog aus ins Mittagsland. 12:10 Es kam aber eine Teuerung
in das Land. Da zog Abram hinab nach Ägypten, daß er sich daselbst als ein
Fremdling aufhielte; denn die Teuerung war groß im Lande. 12:11 Und da er nahe an
Ägypten kam, sprach er zu seinem Weib Sarai: Siehe, ich weiß, daß du ein
schönes Weib von Angesicht bist. 12:12 Wenn dich nun die
Ägypter sehen werden, so werden sie sagen: Das ist sein Weib, und werden mich
erwürgen, und dich leben lassen. 12:13 Sage doch, du seist
meine Schwester, auf daß mir's wohl gehe um deinetwillen und meine Seele am
Leben bleibe um deinetwillen. 12:14 Als nun Abram nach
Ägypten kam, sahen die Ägypter das Weib, daß sie sehr schön war. 12:15 Und die Fürsten des
Pharao sahen sie und priesen sie vor ihm. Da ward sie in des Pharao Haus
gebracht. 12:16 Und er tat Abram Gutes
um ihretwillen. Und er hatte Schafe, Rinder, Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen
und Kamele. 12:17 Aber der HERR plagte
den Pharao mit großen Plagen und sein Haus um Sarais, Abrams Weibes, willen. 12:18 Da rief Pharao Abram
zu sich und sprach zu ihm: Warum hast du mir das getan? Warum sagtest du mir's
nicht, daß sie dein Weib wäre? 12:19 Warum sprachst du
denn, sie wäre deine Schwester? Derhalben ich sie mir zum Weibe nehmen wollte.
Und nun siehe, da hast du dein Weib; nimm sie und ziehe hin. 12:20 Und Pharao befahl
seinen Leuten über ihm, daß sie ihn geleiteten und sein Weib und alles, was er
hatte. 1 Mose 13 13:1 Also zog Abram herauf
aus Ägypten mit seinem Weibe und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm,
ins Mittagsland. 13:2 Abram aber war sehr
reich an Vieh, Silber und Gold. 13:3 Und er zog immer fort
von Mittag bis gen Beth-El, an die Stätte, da am ersten seine Hütte war,
zwischen Beth-El und Ai, 13:4 eben an den Ort, da er
zuvor den Altar gemacht hatte. Und er predigte allda den Namen des HERRN. 13:5 Lot aber, der mit Abram
zog, der hatte auch Schafe und Rinder und Hütten. 13:6 Und das Land konnte es
nicht ertragen, daß sie beieinander wohnten; denn ihre Habe war groß, und
konnten nicht beieinander wohnen. 13:7 Und es war immer Zank
zwischen den Hirten über Abrams Vieh und zwischen den Hirten über Lots Vieh. So
wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Pheresiter im Lande. 13:8 Da sprach Abram zu Lot:
Laß doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen
Hirten; denn wir sind Gebrüder. 13:9 Steht dir nicht alles
Land offen? Scheide dich doch von mir. Willst du zur Linken, so will ich zur
Rechten; oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken. 13:10 Da hob Lot sein Augen
auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra
verderbte, war sie wasserreich, bis man gen Zoar kommt, als ein Garten des
HERRN, gleichwie Ägyptenland. 13:11 Da erwählte sich Lot
die ganze Gegend am Jordan und zog gegen Morgen. Also schied sich ein Bruder
von dem andern, 13:12 daß Abram wohnte im
Lande Kanaan und Lot in den Städten der Jordangegend und setzte seine Hütte gen
Sodom. 13:13 Aber die Leute zu
Sodom waren böse und sündigten sehr wider den HERRN. 13:14 Da nun Lot sich von
Abram geschieden hatte, sprach der HERR zu Abram: Hebe dein Augen auf und siehe
von der Stätte an, da du wohnst, gegen Mittag, gegen Morgen und gegen Abend. 13:15 Denn alles Land, das
du siehst, will ich dir geben und deinem Samen ewiglich; 13:16 und ich will deinen
Samen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden
zählen, der wird auch deinen Samen zählen. 13:17 Darum so mache dich
auf und ziehe durch das Land in die Länge und Breite; denn dir will ich's
geben. 13:18 Also erhob Abram sein
Hütte, kam und wohnte im Hain Mamre, der zu Hebron ist, und baute daselbst dem
HERRN einen Altar. 1 Mose 14 14:1 Und es begab sich zu
der Zeit des Königs Amraphel von Sinear, Ariochs, des Königs von Ellasar,
Kedor-Laomors, des Königs von Elam, und Thideals, des Königs der Heiden, 14:2 daß sie kriegten mit
Bera, dem König von Sodom, und mit Birsa, dem König von Gomorra, und mit
Sineab, dem König von Adama, und mit Semeber, dem König von Zeboim, und mit dem
König von Bela, das Zoar heißt. 14:3 Diese kamen alle
zusammen in das Tal Siddim, wo nun das Salzmeer ist. 14:4 Denn sie waren zwölf
Jahre unter dem König Kedor-Laomor gewesen, und im dreizehnten Jahr waren sie
von ihm abgefallen. 14:5 Darum kam Kedor-Laomor
und die Könige, die mit ihm waren, im vierzehnten Jahr und schlugen die Riesen
zu Astharoth-Karnaim und die Susiter zu Ham und die Emiter in dem Felde
Kirjathaim 14:6 und die Horiter auf dem
Gebirge Seir, bis El-Pharan, welches an die Wüste stößt. 14:7 Darnach wandten sie um
und kamen an den Born Mispat, das ist Kades, und schlugen das ganze Land der
Amalekiter, dazu die Amoriter, die zu Hazezon-Thamar wohnten. 14:8 Da zogen aus der König
von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adama, der König von Zeboim und
der König von Bela, das Zoar heißt, und rüsteten sich, zu streiten im Tal Siddim 14:9 mit Kedor-Laomor, dem
König von Elam, und mit Thideal, dem König der Heiden, und mit Amraphel, dem
König von Sinear, und mit Arioch, dem König von Ellasar: vier Könige mit
fünfen. 14:10 Das Tal Siddim aber
hatte viel Erdharzgruben; und die Könige von Sodom und Gomorra wurden in die
Flucht geschlagen und fielen da hinein, und was übrig blieb, floh auf das
Gebirge. 14:11 Da nahmen sie alle
Habe zu Sodom und Gomorra und alle Speise und zogen davon. 14:12 Sie nahmen auch mit
sich Lot, Abrams Bruderssohn, und seine Habe, denn er wohnte zu Sodom, und
zogen davon. 14:13 Da kam einer, der
entronnen war, und sagte es Abram an, dem Ausländer, der da wohnte im Hain
Mamres, des Amoriters, welcher ein Bruder war Eskols und Aners. Diese waren mit
Abram im Bunde. 14:14 Als nun Abram hörte,
daß sein Bruder gefangen war, wappnete er seine Knechte,
dreihundertundachtzehn, in seinem Hause geboren, und jagte ihnen nach bis gen
Dan 14:15 und teilte sich, fiel
des Nachts über sie mit seinen Knechten und schlug sie und jagte sie bis gen
Hoba, das zur Linken der Stadt Damaskus liegt, 14:16 und brachte alle Habe
wieder, dazu auch Lot, seinen Bruder, mit seiner Habe, auch die Weiber und das
Volk. 14:17 Als er nun wiederkam
von der Schlacht des Kedor-Laomor und der Könige mit ihm, ging ihm entgegen der
König von Sodom in das Feld, das Königstal heißt. 14:18 Aber Melchisedek, der
König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des
Höchsten. 14:19 Und segnete ihn und
sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde
geschaffen hat; 14:20 und gelobt sei Gott
der Höchste, der deine Feinde in deine Hand beschlossen hat. Und demselben gab
Abram den Zehnten von allem. 14:21 Da sprach der König
von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute; die Güter behalte dir. 14:22 Aber Abram sprach zu
dem König von Sodom: Ich hebe mein Hände auf zu dem HERRN, dem höchsten Gott,
der Himmel und Erde geschaffen hat, 14:23 daß ich von allem, was
dein ist, nicht einen Faden noch einen Schuhriemen nehmen will, daß du nicht
sagst, du hast Abram reich gemacht; 14:24 ausgenommen, was die
Jünglinge verzehrt haben; und die Männer Aner, Eskol und Mamre, die mit mir
gezogen sind, die laß ihr Teil nehmen. 1 Mose 15 15:1 Nach diesen Geschichten
begab sich's, daß zu Abram geschah das Wort des HERRN im Gesicht und sprach:
Fürchte dich nicht Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. 15:2 Abram sprach aber: HERR
HERR, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder; und dieser Elieser
von Damaskus wird mein Haus besitzen. 15:3 Und Abram sprach
weiter: Mir hast du keinen Samen gegeben; und siehe, einer von meinem Gesinde
soll mein Erbe sein. 15:4 Und siehe, der HERR
sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein; sondern der von deinem Leib kommen
wird, der soll dein Erbe sein. 15:5 Und er hieß ihn
hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie
zählen? und sprach zu ihm: Also soll dein Same werden. 15:6 Abram glaubte dem
HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit. 15:7 Und er sprach zu ihm:
Ich bin der HERR, der dich von Ur in Chaldäa ausgeführt hat, daß ich dir dies
Land zu besitzen gebe. 15:8 Abram aber sprach: HERR
HERR, woran soll ich merken, daß ich's besitzen werde? 15:9 Und er sprach zu ihm:
Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen
dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube. 15:10 Und er brachte ihm
solches alles und zerteilte es mitten voneinander und legte einen Teil dem
andern gegenüber; aber die Vögel zerteilte er nicht. 15:11 Und die Raubvögel
fielen auf die Aase; aber Abram scheuchte sie davon. 15:12 Da nun die Sonne am
Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken und
große Finsternis überfiel ihn. 15:13 Da sprach er zu Abram:
Das sollst du wissen, daß dein Same wird fremd sein in einem Lande, das nicht
sein ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre. 15:14 Aber ich will richten
das Volk, dem sie dienen müssen. Darnach sollen sie ausziehen mit großem Gut. 15:15 Und du sollst fahren
zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem Alter begraben werden. 15:16 Sie aber sollen nach
vier Mannesaltern wieder hierher kommen; denn die Missetat der Amoriter ist
noch nicht voll. 15:17 Als nun die Sonne
untergegangen und es finster geworden war, siehe, da rauchte ein Ofen, und ein
Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken hin. 15:18 An dem Tage machte der
HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben,
von dem Wasser Ägyptens an bis an das große Wasser Euphrat: 15:19 die Keniter, die
Kenisiter, die Kadmoniter, 15:20 die Hethiter, die
Pheresiter, die Riesen, 15:21 die Amoriter, die
Kanaaniter, die Girgasiter, die Jebusiter. 1 Mose 16 16:1 Sarai, Abrams Weib,
gebar ihm kein Kind. Sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. 16:2 Und sie sprach zu
Abram: Siehe, der HERR hat mich verschlossen, daß ich nicht gebären kann. Gehe
doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht aus ihr mich aufbauen möge. Und Abram
gehorchte der Stimme Sarais. 16:3 Da nahm Sarai, Abrams
Weib, ihre ägyptische Magd, Hagar, und gab sie Abram, ihrem Mann, zum Weibe,
nachdem sie zehn Jahre im Lande Kanaan gewohnt hatten. 16:4 Und er ging zu Hagar,
die ward schwanger. Als sie nun sah, daß sie schwanger war, achtete sie ihre
Frau gering gegen sich. 16:5 Da sprach Sarai zu
Abram: Du tust unrecht an mir. Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun
sie aber sieht, daß sie schwanger geworden ist, muß ich gering sein in ihren
Augen. Der HERR sei Richter zwischen mir und dir. 16:6 Abram aber sprach zu
Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tue mit ihr, wie dir's
gefällt. Da sie nun Sarai wollte demütigen, floh sie von ihr. 16:7 Aber der Engel des
HERRN fand sie bei einem Wasserbrunnen in der Wüste, nämlich bei dem Brunnen am
Wege gen Sur. 16:8 Der sprach zu ihr:
Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin
von meiner Frau Sarai geflohen. 16:9 Und der Engel des HERRN
sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner Frau, und demütige dich unter ihre
Hand. 16:10 Und der Engel des
HERRN sprach zu ihr: Ich will deinen Samen also mehren, daß er vor großer Menge
nicht soll gezählt werden. 16:11 Weiter sprach der
Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn
gebären, des namen sollst du Ismael heißen, darum daß der HERR dein Elend
erhört hat. 16:12 Er wird ein wilder
Mensch sein: seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und wird
gegen alle seine Brüder wohnen. 16:13 Und sie hieß den Namen
des HERRN, der mit ihr redete: Du Gott siehst mich. Denn sie sprach: Gewiß habe
ich hier gesehen den, der mich hernach angesehen hat. 16:14 Darum hieß man den
Brunnen einen Brunnen des Lebendigen, der mich ansieht; welcher Brunnen ist
zwischen Kades und Bared. 16:15 Und Hagar gebar einen
Sohn; und Abram hieß den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael. 16:16 Und Abram war
sechsundachtzig Jahre alt, da ihm Hagar den Ismael gebar. 1 Mose 17 17:1 Als nun Abram
neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin
der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm. 17:2 Und ich will meinen
Bund zwischen mir und dir machen und ich will dich gar sehr mehren. 17:3 Da fiel Abram auf sein
Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: 17:4 Siehe, ich bin's und
habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden. 17:5 Darum sollst du nicht
mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich
gemacht zum Vater vieler Völker 17:6 und will dich gar sehr
fruchtbar machen und will von dir Völker machen, und sollen auch Könige von dir
kommen. 17:7 Und ich will aufrichten
meinen Bund zwischen mir und dir und deinem Samen nach dir, bei ihren
Nachkommen, daß es ein ewiger Bund sei, also daß ich dein Gott sei und deines
Samens nach dir, 17:8 und ich will dir und
deinem Samen nach dir geben das Land, darin du ein Fremdling bist, das ganze
Land Kanaan, zu ewiger Besitzung, und will ihr Gott sein. 17:9 Und Gott sprach zu
Abraham: So halte nun meinen Bund, du und dein Same nach dir, bei ihren
Nachkommen. 17:10 Das ist aber mein
Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir:
Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. 17:11 Ihr sollt aber die
Vorhaut an eurem Fleisch beschneiden. Das soll ein Zeichen sein des Bundes
zwischen mir und euch. 17:12 Ein jegliches
Knäblein, wenn's acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen. 17:13 Beschnitten werden
soll alles Gesinde, das dir daheim geboren oder erkauft ist. Und also soll mein
Bund an eurem Fleisch sein zum ewigen Bund. 17:14 Und wo ein Mannsbild
nicht wird beschnitten an der Vorhaut seines Fleisches, des Seele soll
ausgerottet werden aus seinem Volk, darum daß es meinen Bund unterlassen hat. 17:15 Und Gott sprach
abermals zu Abraham: Du sollst dein Weib Sarai nicht mehr Sarai heißen, sondern
Sara soll ihr Name sein. 17:16 Denn ich will sie
segnen, und auch von ihr will ich dir einen Sohn geben; denn ich will sie
segnen, und Völker sollen aus ihr werden und Könige über viele Völker. 17:17 Da fiel Abraham auf
sein Angesicht und lachte, und sprach in seinem Herzen: Soll mir, hundert Jahre
alt, ein Kind geboren werden, und Sara, neunzig Jahre alt, gebären? 17:18 Und Abraham sprach zu
Gott: Ach, daß Ismael leben sollte vor dir! 17:19 Da sprach Gott: Ja,
Sara, dein Weib, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak heißen; denn
mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Samen nach ihm. 17:20 Dazu um Ismael habe
ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen
und mehren gar sehr. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen
Volk machen. 17:21 Aber meinen Bund will
ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebären soll um diese Zeit im andern
Jahr. 17:22 Und er hörte auf, mit
ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham. 17:23 Da nahm Abraham seinen
Sohn Ismael und alle Knechte, die daheim geboren, und alle, die erkauft, und
alles, was männlich war in seinem Hause, und beschnitt die Vorhaut an ihrem
Fleisch ebendesselben Tages, wie ihm Gott gesagt hatte. 17:24 Und Abraham war
neunundneunzig Jahre alt, da er die Vorhaut an seinem Fleisch beschnitt. 17:25 Ismael aber, sein
Sohn, war dreizehn Jahre alt, da seines Fleisches Vorhaut beschnitten ward. 17:26 Eben auf einen Tag
wurden sie alle beschnitten, Abraham, sein Sohn Ismael, 17:27 und was männlich in
seinem Hause war, daheim geboren und erkauft von Fremden; es ward alles mit ihm
beschnitten. 1 Mose 18 18:1 Und der HERR erschien
ihm im Hain Mamre, da saß er an der Tür seiner Hütte, da der Tag am heißesten
war. 18:2 Und als er seine Augen
aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und da er sie sah, lief
er ihnen entgegen von der Tür seiner Hütte und bückte sich nieder zur Erde 18:3 und sprach: HERR, habe
ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so gehe nicht an deinem Knecht vorüber. 18:4 Man soll euch ein wenig
Wasser bringen und eure Füße waschen, und lehnt euch unter den Baum. 18:5 Und ich will einen
Bissen Brot bringen, daß ihr euer Herz labt; darnach sollt ihr fortgehen. Denn
darum seid ihr zu eurem Knecht gekommen. Sie sprachen: Tue wie du gesagt hast. 18:6 Abraham eilte in die
Hütte zu Sara und sprach: Eile und menge drei Maß Semmelmehl, knete und backe
Kuchen. 18:7 Er aber lief zu den
Rindern und holte ein zartes, gutes Kalb und gab's dem Knechte; der eilte und
bereitete es zu. 18:8 Und er trug auf Butter
und Milch und von dem Kalbe, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor
und blieb stehen vor ihnen unter dem Baum, und sie aßen. 18:9 Da sprachen sie zu ihm:
Wo ist dein Weib Sara? Er antwortete: Drinnen in der Hütte. 18:10 Da sprach er: Ich will
wieder zu dir kommen über ein Jahr; siehe, so soll Sara, dein Weib, einen Sohn
haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür der Hütte. 18:11 Und sie waren beide,
Abraham und Sara, alt und wohl betagt, also daß es Sara nicht mehr ging nach
der Weiber Weise. 18:12 Darum lachte sie bei
sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch Wollust pflegen, und
mein Herr ist auch alt? 18:13 Da sprach der HERR zu
Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du, das es wahr sei, daß ich noch
gebären werde, so ich doch alt bin? 18:14 Sollte dem HERRN etwas
unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen über ein Jahr, so
soll Sara einen Sohn haben. 18:15 Da leugnete Sara und
sprach: Ich habe nicht gelacht; denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist
nicht also; du hast gelacht. 18:16 Da standen die Männer
auf von dannen und wandten sich gegen Sodom; und Abraham ging mit ihnen, daß er
sie geleitete. 18:17 Da sprach der HERR:
Wie kann ich Abraham verbergen, was ich tue, 18:18 sintemal er ein großes
und mächtiges Volk soll werden, und alle Völker auf Erden in ihm gesegnet
werden sollen? 18:19 Denn ich weiß, er wird
befehlen seinen Kindern und seinem Hause nach ihm, daß sie des HERRN Wege
halten und tun, was recht und gut ist, auf daß der HERR auf Abraham kommen
lasse, was er ihm verheißen hat. 18:20 Und der HERR sprach:
Es ist ein Geschrei zu Sodom und Gomorra, das ist groß, und ihre Sünden sind
sehr schwer. 18:21 Darum will ich
hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich
gekommen ist, oder ob's nicht also sei, daß ich's wisse. 18:22 Und die Männer wandten
ihr Angesicht und gingen gen Sodom; aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN 18:23 und trat zu ihm und
sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? 18:24 Es mögen vielleicht
fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht
vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären? 18:25 Das sei ferne von dir,
daß du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, daß der Gerechte
sei gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir, der du aller Welt Richter
bist! Du wirst so nicht richten. 18:26 Der HERR sprach: Finde
ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihrer willen dem
ganzen Ort vergeben. 18:27 Abraham antwortete und
sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit dem HERRN, wie wohl
ich Erde und Asche bin. 18:28 Es möchten vielleicht
fünf weniger den fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt
verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so
will ich sie nicht verderben. 18:29 Und er fuhr fort mit
ihm zu reden und sprach: Man möchte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach:
Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. 18:30 Abraham sprach: Zürne
nicht, HERR, daß ich noch mehr rede. Man möchte vielleicht dreißig darin
finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun. 18:31 Und er sprach: Ach
siehe, ich habe mich unterwunden mit dem HERRN zu reden. Man möchte vielleicht
zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der
zwanzig willen. 18:32 Und er sprach: Ach
zürne nicht, HERR, daß ich nur noch einmal rede. Man möchte vielleicht zehn
darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen. 18:33 Und der HERR ging hin,
da er mit Abraham ausgeredet hatte; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort. 1 Mose 19 19:1 Die zwei Engel kamen
gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah,
stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich mit seinem Angesicht zur Erde 19:2 und sprach: Siehe,
liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht;
laßt eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße.
Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben. 19:3 Da nötigte er sie sehr;
und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl
und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen. 19:4 Aber ehe sie sich
legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und
alt, das ganze Volk aus allen Enden, 19:5 und forderten Lot und
sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht?
Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen. 19:6 Lot ging heraus zu
ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu 19:7 und sprach: Ach, liebe
Brüder, tut nicht so übel! 19:8 Siehe, ich habe zwei
Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter
euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts,
denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen. 19:9 Sie aber sprachen: Geh
hinweg! und sprachen auch: Du bist der einzige Fremdling hier und willst
regieren? Wohlan, wir wollen dich übler plagen denn jene. Und sie drangen hart
auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und wollten die Tür aufbrechen, 19:10 griffen die Männer
hinaus und zogen Lot hinein zu sich ins Haus und schlossen die Tür zu. 19:11 Und die Männer vor der
Tür wurden mit Blindheit geschlagen, klein und groß, bis sie müde wurden und
die Tür nicht finden konnten. 19:12 Und die Männer
sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam und Söhne und Töchter,
und wer dir angehört in der Stadt, den führe aus dieser Stätte. 19:13 Denn wir werden diese
Stätte verderben, darum daß ihr Geschrei groß ist vor dem HERRN; der hat uns
gesandt, sie zu verderben. 19:14 Da ging Lot hinaus und
redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Macht euch auf und
geht aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war
ihnen lächerlich. 19:15 Da nun die Morgenröte
aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein
Weib und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, daß du nicht auch umkommst in
der Missetat dieser Stadt. 19:16 Da er aber verzog,
ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwei Töchter bei der Hand,
darum daß der HERR ihn verschonte, und führten ihn hinaus und ließen ihn
draußen vor der Stadt. 19:17 Und als sie ihn hatten
hinausgebracht, sprach er: Errette dein Seele und sieh nicht hinter dich; auch
stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, daß du nicht
umkommst. 19:18 Aber Lot sprach zu
ihnen: Ach nein, Herr! 19:19 Siehe, dieweil dein
Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit
groß machen, die du an mir getan hast, daß du meine Seele am Leben erhieltest.
Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen,
daß ich stürbe. 19:20 Siehe, da ist eine
Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich
retten (ist sie doch klein), daß meine Seele lebendig bleibe. 19:21 Da sprach er zu ihm:
Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich angesehen, daß ich die Stadt nicht
umkehre, von der du geredet hast. 19:22 Eile und rette dich
dahin; denn ich kann nichts tun, bis daß du hineinkommst. Daher ist diese Stadt
genannt Zoar. 19:23 Und die Sonne war
aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam. 19:24 Da ließ der HERR
Schwefel und Feuer regnen von Himmel herab auf Sodom und Gomorra 19:25 und kehrte die Städte
um und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande
gewachsen war. 19:26 Und sein Weib sah
hinter sich und ward zur Salzsäule. 19:27 Abraham aber machte
sich des Morgens früh auf an den Ort, da er gestanden vor dem HERRN, 19:28 und wandte sein
Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land der Gegend und schaute; und
siehe, da ging Rauch auf vom Lande wie ein Rauch vom Ofen. 19:29 Und es geschah, da
Gott die Städte in der Gegend verderbte, gedachte er an den Abraham und
geleitete Lot aus den Städten, die er umkehrte, darin Lot wohnte. 19:30 Und Lot zog aus Zoar
und blieb auf dem Berge mit seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, zu
Zoar zu bleiben; und blieb also in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern. 19:31 Da sprach die ältere
zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und ist kein Mann mehr auf Erden der zu
uns eingehen möge nach aller Welt Weise; 19:32 so komm, laß uns
unserm Vater Wein zu trinken geben und bei ihm schlafen, daß wir Samen von
unserm Vater erhalten. 19:33 Also gaben sie ihrem
Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die erste ging hinein und legte
sich zu ihrem Vater; und der ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie
aufstand. 19:34 Des Morgens sprach die
ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Laß
uns ihm diese Nacht auch Wein zu trinken geben, daß du hineingehst und legst
dich zu ihm, daß wir Samen von unserm Vater erhalten. 19:35 Also gaben sie ihrem
Vater die Nacht auch Wein zu trinken. Und die jüngere machte sich auf und legte
sich zu ihm; und er ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie
aufstand. 19:36 Also wurden beide
Töchter Lots schwanger von ihrem Vater. 19:37 Und die ältere gebar
einen Sohn, den nannte sie Moab. Von dem kommen her die Moabiter bis auf den
heutigen Tag. 19:38 Und die jüngere gebar
auch einen Sohn, den hieß sie das Kind Ammi. Von dem kommen die Kinder Ammon
bis auf den heutigen Tag. 1 Mose 20 20:1 Abraham aber zog von
dannen ins Land gegen Mittag und wohnte zwischen Kades und Sur und ward ein
Fremdling zu Gerar. 20:2 Er sprach aber von
seinem Weibe Sara: Es ist meine Schwester. Da sandte Abimelech, der König zu
Gerar, nach ihr und ließ sie holen. 20:3 Aber Gott kam zu
Abimelech des Nachts im Traum und sprach zu ihm: Siehe da, du bist des Todes um
des Weibes willen, das du genommen hast; denn sie ist eines Mannes Eheweib. 20:4 Abimelech aber hatte
sie nicht berührt und sprach: HERR, willst du denn auch ein gerechtes Volk
erwürgen? 20:5 Hat er nicht zu mir
gesagt: Sie sei seine Schwester? Und sie hat auch gesagt: Er ist mein Bruder.
Habe ich doch das getan mit einfältigem Herzen und unschuldigen Händen. 20:6 Und Gott sprach zu ihm
im Traum: Ich weiß auch, daß du mit einfältigem Herzen das getan hast. Darum
habe ich dich auch behütet, daß du nicht wider mich sündigtest, und habe es
nicht zugegeben, daß du sie berührtest. 20:7 So gib nun dem Manne
sein Weib wieder, denn er ist ein Prophet; und laß ihn für dich bitten, so
wirst du lebendig bleiben. Wo du sie aber nicht wiedergibst, so wisse, daß du
des Todes sterben mußt und alles, was dein ist. 20:8 Da stand Abimelech des
Morgens früh auf und rief alle seine Knechte und sagte ihnen dieses alles vor
ihren Ohren. Und die Leute fürchteten sich sehr. 20:9 Und Abimelech rief
Abraham auch und sprach zu ihm: Warum hast du uns das getan? Und was habe ich
an dir gesündigt, daß du so eine große Sünde wolltest auf mich und mein Reich
bringen? Du hast mit mir gehandelt, wie man nicht handeln soll. 20:10 Und Abimelech sprach
weiter zu Abraham: Was hast du gesehen, daß du solches getan hast? 20:11 Abraham sprach: Ich
dachte, vielleicht ist keine Gottesfurcht an diesem Orte, und sie werden mich
um meines Weibes willen erwürgen. 20:12 Auch ist sie
wahrhaftig meine Schwester; denn sie ist meines Vaters Tochter, aber nicht
meiner Mutter Tochter, und ist mein geworden. 20:13 Da mich aber Gott aus
meines Vaters Hause wandern hieß, sprach ich zu ihr: Die Barmherzigkeit tu an
mir, daß, wo wir hinkommen, du sagst, ich sei dein Bruder. 20:14 Da nahm Abimelech
Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und gab sie Abraham und gab ihm wieder
sein Weib Sara 20:15 und sprach: Siehe da,
mein Land steht dir offen; wohne, wo dir's wohl gefällt. 20:16 Und sprach zu Sara:
Siehe da, ich habe deinem Bruder tausend Silberlinge gegeben; siehe, das soll
dir eine Decke der Augen sein vor allen, die bei dir sind, und allenthalben.
Und damit war ihr Recht verschafft. 20:17 Abraham aber betete zu
Gott; da heilte Gott Abimelech und sein Weib und seine Mägde, daß sie Kinder
gebaren. 20:18 Denn der HERR hatte
zuvor hart verschlossen alle Mütter des Hauses Abimelechs um Saras, Abrahams
Weibes, willen. 1 Mose 21 21:1 Und der HERR suchte
heim Sara, wie er geredet hatte, und tat mit ihr, wie er geredet hatte. 21:2 Und Sara ward schwanger
und gebar Abraham einen Sohn in seinem Alter um die Zeit, von der ihm Gott
geredet hatte. 21:3 Und Abraham hieß seinen
Sohn, der ihm geboren war, Isaak, den ihm Sara gebar, 21:4 und beschnitt ihn am
achten Tage, wie ihm Gott geboten hatte. 21:5 Hundert Jahre war
Abraham alt, da ihm sein Sohn Isaak geboren ward. 21:6 Und Sara sprach: Gott
hat mir ein Lachen zugerichtet; denn wer es hören wird, der wird über mich
lachen, 21:7 und sprach: Wer durfte
von Abraham sagen, daß Sara Kinder säuge? Denn ich habe ihm einen Sohn geboren
in seinem Alter. 21:8 Und das Kind wuchs und
ward entwöhnt; und Abraham machte ein großes Mahl am Tage, da Isaak entwöhnt
ward. 21:9 Und Sara sah den Sohn
Hagars, der Ägyptischen, den sie Abraham geboren hatte, daß er ein Spötter war, 21:10 und sprach zu Abraham:
Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn dieser Magd Sohn soll nicht erben
mit meinem Sohn Isaak. 21:11 Das Wort gefiel
Abraham sehr übel um seines Sohnes willen. 21:12 Aber Gott sprach zu
ihm: Laß dir's nicht übel gefallen des Knaben und der Magd halben. Alles, was
Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn in Isaak soll dir der Same genannt
werden. 21:13 Auch will ich der Magd
Sohn zum Volk machen, darum daß er deines Samens ist. 21:14 Da stand Abraham des
Morgens früh auf und nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und legte es Hagar
auf ihre Schulter und den Knaben mit und ließ sie von sich. Da zog sie hin und
ging in der Wüste irre bei Beer-Seba. 21:15 Da nun das Wasser in
dem Schlauch aus war, warf sie den Knaben unter einen Strauch 21:16 und ging hin und
setzte sich gegenüber von fern, einen Bogenschuß weit; denn sie sprach: Ich
kann nicht ansehen des Knaben Sterben. Und sie setzte sich gegenüber und hob
ihre Stimme auf und weinte. 21:17 Da erhörte Gott die
Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief vom Himmel der Hagar und sprach zu
ihr: Was ist dir Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat erhört die Stimme des
Knaben, da er liegt. 21:18 Steh auf, nimm den
Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zum großen Volk machen. 21:19 Und Gott tat ihr die
Augen auf, daß sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den
Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben. 21:20 Und Gott war mit dem
Knaben; der wuchs und wohnte in der Wüste und ward ein guter Schütze. 21:21 Und er wohnte in der
Wüste Pharan, und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus Ägyptenland. 21:22 Zu der Zeit redete
Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, mit Abraham und sprach: Gott ist mit
dir in allem, das du tust. 21:23 So schwöre mir nun bei
Gott, daß du mir und meinen Kindern und meinen Enkeln keine Untreue erzeigen
wollest, sondern die Barmherzigkeit, die ich an dir getan habe, an mir auch
tust und an dem Lande, darin du ein Fremdling bist. 21:24 Da sprach Abraham: Ich
will schwören. 21:25 Und Abraham setzte
Abimelech zur Rede um des Wasserbrunnens willen, den Abimelechs Knechte hatten
mit Gewalt genommen. 21:26 Da antwortete
Abimelech: Ich habe es nicht gewußt, wer das getan hat; auch hast du mir's
nicht angesagt; dazu habe ich's nicht gehört bis heute. 21:27 Da nahm Abraham Schafe
und Rinder und gab sie Abimelech; und sie machten beide einen Bund miteinander. 21:28 Und Abraham stellt
sieben Lämmer besonders. 21:29 Da sprach Abimelech zu
Abraham: Was sollen die sieben Lämmer, die du besonders gestellt hast? 21:30 Er antwortete: Sieben
Lämmer sollst du von meiner Hand nehmen, daß sie mir zum Zeugnis seien, daß ich
diesen Brunnen gegraben habe. 21:31 Daher heißt die Stätte
Beer-Seba, weil sie beide miteinander da geschworen haben. 21:32 Und also machten sie
den Bund zu Beer-Seba. Da machten sich auf Abimelech und Phichol, sein
Feldhauptmann, und zogen wieder in der Philister Land. 21:33 Abraham aber pflanzte
Bäume zu Beer-Seba und predigte daselbst von dem Namen des HERRN, des ewigen
Gottes. 21:34 Und er war ein
Fremdling in der Philister Lande eine lange Zeit. 1 Mose 22 22:1 Nach diesen Geschichten
versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin
ich. 22:2 Und er sprach: Nimm
Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija
und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen
werde. 22:3 Da stand Abraham des
Morgens früh auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und
seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging an
den Ort, davon ihm Gott gesagt hatte. 22:4 Am dritten Tage hob
Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne 22:5 und sprach zu seinen
Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel! Ich und der Knabe wollen dorthin gehen;
und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. 22:6 Und Abraham nahm das
Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer
und Messer in seine Hand, und gingen die beiden miteinander. 22:7 Da sprach Isaak zu
seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich mein Sohn.
Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum
Brandopfer? 22:8 Abraham antwortete:
Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen beide
miteinander. 22:9 Und als sie kamen an
die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und
legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben
auf das Holz 22:10 und reckte seine Hand
aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. 22:11 Da rief ihm der Engel
des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 22:12 Er sprach: Lege deine
Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott
fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. 22:13 Da hob Abraham sein
Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern
hangen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an
seines Sohnes Statt. 22:14 Und Abraham hieß die
Stätte: Der HERR sieht. Daher man noch heutigestages sagt: Auf dem Berge, da
der HERR sieht. 22:15 Und der Engel des
HERRN rief Abraham abermals vom Himmel 22:16 und sprach: Ich habe
bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, weil du solches getan hast und
hast deines einzigen Sohnes nicht verschont, 22:17 daß ich deinen Samen
segnen und mehren will wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des
Meeres; und dein Same soll besitzen die Tore seiner Feinde; 22:18 und durch deinen Samen
sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, darum daß du meiner Stimme
gehorcht hast. 22:19 Also kehrte Abraham
wieder zu seinen Knechten; und sie machten sich auf und zogen miteinander gen
Beer-Seba; und er wohnte daselbst. 22:20 Nach diesen
Geschichten begab sich's, daß Abraham angesagt ward: Siehe, Milka hat auch
Kinder geboren deinem Bruder Nahor, 22:21 nämlich Uz, den
Erstgeborenen, und Buz, seinen Bruder, und Kemuel, von dem die Syrer kommen, 22:22 und Chesed und Haso
und Phildas und Jedlaph und Bethuel. 22:23 Bethuel aber zeugte
Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, Abrahams Bruder. 22:24 Und sein Kebsweib, mit
Namen Rehuma, gebar auch, nämlich den Tebah, Gaham, Thahas und Maacha. 1 Mose 23 23:1 Sara ward
hundertsiebenundzwanzig Jahre alt 23:2 und starb in
Kirjat-Arba, das Hebron heißt, im Lande Kanaan. Da kam Abraham, daß er sie
beklagte und beweinte. 23:3 Darnach stand er auf
von seiner Leiche und redete mit den Kindern Heth und sprach: 23:4 Ich bin ein Fremder und
Einwohner bei euch; gebt mir ein Erbbegräbnis bei euch, daß ich meinen Toten
begrabe, der vor mir liegt. 23:5 Da antworteten Abraham
die Kinder Heth und sprachen zu ihm: 23:6 Höre uns, lieber Herr!
Du bist ein Fürst Gottes unter uns, begrabe deinen Toten in unsern vornehmsten
Gräbern; kein Mensch soll dir unter uns wehren, daß du in seinem Grabe
begrabest deinen Toten. 23:7 Da stand Abraham auf
und bückte sich vor dem Volk des Landes, vor den Kindern Heth. 23:8 Und er redete mit ihnen
und sprach: Gefällt es euch, daß ich meinen Toten, der vor mir liegt, begrabe,
so hört mich und bittet für mich Ephron, den Sohn Zohars, 23:9 daß er mir gebe seine
zwiefache Höhle, die er hat am Ende seines Ackers; er gebe sie mir um Geld,
soviel sie wert ist, unter euch zum Erbbegräbnis. 23:10 Ephron aber saß unter
den Kindern Heth. Da antwortete Ephron, der Hethiter, Abraham, daß zuhörten die
Kinder Heth, vor allen, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen, und sprach: 23:11 Nein, mein Herr,
sondern höre mir zu! Ich schenke dir den Acker und die Höhle darin dazu und
übergebe dir's vor den Augen der Kinder meines Volkes, zu begraben deinen
Toten. 23:12 Da bückte sich Abraham
vor dem Volk des Landes 23:13 und redete mit Ephron,
daß zuhörte das Volk des Landes, und sprach: Willst du mir ihn lassen, so bitte
ich, nimm von mir das Geld für den Acker, das ich dir gebe, so will ich meinen
Toten daselbst begraben. 23:14 Ephron antwortete
Abraham und sprach zu ihm: 23:15 Mein Herr, höre doch
mich! Das Feld ist vierhundert Lot Silber wert; was ist das aber zwischen mir
und dir? Begrabe nur deinen Toten! 23:16 Abraham gehorchte
Ephron und wog ihm das Geld dar, das er gesagt hatte, daß zuhörten die Kinder
Heth, vierhundert Lot Silber, das im Kauf gang und gäbe war. 23:17 Also ward Ephrons
Acker, darin die zwiefache Höhle ist, Mamre gegenüber, Abraham zum eigenen Gut
bestätigt mit der Höhle darin und mit allen Bäumen auf dem Acker umher, 23:18 daß die Kinder Heth
zusahen und alle, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen. 23:19 Darnach begrub Abraham
Sara, sein Weib, in der Höhle des Ackers, die zwiefach ist, Mamre gegenüber,
das ist Hebron, im Lande Kanaan. 23:20 Also ward bestätigt
der Acker und die Höhle darin Abraham zum Erbbegräbnis von den Kindern Heth. 1 Mose 24 24:1 Abraham ward alt und
wohl betagt, und der HERR hatte ihn gesegnet allenthalben. 24:2 Und er sprach zu dem
ältesten Knecht seines Hauses, der allen seinen Gütern vorstand: Lege deine
Hand unter meine Hüfte 24:3 und schwöre mir bei dem
HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du meinem Sohn kein Weib nehmest
von den Töchtern der Kanaaniter, unter welchen ich wohne, 24:4 sondern daß du ziehst
in mein Vaterland und zu meiner Freundschaft und nehmest meinem Sohn Isaak ein
Weib. 24:5 Der Knecht sprach: Wie,
wenn das Weib mir nicht wollte folgen in dies Land, soll ich dann deinen Sohn
wiederbringen in jenes Land, daraus du gezogen bist? 24:6 Abraham sprach zu ihm:
Davor hüte dich, daß du meinen Sohn nicht wieder dahin bringst. 24:7 Der HERR, der Gott des
Himmels, der mich von meines Vaters Hause genommen hat und von meiner Heimat,
der mir geredet hat und mir auch geschworen hat und gesagt: Dies Land will ich
deinem Samen geben, der wird seine Engel vor dir her senden, daß du meinem Sohn
daselbst ein Weib nehmest. 24:8 So aber das Weib dir
nicht folgen will, so bist du dieses Eides quitt. Allein bringe meinen Sohn
nicht wieder dorthin. 24:9 Da legte der Knecht
seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwur ihm solches. 24:10 Also nahm der Knecht
zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog hin und hatte mit sich
allerlei Güter seines Herrn und machte sich auf und zog nach Mesopotamien zu
der Stadt Nahors. 24:11 Da ließ er die Kamele
sich lagern draußen vor der Stadt bei einem Wasserbrunnen, des Abends um die
Zeit, wo die Weiber pflegten herauszugehen und Wasser zu schöpfen, 24:12 und sprach: HERR, du
Gott meines Herrn Abraham, begegne mir heute und tue Barmherzigkeit an meinem
Herrn Abraham! 24:13 Siehe, ich stehe hier
bei dem Wasserbrunnen, und der Leute Töchter in dieser Stadt werden
herauskommen, Wasser zu schöpfen. 24:14 Wenn nun eine Dirne
kommt, zu der ich spreche: Neige deinen Krug, und laß mich trinken, und sie
sprechen wird: Trinke, ich will deine Kamele auch tränken: das sei die, die du
deinem Diener Isaak beschert hast, und daran werde ich erkennen, daß du
Barmherzigkeit an meinem Herrn getan habest. 24:15 Und ehe er ausgeredet
hatte, siehe, da kam heraus Rebekka, Bethuels Tochter, der ein Sohn der Milka
war, welche Nahors, Abrahams Bruders, Weib war, und trug einen Krug auf ihrer
Achsel. 24:16 Und sie war eine sehr
schöne Dirne von Angesicht, noch eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie
erkannt. Die stieg hinab zum Brunnen und füllte den Krug und stieg herauf. 24:17 Da lief ihr der Knecht
entgegen und sprach: Laß mich ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken. 24:18 Und sie sprach:
Trinke, mein Herr! und eilend ließ sie den Krug hernieder auf ihre Hand und gab
ihm zu trinken. 24:19 Und da sie ihm zu
trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich will deinen Kamelen auch schöpfen, bis
sie alle getrunken haben. 24:20 Und eilte und goß den
Krug aus in die Tränke und lief abermals zum Brunnen, zu schöpfen, und schöpfte
allen seinen Kamelen. 24:21 Der Mann aber wunderte
sich ihrer und schwieg still, bis er erkennete, ob der HERR zu seiner Reise
Gnade gegeben hätte oder nicht. 24:22 Da nun die Kamele alle
getrunken hatten, nahm er einen goldenen Reif, ein halbes Lot schwer, und zwei
Armringe an ihre Hände, zehn Lot Goldes schwer, 24:23 und sprach: Wes
Tochter bist du? das sage mir doch. Haben wir Raum in deines Vaters Hause, zu
beherbergen? 24:24 Sie sprach zu ihm: Ich
bin Bethuels Tochter, des Sohnes Milkas, den sie dem Nahor geboren hat, 24:25 und sagte weiter zu
ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns und Raum genug, zu beherbergen. 24:26 Da neigte sich der
Mann und betete den HERRN an 24:27 und sprach: Gelobt sei
der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Barmherzigkeit und seine
Wahrheit nicht verlassen hat an meinem Herrn; denn der HERR hat mich den Weg
geführt zum Hause des Bruders meines Herrn. 24:28 Und die Dirne lief und
sagte solches alles an in ihrer Mutter Hause. 24:29 Und Rebekka hatte
einen Bruder, der hieß Laban; und Laban lief zu dem Mann draußen bei dem
Brunnen. 24:30 Und als er sah den
Reif und die Armringe an seiner Schwester Händen und hörte die Worte Rebekkas,
seiner Schwester, daß sie sprach: Also hat mir der Mann gesagt, kam er zu dem
Mann, und siehe, er stand bei den Kamelen am Brunnen. 24:31 Und er sprach: Komm
herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du draußen? Ich habe das Haus
geräumt und für die Kamele auch Raum gemacht. 24:32 Also führte er den
Mann ins Haus und zäumte die Kamele ab und gab ihnen Stroh und Futter und
Wasser, zu waschen seine Füße und die Füße der Männer, die mit ihm waren, 24:33 und setzte ihnen Essen
vor. Er sprach aber: Ich will nicht essen, bis daß ich zuvor meine Sache
vorgebracht habe. Sie antworteten: Sage an! 24:34 Er sprach: Ich bin
Abrahams Knecht. 24:35 Und der HERR hat
meinen Herrn reichlich gesegnet, daß er groß geworden ist, und hat ihm Schafe
und Ochsen, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben. 24:36 Dazu hat Sara, meines
Herrn Weib, einen Sohn geboren meinem Herrn in seinem Alter; dem hat er alles
gegeben, was er hat. 24:37 Und mein Herr hat
einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst meinem Sohn kein Weib nehmen
von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne, 24:38 sondern ziehe hin zu
meines Vaters Hause und zu meinem Geschlecht; daselbst nimm meinem Sohn ein
Weib. 24:39 Ich aber sprach zu
meinem Herrn: Wie, wenn mir das Weib nicht folgen will? 24:40 Da sprach er zu mir:
Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu
deiner Reise geben, daß du meinem Sohn ein Weib nehmest von meiner Freundschaft
und meines Vaters Hause. 24:41 Alsdann sollst du
meines Eides quitt sein, wenn du zu meiner Freundschaft kommst; geben sie dir
sie nicht, so bist du meines Eides quitt. 24:42 Also kam ich heute zum
Brunnen und sprach: HERR, Gott meines Herrn Abraham, hast du Gnade zu meiner
Reise gegeben, auf der ich bin, 24:43 siehe, so stehe ich
hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun eine Jungfrau herauskommt, zu schöpfen,
und ich zu ihr spreche: Gib mir ein wenig Wasser zu trinken aus deinem Krug, 24:44 und sie wird sagen:
Trinke du, ich will deinen Kamelen auch schöpfen: die sei das Weib, das der
HERR meines Herrn Sohne beschert hat. 24:45 Ehe ich nun solche
Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe, da kommt Rebekka heraus mit
einem Krug auf ihrer Achsel und geht hinab zum Brunnen und schöpft. Da sprach
ich zu ihr: Gib mir zu trinken. 24:46 Und sie nahm eilend
den Krug von ihrer Achsel und sprach: Trinke, und deine Kamele will ich auch
tränken. Also trank ich, und sie tränkte die Kamele auch. 24:47 Und ich fragte sie und
sprach: Wes Tochter bist du? Sie antwortete: Ich bin Bethuels Tochter, des
Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da legte ich einen Reif an ihre Stirn
und Armringe an ihre Hände 24:48 und neigte mich und
betete den HERRN an und lobte den HERRN, den Gott meines Herrn Abraham, der
mich den rechten Weg geführt hat, daß ich seinem Sohn die Tochter nehme des
Bruders meines Herrn. 24:49 Seid ihr nun die, so
an meinem Herrn Freundschaft und Treue beweisen wollen, so sagt mir's; wo
nicht, so sagt mir's auch, daß ich mich wende zur Rechten oder zur Linken. 24:50 Da antworteten Laban
und Bethuel und sprachen: Das kommt vom HERRN; darum können wir nicht wider
dich reden, weder Böses noch Gutes; 24:51 da ist Rebekka vor
dir, nimm sie und zieh hin, daß sie das Weib sei des Sohnes deines Herrn, wie
der HERR geredet hat. 24:52 Da diese Worte hörte
Abrahams Knecht, bückte er sich vor dem Herrn zur Erde 24:53 und zog hervor
silberne und goldene Kleinode und Kleider und gab sie Rebekka; aber ihrem
Bruder und der Mutter gab er Würze. 24:54 Da aß und trank er
samt den Männern, die mit ihm waren, und blieb über Nacht allda. Des Morgens
aber stand er auf und sprach: Laß mich ziehen zu meinem Herrn. 24:55 Aber ihr Bruder und
ihre Mutter sprachen: Laß doch die Dirne einen Tag oder zehn bei uns bleiben;
darnach sollst du ziehen. 24:56 Da sprach er zu ihnen:
Haltet mich nicht auf; denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Laßt
mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe. 24:57 Da sprachen sie: Laßt
uns die Dirne rufen und fragen, was sie dazu sagt. 24:58 Und sie riefen Rebekka
und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie antwortete: Ja, ich
will mit ihm. 24:59 Also ließen sie
Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme samt Abrahams Knecht und seinen
Leuten. 24:60 Und sie segneten
Rebekka und sprachen zu ihr: Du bist unsre Schwester; wachse in vieltausendmal
tausend, und dein Same besitze die Tore seiner Feinde. 24:61 Also machte sich
Rebekka auf mit ihren Dirnen, und setzten sich auf die Kamele und zogen dem
Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka und zog hin. 24:62 Isaak aber kam vom
Brunnen des Lebendigen und Sehenden (denn er wohnte im Lande gegen Mittag) 24:63 und war ausgegangen,
zu beten auf dem Felde um den Abend, und hob seine Augen auf und sah, daß
Kamele daherkamen. 24:64 Und Rebekka hob ihre
Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilend vom Kamel 24:65 und sprach zu dem
Knecht: Wer ist der Mann auf dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr.
Da nahm sie den Mantel und verhüllte sich. 24:66 Und der Knecht
erzählte Isaak alle Sachen, die er ausgerichtet hatte. 24:67 Da führte sie Isaak in
die Hütte seiner Mutter Sara und nahm die Rebekka und sie war sein Weib, und er
gewann sie lieb. Also ward Isaak getröstet über seine Mutter. 1 Mose 25 25:1 Abraham nahm wieder ein
Weib, die hieß Ketura. 25:2 Die gebar ihm Simran
und Joksan, Medan und Midian, Jesbak und Suah. 25:3 Joksan aber zeugte Saba
und Dedan. Die Kinder aber von Dedan waren: die Assuriter, die Letusiter und
die Leumiter. 25:4 Die Kinder Midians
waren: Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Kinder der Ketura. 25:5 Und Abraham gab all
sein Gut Isaak. 25:6 Aber den Kindern, die
er von den Kebsweibern hatte, gab er Geschenke und ließ sie von seinen Sohn
Isaak ziehen, dieweil er noch lebte, gegen Aufgang in das Morgenland. 25:7 Das aber ist Abrahams
Alter, das er gelebt hat: hundertfünfundsiebzig Jahre. 25:8 Und er nahm ab und
starb in einem ruhigen Alter, da er alt und lebenssatt war, und ward zu seinem
Volk gesammelt. 25:9 Und es begruben ihn die
Söhne Isaak und Ismael in der zwiefachen Höhle auf dem Acker Ephrons, des
Sohnes Zohars, des Hethiters, die da liegt Mamre gegenüber, 25:10 in dem Felde, das
Abraham von den Kindern Heth gekauft hatte. Da ist Abraham begraben mit Sara,
seinem Weibe. 25:11 Und nach dem Tode
Abrahams segnete Gott Isaak, seinen Sohn. Und er wohnte bei dem Brunnen des
Lebendigen und Sehenden. 25:12 Dies ist das
Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den ihm Hagar gebar, die Magd Saras
aus Ägypten; 25:13 und das sind die Namen
der Kinder Ismaels, davon ihre Geschlechter genannt sind: der erstgeborene Sohn
Ismaels, Nebajoth, -Kedar, Abdeel, Mibsam, 25:14 Misma, Duma, Massa, 25:15 Hadar, Thema, Jetur,
Naphis und Kedma. 25:16 Dies sind die Kinder
Ismaels mit ihren Namen in ihren Höfen und Zeltdörfern, zwölf Fürsten über ihre
Leute. 25:17 Und das ist das Alter
Ismaels: hundert und siebenunddreißig Jahre. Und er nahm ab und starb und ward
gesammelt zu seinem Volk. 25:18 Und sie wohnten von
Hevila an bis gen Sur vor Ägypten und bis wo man nach Assyrien geht. Er ließ
sich aber nieder gegen alle seine Brüder. 25:19 Dies ist das
Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte Isaak. 25:20 Isaak aber war vierzig
Jahre alt, da er Rebekka zum Weibe nahm, die Tochter Bethuels, des Syrers, von
Mesopotamien, Labans, des Syrers Schwester. 25:21 Isaak aber bat den
HERRN für sein Weib, denn sie war unfruchtbar. Und der HERR ließ sich erbitten,
und Rebekka, sein Weib, ward schwanger. 25:22 Und die Kinder stießen
sich miteinander in ihrem Leibe. Da sprach sie: Da mir's also sollte gehen,
warum bin ich schwanger geworden? und sie ging hin, den HERRN zu fragen. 25:23 Und der HERR sprach zu
ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zweierlei Leute werden sich scheiden
aus deinem Leibe; und ein Volk wird dem andern Überlegen sein, und der Ältere
wird dem Jüngeren dienen. 25:24 Da nun die Zeit kam,
daß sie gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe. 25:25 Der erste, der
herauskam, war rötlich, ganz rauh wie ein Fell; und sie nannten ihn Esau. 25:26 Darnach kam heraus
sein Bruder, der hielt mit seiner Hand die Ferse des Esau; und sie hießen ihn
Jakob. Sechzig Jahre alt war Isaak, da sie geboren wurden. 25:27 Und da nun die Knaben
groß wurden, ward Esau ein Jäger und streifte auf dem Felde, Jakob aber ein
sanfter Mann und blieb in seinen Hütten. 25:28 Und Isaak hatte Esau
lieb und aß gern von seinem Weidwerk; Rebekka aber hatte Jakob lieb. 25:29 Und Jakob kochte ein
Gericht. Da kam Esau vom Felde und war müde 25:30 und sprach zu Jakob:
Laß mich kosten das rote Gericht; denn ich bin müde. Daher heißt er Edom. 25:31 Aber Jakob sprach:
Verkaufe mir heute deine Erstgeburt. 25:32 Esau antwortete:
Siehe, ich muß doch sterben; was soll mir denn die Erstgeburt? 25:33 Jakob sprach: So
schwöre mir heute. Und er schwur ihm und verkaufte also Jakob seine Erstgeburt. 25:34 Da gab ihm Jakob Brot
und das Linsengericht, und er aß und trank und stand auf und ging davon. Also
verachtete Esau seine Erstgeburt. 1 Mose 26 26:1 Es kam aber eine
Teuerung ins Land nach der vorigen, so zu Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu
Abimelech, der Philister König, zu Gerar. 26:2 Da erschien ihm der
HERR und sprach: Ziehe nicht hinab nach Ägypten, sondern bleibe in dem Lande,
das ich dir sage. 26:3 Sei ein Fremdling in
diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem
Samen will ich alle diese Länder geben und will meinen Eid bestätigen, den ich
deinem Vater Abraham geschworen habe, 26:4 und will deinem Samen
mehren wie die Sterne am Himmel und will deinem Samen alle diese Länder geben.
Und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, 26:5 darum daß Abraham
meiner Stimme gehorsam gewesen ist und hat gehalten meine Rechte, meine Gebote,
meine Weise und mein Gesetz. 26:6 Also wohnte Isaak zu
Gerar. 26:7 Und wenn die Leute an
demselben Ort fragten nach seinem Weibe, so sprach er: Sie ist meine Schwester.
Denn er fürchtete sich zu sagen: Sie ist mein Weib; sie möchten mich erwürgen
um Rebekkas willen, denn sie war schön von Angesicht. 26:8 Als er nun eine
Zeitlang da war, sah Abimelech, der Philister König, durchs Fenster und ward
gewahr, daß Isaak scherzte mit seinem Weibe Rebekka. 26:9 Da rief Abimelech den
Isaak und sprach: Siehe, es ist dein Weib. Wie hast du denn gesagt: Sie ist
meine Schwester? Isaak antwortete ihm: Ich gedachte, ich möchte vielleicht
sterben müssen um ihretwillen. 26:10 Abimelech sprach:
Warum hast du das getan? Es wäre leicht geschehen, daß jemand vom Volk sich zu
deinem Weibe gelegt hätte, und hättest also eine Schuld auf uns gebracht. 26:11 Da gebot Abimelech
allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder sein Weib antastet, der soll des
Todes sterben. 26:12 Und Isaak säte in dem
Lande und erntete desselben Jahres hundertfältig; denn der HERR segnete ihn. 26:13 Und er ward ein großer
Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr groß ward, 26:14 daß er viel Gut hatte
an kleinem und großem Vieh und ein großes Gesinde. Darum beneideten ihn die
Philister 26:15 und verstopften alle
Brunnen, die seines Vaters Knechte gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines
Vaters, und füllten sie mit Erde; 26:16 daß auch Abimelech zu
ihm sprach: Ziehe von uns, denn du bist uns zu mächtig geworden. 26:17 Da zog Isaak von
dannen und schlug sein Gezelt auf im Grunde Gerar und wohnte allda 26:18 und ließ die
Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zu Abrahams, seines Vaters, Zeiten
gegraben hatten, welche die Philister verstopft hatten nach Abrahams Tod, und
nannte sie mit demselben Namen mit denen sie sein Vater genannt hatte. 26:19 Auch gruben Isaaks
Knechte im Grunde und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers. 26:20 Aber die Hirten von
Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser ist unser. Da hieß
er den Brunnen Esek, darum daß sie ihm unrecht getan hatten. 26:21 Da gruben sie einen
andern Brunnen. Darüber zankten sie auch, darum hieß er ihn Sitna. 26:22 Da machte er sich von
dannen und grub einen andern Brunnen. Darüber zankten sie sich nicht; darum
hieß er ihn Rehoboth und sprach: Nun hat uns der HERR Raum gemacht und uns
wachsen lassen im Lande. 26:23 Darnach zog er von
dannen gen Beer-Seba. 26:24 Und der HERR erschien
ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin deines Vaters Abrahams Gott. Fürchte
dich nicht; denn ich bin mit dir und will dich segnen und deinen Samen mehren
um meines Knechtes Abraham willen. 26:25 Da baute er einen
Altar daselbst und predigte von dem Namen des HERRN und richtete daselbst seine
Hütte auf, und seine Knechte gruben daselbst einen Brunnen. 26:26 Und Abimelech ging zu
ihm von Gerar, und Ahussat, sein Freund, und Phichol, sein Feldhauptmann. 26:27 Aber Isaak sprach zu ihnen:
Warum kommt ihr zu mir? Haßt ihr mich doch und habt mich von euch getrieben. 26:28 Sie sprachen: Wir
sehen mit sehenden Augen, daß der HERR mit dir ist. Darum sprachen wir: Es soll
ein Eid zwischen uns und dir sein, und wir wollen einen Bund mit dir machen, 26:29 daß du uns keinen
Schaden tust, gleichwie wir dir nichts denn alles Gute getan haben und dich mit
Frieden haben ziehen lassen. Du aber bist nun der Gesegnete des HERRN. 26:30 Da machte er ihnen ein
Mahl, und sie aßen und tranken. 26:31 Und des Morgens früh
standen sie auf und schwur einer dem andern; und Isaak ließ sie gehen, und sie
zogen von ihm mit Frieden. 26:32 Desselben Tages aber
kamen Isaaks Knechte und sagten ihm an von dem Brunnen, den sie gegraben
hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden. 26:33 Und er nannte ihn
Seba; daher heißt die Stadt Beer-Seba bis auf den heutigen Tag. 26:34 Da Esau vierzig Jahre
alt war, nahm er zum Weibe Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und
Basmath, die Tochter Elons, des Hethiters. 26:35 Die machten beide
Isaak und Rebekka eitel Herzeleid. 1 Mose 27 27:1 Und es begab sich, da
Isaak alt war geworden und seine Augen dunkel wurden zu sehen, rief er Esau,
seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier
bin ich. 27:2 Und er sprach: Siehe,
ich bin alt geworden und weiß nicht, wann ich sterben soll. 27:3 So nimm nun dein
Geräte, Köcher und Bogen, und geh aufs Feld und fange mir ein Wildbret 27:4 und mache mir ein
Essen, wie ich's gern habe, und bringe mir's herein, daß ich esse, daß dich
meine Seele segne, ehe ich sterbe. 27:5 Rebekka aber hörte
solche Worte, die Isaak zu seinem Sohn Esau sagte. Und Esau ging hin aufs Feld,
daß er ein Wildbret jagte und heimbrächte. 27:6 Da sprach Rebekka zu
Jakob, ihrem Sohn: Siehe, ich habe gehört deinen Vater reden mit Esau, deinem
Bruder, und sagen: 27:7 Bringe mir ein Wildbret
und mache mir ein Essen, daß ich esse und dich segne vor dem HERRN, ehe ich
sterbe. 27:8 So höre nun, mein Sohn,
meine Stimme, was ich dich heiße. 27:9 Gehe hin zur Herde und
hole mir zwei gute Böcklein, daß ich deinem Vater ein Essen davon mache, wie
er's gerne hat. 27:10 Das sollst du deinem
Vater hineintragen, daß er esse, auf daß er dich segne vor seinem Tode. 27:11 Jakob aber sprach zu
seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau ist rauh, und ich glatt; 27:12 so möchte vielleicht
mein Vater mich betasten, und ich würde vor ihm geachtet, als ob ich ihn
betrügen wollte, und brächte über mich einen Fluch und nicht einen Segen. 27:13 Da sprach seine Mutter
zu ihm: Der Fluch sei auf mir, mein Sohn; gehorche nur meiner Stimme, gehe und
hole mir. 27:14 Da ging er hin und
holte und brachte es seiner Mutter. Da machte seine Mutter ein Essen, wie es
sein Vater gern hatte, 27:15 und nahm Esaus, ihres
älteren Sohnes, köstliche Kleider, die sie bei sich im Hause hatte, und zog sie
Jakob an, ihrem jüngeren Sohn; 27:16 aber die Felle von den
Böcklein tat sie um seine Hände, und wo er glatt war am Halse, 27:17 und gab also das Essen
mit Brot, wie sie es gemacht hatte, in Jakobs Hand, ihres Sohnes. 27:18 Und er ging hinein zu
seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich. Wer bist du,
mein Sohn? 27:19 Jakob sprach zu seinem
Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn; ich habe getan, wie du mir gesagt
hast. Steh auf, setze dich und iß von meinem Wildbret, auf daß mich deine Seele
segne. 27:20 Isaak aber sprach zu
seinem Sohn: Mein Sohn, wie hast du so bald gefunden? Er antwortete: Der HERR,
dein Gott, bescherte mir's. 27:21 Da sprach Isaak zu Jakob:
Tritt herzu, mein Sohn, daß ich dich betaste, ob du mein Sohn Esau seiest oder
nicht. 27:22 Also trat Jakob zu
seinem Vater Isaak; und da er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist
Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände. 27:23 Und er kannte ihn
nicht; denn seine Hände waren rauh wie Esaus, seines Bruders, Hände. Und er
segnete ihn 27:24 und sprach zu ihm:
Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin's. 27:25 Da sprach er: So
bringe mir her, mein Sohn, zu essen von deinem Wildbret, daß dich meine Seele
segne. Da brachte er's ihm, und er aß, und trug ihm auch Wein hinein, und er
trank. 27:26 Und Isaak, sein Vater,
sprach zu ihm: Komm her und küsse mich, mein Sohn. 27:27 Er trat hinzu und
küßte ihn. Da roch er den Geruch seiner Kleider und segnete ihn und sprach:
Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie ein Geruch des Feldes, das der HERR
gesegnet hat. 27:28 Gott gebe dir vom Tau
des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und Korn und Wein die Fülle. 27:29 Völker müssen dir
dienen, und Leute müssen dir zu Fuße fallen. Sei ein Herr über deine Brüder,
und deiner Mutter Kinder müssen dir zu Fuße fallen. Verflucht sei, wer dir
flucht; gesegnet sei, wer dich segnet. 27:30 Als nun Isaak
vollendet hatte den Segen über Jakob, und Jakob kaum hinausgegangen war von
seinem Vater Isaak, da kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd 27:31 und machte auch ein
Essen und trug's hinein zu seinem Vater und sprach zu ihm: Steh auf, mein
Vater, und iß von dem Wildbret deines Sohnes, daß mich deine Seele segne. 27:32 Da antwortete ihm
Isaak, sein Vater: Wer bist du? Er sprach: Ich bin Esau, dein erstgeborener
Sohn. 27:33 Da entsetzte sich
Isaak über die Maßen sehr und sprach: Wer ist denn der Jäger, der mir gebracht
hat, und ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und habe ihn gesegnet? Er
wird auch gesegnet bleiben. 27:34 Als Esau diese Rede
seines Vaters hörte, schrie er laut und ward über die Maßen sehr betrübt und
sprach zu seinem Vater: Segne mich auch, mein Vater! 27:35 Er aber sprach: Dein
Bruder ist gekommen mit List und hat deinen Segen hinweg. 27:36 Da sprach er: Er heißt
wohl Jakob; denn er hat mich nun zweimal überlistet. Meine Erstgeburt hat er
dahin; und siehe, nun nimmt er auch meinen Segen. Und sprach: Hast du mir denn
keinen Segen vorbehalten? 27:37 Isaak antwortete und
sprach zu ihm: Ich habe ihn zu Herrn über dich gesetzt, und alle seine Brüder
habe ich ihm zu Knechten gemacht, mit Korn und Wein habe ich ihn versehen; was
soll ich doch dir nun tun, mein Sohn? 27:38 Esau sprach zu seinem
Vater: Hast du denn nur einen Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater!
und hob auf seine Stimme und weinte. 27:39 Da antwortete Isaak,
sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe da, du wirst eine Wohnung haben ohne
Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels von obenher. 27:40 Von deinem Schwerte
wirst du dich nähren und deinem Bruder dienen. Und es wird geschehen, daß du
auch ein Herr sein und sein Joch von deinem Halse reißen wirst. 27:41 Und Esau war Jakob
gram um des Segens willen, mit dem ihn sein Vater gesegnet hatte, und sprach in
seinem Herzen: Es wird die Zeit bald kommen, da man um meinen Vater Leid tragen
muß; dann will ich meinen Bruder Jakob erwürgen. 27:42 Da wurden Rebekka
angesagt diese Worte ihres älteren Sohnes Esau; und sie schickte hin und ließ Jakob,
ihren jüngeren Sohn, rufen und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau droht
dir, daß er dich erwürgen will. 27:43 Und nun höre meine
Stimme, mein Sohn: Mache dich auf und fliehe zu meinem Bruder Laban gen Haran 27:44 und bleib eine Weile
bei ihm, bis sich der Grimm deines Bruders legt 27:45 und bis sich sein Zorn
wider dich von dir wendet und er vergißt, was du an ihm getan hast; so will ich
darnach schicken und dich von dannen holen lassen. Warum sollte ich euer beider
beraubt werden auf einen Tag? 27:46 Und Rebekka sprach zu
Isaak: Mich verdrießt, zu leben vor den Töchter Heth. Wo Jakob ein Weib nimmt
von den Töchter Heth wie diese, von den Töchtern des Landes, was soll mir das
Leben? 1 Mose 28 28:1 Da rief Isaak seinen
Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm nicht ein Weib
von den Töchtern Kanaans; 28:2 sondern mache dich auf
und ziehe nach Mesopotamien zum Hause Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und
nimm dir ein Weib daselbst von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter. 28:3 Aber der allmächtige
Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du werdest ein
Haufe Völker, 28:4 und gebe dir den Segen
Abrahams, dir und deinem Samen mit dir, daß du besitzest das Land, darin du ein
Fremdling bist, das Gott Abraham gegeben hat. 28:5 Also fertigte Isaak den
Jakob ab, daß er nach Mesopotamien zog zu Laban, Bethuels Sohn, in Syrien, dem
Bruder Rebekkas, seiner und Esaus Mutter. 28:6 Als nun Esau sah, daß
Isaak Jakob gesegnet hatte und abgefertigt nach Mesopotamien, daß er daselbst
ein Weib nähme, und daß er, indem er ihn segnete, ihm gebot und sprach: Du
sollst nicht ein Weib nehmen von den Töchtern Kanaans, 28:7 und daß Jakob seinem
Vater und seiner Mutter gehorchte und nach Mesopotamien zog, 28:8 sah auch, daß Isaak,
sein Vater, nicht gerne sah die Töchter Kanaans: 28:9 ging er hin zu Ismael
und nahm zu den Weibern, die er zuvor hatte, Mahalath, die Tochter Ismaels, des
Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths, zum Weibe. 28:10 Aber Jakob zog aus von
Beer-Seba und reiste gen Haran 28:11 und kam an einen Ort,
da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen
Stein des Orts und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort
schlafen. 28:12 Und ihm träumte; und
siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel,
und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder; 28:13 und der HERR stand
obendarauf und sprach: Ich bin der HERR, Abrahams, deines Vaters, Gott und
Isaaks Gott; das Land darauf du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. 28:14 Und dein Same soll
werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend,
Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deinen Samen sollen alle
Geschlechter auf Erden gesegnet werden. 28:15 Und siehe, ich bin mit
dir und will dich behüten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in
dies Land. Denn ich will dich nicht lassen, bis daß ich tue alles, was ich dir
geredet habe. 28:16 Da nun Jakob von
seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewiß ist der HERR an diesem Ort, und ich
wußte es nicht; 28:17 und fürchtete sich und
sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus,
und hier ist die Pforte des Himmels. 28:18 Und Jakob stand des
Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und
richtete ihn auf zu einem Mal und goß Öl obendarauf 28:19 und hieß die Stätte
Beth-El; zuvor aber hieß die Stadt Lus. 28:20 Und Jakob tat ein
Gelübde und sprach: So Gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem Wege,
den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen 28:21 und mich in Frieden
wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein; 28:22 und dieser Stein, den
ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem,
was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben. 1 Mose 29 29:1 Da hob Jakob seine Füße
auf und ging in das Land, das gegen Morgen liegt, 29:2 und sah sich um, und
siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde, und siehe, drei Herden Schafe lagen
dabei; denn von dem Brunnen pflegten sie die Herden zu tränken, und ein großer
Stein lag vor dem Loch des Brunnens. 29:3 Und sie pflegten die
Herden alle daselbst zu versammeln und den Stein von dem Brunnenloch zu wälzen
und die Schafe zu tränken und taten alsdann den Stein wieder vor das Loch an
seine Stätte. 29:4 Und Jakob sprach zu
ihnen: Liebe Brüder, wo seid ihr her? Sie antworteten: Wir sind von Haran. 29:5 Er sprach zu ihnen:
Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors? Sie antworteten: Wir kennen ihn wohl. 29:6 Er sprach: Geht es ihm
auch wohl? Sie antworteten: Es geht ihm wohl; und siehe, da kommt seine Tochter
Rahel mit den Schafen. 29:7 Er sprach: Es ist noch
hoher Tag und ist noch nicht Zeit das Vieh einzutreiben; tränkt doch die Schafe
und geht hin und weidet sie. 29:8 Sie antworteten: Wir
können nicht, bis daß alle Herden zusammengebracht werden und wir den Stein von
des Brunnens Loch wälzen und also die Schafe tränken. 29:9 Als er noch mit ihnen
redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie hütete die Schafe. 29:10 Da aber Jakob sah
Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans,
des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu und wälzte den Stein von dem Loch des
Brunnens und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter. 29:11 Und er küßte Rahel und
weinte laut 29:12 und sagte ihr an, daß
er ihres Vaters Bruder wäre und Rebekkas Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem
Vater an. 29:13 Da aber Laban hörte
von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm entgegen und herzte und küßte ihn
und führte ihn in sein Haus. Da erzählte er dem Laban alle diese Sachen. 29:14 Da sprach Laban zu
ihm: Wohlan, du bist mein Bein und mein Fleisch. Und da er einen Monat lang bei
ihm gewesen war, 29:15 sprach Laban zu Jakob:
Wiewohl du mein Bruder bist, solltest du mir darum umsonst dienen? Sage an, was
soll dein Lohn sein? 29:16 Laban aber hatte zwei
Töchter; die ältere hieß Lea und die jüngere Rahel. 29:17 Aber Lea hatte ein
blödes Gesicht, Rahel war hübsch und schön. 29:18 Und Jakob gewann die
Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben Jahre um Rahel, deine jüngere
Tochter, dienen. 29:19 Laban antwortete: Es
ist besser, ich gebe sie dir als einem andern; bleibe bei mir. 29:20 Also diente Jakob um
Rahel sieben Jahre, und sie deuchten ihn, als wären's einzelne Tage, so lieb
hatte er sie. 29:21 Und Jakob sprach zu
Laban: Gib mir nun mein Weib, denn die Zeit ist hier, daß ich zu ihr gehe. 29:22 Da lud Laban alle
Leute des Orts und machte ein Hochzeitsmahl. 29:23 Des Abends aber nahm
er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm; und er ging zu ihr. 29:24 Und Laban gab seiner
Tochter Lea seine Magd Silpa zur Magd. 29:25 Des Morgens aber,
siehe, da war es Lea. Und er sprach zu Laban: Warum hast du mir das getan? Habe
ich dir nicht um Rahel gedient? Warum hast du mich denn betrogen? 29:26 Laban antwortete: Es
ist nicht Sitte in unserm lande, daß man die jüngere ausgebe vor der älteren. 29:27 Halte mit dieser die
Woche aus, so will ich dir diese auch geben um den Dienst, den du bei mir noch
andere sieben Jahre dienen sollst. 29:28 Jakob tat also und
hielt die Woche aus. Da gab ihm Laban Rahel, seine Tochter, zum Weibe 29:29 und gab seiner Tochter
Rahel seine Magd Bilha zur Magd. 29:30 Also ging er auch zu
Rahel ein, und hatte Rahel lieber als Lea; und diente bei ihm fürder die andern
sieben Jahre. 29:31 Da aber der HERR sah,
daß Lea unwert war, machte er sie fruchtbar; Rahel aber war unfruchtbar. 29:32 Und Lea ward schwanger
und gebar einen Sohn; den hieß sie Ruben, und sprach: Der HERR hat angesehen
mein Elend; nun wird mich mein Mann liebhaben. 29:33 Und ward abermals
schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der HERR hat gehört, daß ich unwert
bin, und hat mir diesen auch gegeben. Und sie hieß ihn Simeon. 29:34 Abermals ward sie
schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun wird mein Mann mir doch zugetan
sein, denn ich habe ihm drei Söhne geboren. Darum hieß sie ihn Levi. 29:35 Zum vierten ward sie
schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun will ich dem HERRN danken. Darum
hieß sie ihn Juda. Und hörte auf, Kinder zu gebären. 1 Mose 30 30:1 Da Rahel sah, daß sie
dem Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob:
Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe ich. 30:2 Jakob aber ward sehr
zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht Gott, der dir deines Leibes
Frucht nicht geben will. 30:3 Sie aber sprach: Siehe,
da ist meine Magd Bilha; gehe zu ihr, daß sie auf meinen Schoß gebäre und ich
doch durch sie aufgebaut werde. 30:4 Und sie gab ihm also
Bilha, ihre Magd, zum Weibe, und Jakob ging zu ihr. 30:5 Also ward Bilha
schwanger und gebar Jakob einen Sohn. 30:6 Da sprach Rahel: Gott
hat meine Sache gerichtet und meine Stimme erhört und mir einen Sohn gegeben.
Darum hieß sie ihn Dan. 30:7 Abermals ward Bilha,
Rahels Magd, schwanger und gebar Jakob den andern Sohn. 30:8 Da sprach Rahel: Gott
hat es gewandt mit mir und meiner Schwester, und ich werde es ihr zuvortun. Und
hieß ihn Naphthali. 30:9 Da nun Lea sah, daß sie
aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zum
Weibe. 30:10 Also gebar Silpa, Leas
Magd, Jakob einen Sohn. 30:11 Da sprach Lea: Rüstig!
Und hieß ihn Gad. 30:12 Darnach gebar Silpa,
Leas Magd, Jakob den andern Sohn. 30:13 Da sprach Lea: Wohl
mir! denn mich werden selig preisen die Töchter. Und hieß ihn Asser. 30:14 Ruben ging aus zur
Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie heim
seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib mir von den Liebesäpfeln deines
Sohnes einen Teil. 30:15 Sie antwortete: Hast
du nicht genug, daß du mir meinen Mann genommen hast, und willst auch die
Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Rahel sprach: Wohlan, laß ihn diese Nacht bei
dir schlafen um die Liebesäpfel deines Sohnes. 30:16 Da nun Jakob des
Abends vom Felde kam, ging ihm Lea hinaus entgegen und sprach: Zu mir sollst du
kommen; denn ich habe dich erkauft um die Liebesäpfel meines Sohnes. Und er
schlief die Nacht bei ihr. 30:17 Und Gott erhörte Lea,
und sie ward schwanger und gebar Jakob den fünften Sohn 30:18 und sprach Gott hat
mir gelohnt, daß ich meine Magd meinem Manne gegeben habe. Und hieß ihn
Isaschar. 30:19 Abermals ward Lea
schwanger und gebar Jakob den sechsten Sohn, 30:20 und sprach: Gott hat
mich wohl beraten; nun wird mein Mann doch bei mir wohnen, denn ich habe ihm
sechs Söhne geboren. Und hieß ihn Sebulon. 30:21 Darnach gebar sie eine
Tochter, die hieß sie Dina. 30:22 Gott gedachte aber an
Rahel und erhörte sie und machte sie fruchtbar. 30:23 Da ward sie schwanger
und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat meine Schmach von mir genommen. 30:24 Und hieß ihn Joseph
und sprach: Der HERR wolle mir noch einen Sohn dazugeben! 30:25 Da nun Rahel den
Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Laß mich ziehen und reisen an
meinen Ort in mein Land. 30:26 Gib mir meine Weiber
und meine Kinder um die ich dir gedient habe, daß ich ziehe; denn du weißt, wie
ich dir gedient habe. 30:27 Laban sprach zu ihm:
Laß mich Gnade vor deinen Augen finden. Ich spüre, daß mich der HERR segnet um
deinetwillen; 30:28 bestimme den Lohn, den
ich dir geben soll. 30:29 Er aber sprach zu ihm:
Du weißt, wie ich dir gedient habe und was du für Vieh hast unter mir. 30:30 Du hattest wenig, ehe
ich her kam, nun aber ist's ausgebreitet in die Menge, und der HERR hat dich
gesegnet durch meinen Fuß. Und nun, wann soll ich auch mein Haus versorgen? 30:31 Er aber sprach: Was
soll ich dir denn geben? Jakob sprach: Du sollst mir nichts geben; sondern so
du mir tun willst, was ich sage, so will ich wiederum weiden und hüten deine
Schafe. 30:32 Ich will heute durch
alle deine Herden gehen und aussondern alle gefleckten und bunten Schafe und
alle schwarzen Schafe und die bunten und gefleckten Ziegen. Was nun bunt und
gefleckt fallen wird, das soll mein Lohn sein. 30:33 So wird meine
Gerechtigkeit zeugen heute oder morgen, wenn es kommt, daß ich meinen Lohn von
dir nehmen soll; also daß, was nicht gefleckt oder bunt unter den Ziegen und
nicht schwarz sein wird unter den Lämmern, das sei ein Diebstahl bei mir. 30:34 Da sprach Laban: Siehe
da, es sei, wie du gesagt hast. 30:35 Und sonderte des Tages
die sprenkligen und bunten Böcke und alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur
was Weißes daran war, und alles, was schwarz war unter den Lämmern, und tat's
unter die Hand seiner Kinder 30:36 und machte Raum drei
Tagereisen weit zwischen sich und Jakob. Also weidete Jakob die übrigen Herden
Labans. 30:37 Jakob aber nahm Stäbe
von grünen Pappelbäumen, Haseln und Kastanien und schälte weiße Streifen daran,
daß an den Stäben das Weiß bloß ward, 30:38 und legte die Stäbe,
die er geschält hatte, in die Tränkrinnen vor die Herden, die kommen mußten, zu
trinken, daß sie da empfangen sollten, wenn sie zu trinken kämen. 30:39 Also empfingen die
Herden über den Stäben und brachten Sprenklinge, Gefleckte und Bunte. 30:40 Da schied Jakob die
Lämmer und richtete die Herde mit dem Angesicht gegen die Gefleckten und
Schwarzen in der Herde Labans und machte sich eine eigene Herde, die tat er
nicht zu der Herde Labans. 30:41 Wenn aber der Lauf der
Frühling-Herde war, legte er die Stäbe in die Rinnen vor die Augen der Herde,
daß sie über den Stäben empfingen; 30:42 aber in der Spätlinge
Lauf legte er sie nicht hinein. Also wurden die Spätlinge des Laban, aber die
Frühlinge des Jakob. 30:43 Daher ward der Mann
über die Maßen reich, daß er viele Schafe, Mägde und Knechte, Kamele und Esel
hatte. 1 Mose 31 31:1 Und es kamen vor ihn
die Reden der Kinder Labans, daß sie sprachen: Jakob hat alles Gut unsers
Vaters an sich gebracht, und von unsers Vaters Gut hat er solchen Reichtum
zuwege gebracht. 31:2 Und Jakob sah an das
Angesicht Labans; und siehe, es war nicht gegen ihn wie gestern und ehegestern. 31:3 Und der HERR sprach zu
Jakob: Ziehe wieder in deiner Väter Land und zu deiner Freundschaft; ich will
mit dir sein. 31:4 Da sandte Jakob hin und
ließ rufen Rahel und Lea aufs Feld zu seiner Herde 31:5 und sprach zu ihnen:
Ich sehe eures Vaters Angesicht, daß es nicht gegen mich ist wie gestern und
ehegestern; aber der Gott meines Vaters ist mit mir gewesen. 31:6 Und ihr wißt, daß ich
aus allen meinen Kräften eurem Vater gedient habe. 31:7 Und er hat mich
getäuscht und nun zehnmal meinen Lohn verändert; aber Gott hat ihm nicht
gestattet, daß er mir Schaden täte. 31:8 Wenn er sprach: Die
Bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde Bunte. Wenn er aber
sprach: Die Sprenkligen sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde
Sprenklinge. 31:9 Also hat Gott die Güter
eures Vaters ihm entwandt und mir gegeben. 31:10 Denn wenn die Zeit des
Laufs kam, hob ich meine Augen auf und sah im Traum, und siehe, die Böcke, die
auf die Herde sprangen, waren sprenklig, gefleckt und bunt. 31:11 Und der Engel Gottes
sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich antwortete: Hier bin ich. 31:12 Er aber sprach: Hebe
deine Augen, und siehe, alle Böcke, die auf die Herde springen, sind sprenklig,
gefleckt und bunt; denn ich habe alles gesehen, was dir Laban tut. 31:13 Ich bin der Gott zu
Beth-El, da du den Stein gesalbt hast und mir daselbst ein Gelübde getan. Nun
mache dich auf und zieh aus diesem Land und zieh wieder in das Land deiner
Freundschaft. 31:14 Da antworteten Rahel
und Lea und sprachen zu ihm: Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in unsers
Vaters Hause. 31:15 Hat er uns doch
gehalten wie die Fremden; denn er hat uns verkauft und unsern Lohn verzehrt; 31:16 darum hat Gott unserm
Vater entwandt seinen Reichtum zu uns und unsern Kindern. Alles nun, was Gott
dir gesagt hat, das tue. 31:17 Also machte sich Jakob
auf und lud seine Kinder und Weiber auf Kamele 31:18 und führte weg all
sein Vieh und alle seine Habe, die er zu Mesopotamien erworben hatte, daß er
käme zu Isaak, seinem Vater, ins Land Kanaan. 31:19 (Laban aber war
gegangen sein Herde zu scheren.) Und Rahel stahl ihres Vaters Götzen. 31:20 Also täuschte Jakob
den Laban zu Syrien damit, daß er ihm nicht ansagte, daß er floh. 31:21 Also floh er und
alles, was sein war, machte sich auf und fuhr über den Strom und richtete sich
nach dem Berge Gilead. 31:22 Am dritten Tage ward
Laban angesagt, daß Jakob geflohen wäre. 31:23 Und er nahm seine
Brüder zu sich und jagte ihm nach sieben Tagereisen und ereilte ihn auf dem
Berge Gilead. 31:24 Aber Gott kam zu
Laban, dem Syrer, im Traum des Nachts und sprach zu ihm: Hüte dich, daß du mit
Jakob nicht anders redest als freundlich. 31:25 Und Laban nahte zu
Jakob. Jakob aber hatte seine Hütte aufgeschlagen auf dem Berge; und Laban mit
seinen Brüdern schlug seine Hütte auch auf auf dem Berge Gilead. 31:26 Da sprach Laban zu
Jakob: Was hast du getan, daß du mich getäuscht hast und hast meine Töchter
entführt, als wenn sie durchs Schwert gefangen wären? 31:27 Warum bist du heimlich
geflohen und hast dich weggestohlen und hast mir's nicht angesagt, daß ich dich
hätte geleitet mit Freuden, mit Singen mit Pauken und Harfen? 31:28 Und hast mich nicht
lassen meine Kinder und Töchter küssen? Nun, du hast töricht getan. 31:29 Und ich hätte wohl so
viel Macht, daß ich euch könnte Übles tun; aber eures Vaters Gott hat gestern
zu mir gesagt: Hüte dich, daß du mit Jakob nicht anders als freundlich redest. 31:30 Und weil du denn ja
wolltest ziehen und sehntest dich so sehr nach deines Vaters Hause, warum hast
du mir meine Götter gestohlen? 31:31 Jakob antwortete und
sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte, du würdest deine Töchter von
mir reißen. 31:32 Bei welchem du aber
deine Götter findest, der sterbe hier vor unsern Brüdern. Suche das Deine bei
mir und nimm's hin. Jakob wußte aber nicht, daß sie Rahel gestohlen hatte. 31:33 Da ging Laban in die
Hütten Jakobs und Leas und der beiden Mägde, und fand nichts; und ging aus der
Hütte Leas in die Hütte Rahels. 31:34 Da nahm Rahel die
Götzen und legte sie unter den Kamelsattel und setzte sich darauf. Laban aber
betastete die ganze Hütte und fand nichts. 31:35 Da sprach sie zu ihrem
Vater: Mein Herr, zürne mir nicht, denn ich kann nicht aufstehen vor dir, denn
es geht mir nach der Frauen Weise. Also fand er die Götzen nicht, wie sehr er
suchte. 31:36 Und Jakob ward zornig
und schalt Laban und sprach zu ihm: Was habe ich mißgehandelt oder gesündigt,
daß du so auf mich erhitzt bist? 31:37 Du hast allen meinen
Hausrat betastet. Was hast du von meinem Hausrat gefunden? Lege das dar vor
meinen und deinen Brüdern, daß sie zwischen uns beiden richten. 31:38 Diese zwanzig Jahre
bin ich bei dir gewesen, deine Schafe und Ziegen sind nicht unfruchtbar
gewesen; die Widder deiner Herde habe ich nie gegessen; 31:39 was die Tiere
zerrissen, brachte ich dir nicht, ich mußte es bezahlen; du fordertest es von
meiner Hand, es mochte mir des Tages oder des Nachts gestohlen sein. 31:40 Des Tages
verschmachtete ich vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kam kein Schlaf in
meine Augen. 31:41 Also habe ich diese
zwanzig Jahre in deinem Hause gedient, vierzehn um deine Töchter und sechs um
deine Herde, und du hast mir meinen Lohn zehnmal verändert. 31:42 Wo nicht der Gott
meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Isaaks, auf meiner Seite
gewesen wäre, du hättest mich leer lassen ziehen. Aber Gott hat mein Elend und
meine Mühe angesehen und hat dich gestern gestraft. 31:43 Laban antwortete und
sprach zu Jakob: Die Töchter sind meine Töchter, und die Kinder sind meine
Kinder, und die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehst, ist mein.
Was kann ich meinen Töchtern heute oder ihren Kindern tun, die sie geboren
haben? 31:44 So komm nun und laß
uns einen Bund machen, ich und du, der ein Zeugnis sei zwischen mir und dir. 31:45 Da nahm Jakob einen
Stein und richtete ihn auf zu einem Mal. 31:46 und sprach zu seinen
Brüdern: Leset Steine auf! Und sie nahmen Steine und machten einen Haufen und
aßen auf dem Haufen. 31:47 Und Laban hieß ihn
Jegar-Sahadutha; Jakob aber hieß ihn Gilead. 31:48 Da sprach Laban: Der
Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und dir (daher heißt man ihn Gilead) 31:49 und sei eine Warte;
denn er sprach: Der HERR sehe darein zwischen mir und dir, wenn wir voneinander
kommen, 31:50 wo du meine Töchter
bedrückst oder andere Weiber dazunimmst über meine Töchter. Es ist kein Mensch
hier mit uns; siehe aber, Gott ist der Zeuge zwischen mir und dir. 31:51 Und Laban sprach
weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe, und das ist das Mal, das ich
aufgerichtet habe zwischen mir und dir. 31:52 Derselbe Haufe sei
Zeuge, und das Mal sei auch Zeuge, wenn ich herüberfahre zu dir oder du
herüberfährst zu mir über diesen Haufen und dies Mal, zu beschädigen. 31:53 Der Gott Abrahams und
der Gott Nahors, der Gott ihres Vaters sei Richter zwischen uns. 31:54 Und Jakob schwur ihm
bei der Furcht seines Vaters Isaak. Und Jakob opferte auf dem Berge und lud
seine Brüder zum Essen. Und da sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Berge
über Nacht. 31:55 [32:1] Des Morgens
aber stand Laban früh auf, küßte seine Kinder und Töchter und segnete sie und
zog hin und kam wieder an seinen Ort. 1 Mose 32 32:1 [32:2] Jakob aber zog
seinen Weg; und es begegneten ihm die Engel Gottes. 32:2 [32:3] Und da er sie
sah, sprach er: Es sind Gottes Heere; und hieß die Stätte Mahanaim. 32:3 [32:4] Jakob aber
schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land Seir, in die Gegend
Edoms, 32:4 [32:5] und befahl ihnen
und sprach: Also sagt meinem Herrn Esau: Dein Knecht Jakob läßt dir sagen: Ich
bin bis daher bei Laban lange außen gewesen 32:5 [32:6] und habe Rinder
und Esel, Schafe, Knechte und Mägde; und habe ausgesandt, dir, meinem Herrn,
anzusagen, daß ich Gnade vor deinen Augen fände. 32:6 [32:7] Die Boten kamen
wieder zu Jakob und sprachen: Wir kamen zu deinem Bruder Esau; und er zieht dir
auch entgegen mit vierhundert Mann. 32:7 [32:8] Da fürchtete
sich Jakob sehr, und ihm ward bange; und teilte das Volk, das bei ihm war, und
die Schafe und die Rinder und die Kamele in zwei Heere 32:8 [32:9] und sprach: So
Esau kommt auf das eine Heer und schlägt es, so wird das übrige entrinnen. 32:9 [32:10] Weiter sprach
Jakob: Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, HERR, der du zu
mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land und zu deiner Freundschaft, ich will
dir wohltun! 32:10 [32:11] ich bin zu
gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan
hast; denn ich hatte nicht mehr als diesen Stab, da ich über den Jordan ging,
und nun bin ich zwei Heere geworden. 32:11 [32:12] Errette mich
von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus; denn ich fürchte mich vor ihm,
daß er nicht komme und schlage mich, die Mütter samt den Kindern. 32:12 [32:13] Du hast gesagt
ich will dir wohltun und deinen Samen machen wie den Sand am Meer, den man
nicht zählen kann vor der Menge. 32:13 [32:14] Und er blieb
die Nacht da und nahm von dem, das er vor Handen hatte, ein Geschenk für seinen
Bruder Esau: 32:14 [32:15] zweihundert
Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig Widder 32:15 [32:16] und dreißig
säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig Kühe und zehn Farren, zwanzig
Eselinnen mit zehn Füllen, 32:16 [32:17] und tat sie
unter die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders, und sprach zu ihnen:
Gehet vor mir hin und lasset Raum zwischen einer Herde nach der andern; 32:17 [32:18] und gebot dem
ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder Esau begegnet und dich fragt: Wem
gehörst du an, und wo willst du hin, und wes ist's, was du vor dir treibst? 32:18 [32:19] sollst du
sagen: Es gehört deinem Knechte Jakob zu, der sendet Geschenk seinem Herrn Esau
und zieht hinter uns her. 32:19 [32:20] Also gebot er
auch dem andern und dem dritten und allen, die den Herden nachgingen, und
sprach: Wie ich euch gesagt habe, so sagt zu Esau, wenn ihr ihm begegnet; 32:20 [32:21] und sagt ja
auch: Siehe, dein Knecht Jakob ist hinter uns. Denn er gedachte: Ich will ihn
versöhnen mit dem Geschenk, das vor mir her geht; darnach will ich ihn sehen,
vielleicht wird er mich annehmen. 32:21 [32:22] Also ging das
Geschenk vor ihm her, aber er blieb dieselbe Nacht beim Heer 32:22 [32:23] und stand auf
in der Nacht und nahm seine zwei Weiber und die zwei Mägde und seine elf Kinder
und zog an die Furt des Jabbok, 32:23 [32:24] nahm sie und
führte sie über das Wasser, daß hinüberkam, was er hatte, 32:24 [32:25] und blieb
allein. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. 32:25 [32:26] Und da er sah,
daß er ihn nicht übermochte, rührte er das Gelenk seiner Hüfte an; und das
Gelenk der Hüfte Jakobs ward über dem Ringen mit ihm verrenkt. 32:26 [32:27] Und er sprach:
Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber er antwortete: Ich lasse
dich nicht, du segnest mich denn. 32:27 [32:28] Er sprach: Wie
heißt du? Er antwortete: Jakob. 32:28 [32:29] Er sprach: Du
sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit
Menschen gekämpft und bist obgelegen. 32:29 [32:30] Und Jakob
fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst
du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst. 32:30 [32:31] Und Jakob hieß
die Stätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht gesehen, und meine Seele ist
genesen. 32:31 [32:32] Und als er an
Pniel vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte. 32:32 [31:33] Daher essen
die Kinder Israel keine Spannader auf dem Gelenk der Hüfte bis auf den heutigen
Tag, darum daß die Spannader an dem Gelenk der Hüfte Jakobs angerührt ward. 1 Mose 33 33:1 Jakob hob seine Augen
auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit vierhundert Mann. Und er teilte seine
Kinder zu Lea und Rahel und zu den beiden Mägden 33:2 und stellte die Mägde
mit ihren Kindern vornean und Lea mit ihren Kindern hernach und Rahel mit
Joseph zuletzt. 33:3 Und er ging vor ihnen
her und neigte sich siebenmal auf die Erde, bis er zu seinem Bruder kam. 33:4 Esau aber lief ihm
entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küßte ihn; und sie
weinten. 33:5 Und er hob seine Augen
auf und sah die Weiber mit den Kindern und sprach: Wer sind diese bei dir? Er
antwortete: Es sind Kinder, die Gott deinem Knecht beschert hat. 33:6 Und die Mägde traten
herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm. 33:7 Lea trat auch herzu mit
ihren Kindern und neigten sich vor ihm. Darnach trat Joseph und Rahel herzu und
neigten sich auch vor ihm. 33:8 Und er sprach: Was
willst du mit all dem Heere, dem ich begegnet bin? Er antwortete: Daß ich Gnade
fände vor meinem Herrn. 33:9 Esau sprach: Ich habe
genug, mein Bruder; behalte was du hast. 33:10 Jakob antwortete: Ach,
nicht! Habe ich Gnade gefunden vor dir, so nimm mein Geschenk von meiner Hand;
denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht; und laß dir's wohl
gefallen von mir. 33:11 Nimm doch den Segen
von mir an, den ich dir zugebracht habe; denn Gott hat mir's beschert, und ich
habe alles genug. Also nötigte er ihn, daß er's nahm. 33:12 Und er sprach: Laß uns
fortziehen und reisen, ich will mit dir ziehen. 33:13 Er aber sprach zu ihm:
Mein Herr, du erkennest, daß ich zarte Kinder bei mir habe, dazu säugende
Schafe und Kühe; wenn sie einen Tag übertrieben würden, würde mir die ganze
Herde sterben. 33:14 Mein Herr ziehe vor
seinem Knechte hin. Ich will gemächlich hintennach treiben, nach dem das Vieh
und die Kinder gehen können, bis daß ich komme zu meinem Herrn nach Seir. 33:15 Esau sprach: So will
ich doch etliche bei dir lassen vom Volk, das mit mir ist. Er antwortete: Was
ist's vonnöten? Laß mich nur Gnade vor meinem Herrn finden. 33:16 Also zog des Tages
Esau wiederum seines Weges gen Seir. 33:17 Und Jakob zog gen
Sukkoth und baute sich ein Haus und machte seinem Vieh Hütten; daher heißt die
Stätte Sukkoth. 33:18 Darnach zog Jakob mit
Frieden zu der Stadt Sichems, die im Lande Kanaan liegt (nachdem er aus
Mesopotamien gekommen war), und machte sein Lager vor der Stadt 33:19 und kaufte ein Stück
Acker von den Kindern Hemors, des Vaters Sichems, um hundert Groschen; daselbst
richtete er seine Hütte auf. 33:20 Und er richtete
daselbst einen Altar zu und rief an den Namen des starken Gottes Israels. 1 Mose 34 34:1 Dina aber, Leas
Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging heraus, die Töchter des Landes zu
sehen. 34:2 Da die sah Sichem,
Hemors Sohn, des Heviters, der des Landes Herr war, nahm er sie und lag bei ihr
und schwächte sie. 34:3 Und sein Herz hing an
ihr, und er hatte die Dirne lieb und redete freundlich mit ihr. 34:4 Und Sichem sprach zu
seinem Vater Hemor: Nimm mir das Mägdlein zum Weibe. 34:5 Und Jakob erfuhr, daß
seine Tochter Dina geschändet war; und seine Söhne waren mit dem Vieh auf dem
Felde, und Jakob schwieg bis daß sie kamen. 34:6 Da ging Hemor, Sichems
Vater, heraus zu Jakob, mit ihm zu reden. 34:7 Indes kamen die Söhne
Jakobs vom Felde. Und da sie es hörten, verdroß es die Männer, und sie wurden
sehr zornig, daß er eine Torheit an Israel begangen und bei Jakobs Tochter
gelegen hatte, denn so sollte es nicht sein. 34:8 Da redete Hemor mit
ihnen und sprach: Meines Sohnes Sichem Herz sehnt sich nach eurer Tochter; gebt
sie ihm doch zum Weibe. 34:9 Befreundet euch mit uns;
gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsere Töchter 34:10 und wohnt bei uns. Das
Land soll euch offen sein; wohnt und werbet und gewinnet darin. 34:11 Und Sichem sprach zu
ihrem Vater und ihren Brüdern: Laßt uns Gnade bei euch finden; was ihr mir
sagt, das will ich euch geben. 34:12 Fordert nur getrost
von mir Morgengabe und Geschenk, ich will's geben, wie ihr heischt; gebt mir
nur die Dirne zum Weibe. 34:13 Da antworteten Jakobs
Söhne dem Sichem und seinem Vater Hemor betrüglich, darum daß ihre Schwester
Dina geschändet war, 34:14 und sprachen zu ihnen:
Wir können das nicht tun, daß wir unsere Schwester einem unbeschnittenem Mann
geben; denn das wäre uns eine Schande. 34:15 Doch dann wollen wir
euch zu Willen sein, so ihr uns gleich werdet und alles, was männlich unter
euch ist, beschnitten werde; 34:16 dann wollen wir unsere
Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen und bei euch wohnen und ein Volk
sein. 34:17 Wo ihr aber nicht
darein willigen wollt, euch zu beschneiden, so wollen wir unsere Tochter nehmen
und davonziehen. 34:18 Die Rede gefiel Hemor
und seinem Sohn wohl. 34:19 Und der Jüngling
verzog nicht, solches zu tun; denn er hatte Lust zu der Tochter Jakobs. Und er
war herrlich gehalten über alle in seines Vaters Hause. 34:20 Da kamen sie nun, Hemor
und sein Sohn Sichem, unter der Stadt Tor und redeten mit den Bürgern der Stadt
und sprachen: 34:21 Diese Leute sind
friedsam bei uns und wollen im Lande wohnen und werben; so ist nun das Land
weit genug für sie. Wir wollen uns ihre Töchter zu Weibern nehmen und ihnen
unser Töchter geben. 34:22 Aber dann wollen sie
uns zu Willen sein, daß sie bei uns wohnen und ein Volk mit uns werden, wo wir
alles, was männlich unter uns ist, beschneiden, gleich wie sie beschnitten
sind. 34:23 Ihr Vieh und ihre
Güter und alles, was sie haben, wird unser sein, so wir nur ihnen zu Willen
werden, daß sie bei uns wohnen. 34:24 Und sie gehorchten dem
Hemor und Sichem, seinem Sohn, alle, die zu seiner Stadt Tor aus und ein
gingen, und beschnitten alles, was männlich war, das zu dieser Stadt aus und
ein ging. 34:25 Und am dritten Tage,
da sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei Söhne Jakobs, Simeon und Levi, der
Dina Brüder, ein jeglicher sein Schwert und gingen kühn in die Stadt und
erwürgten alles, was männlich war. 34:26 und erwürgten auch
Hemor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des Schwerts und nahmen ihre
Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon. 34:27 Da kamen die Söhne
Jakobs über die erschlagenen und plünderten die Stadt, darum daß sie hatten
ihre Schwester geschändet. 34:28 Und nahmen ihre
Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf dem Felde war 34:29 und alle ihre Habe;
alle Kinder und Weiber nahmen sie gefangen, und plünderten alles, was in den
Häusern war. 34:30 Und Jakob sprach zu
Simeon und Levi: Ihr habt mir Unglück zugerichtet und mich stinkend gemacht vor
den Einwohnern dieses Landes, den Kanaanitern und Pheresitern; und ich bin ein
geringer Haufe. Wenn sie sich nun versammeln über mich, so werden sie mich
schlagen. Also werde ich vertilgt samt meinem Hause. 34:31 Sie antworteten aber:
Sollten sie denn mit unsrer Schwester wie mit einer Hure handeln? 1 Mose 35 35:1 Und Gott sprach zu
Jakob: Mache dich auf und ziehe gen Beth-El und wohne daselbst und mache
daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschien, da du flohest vor deinem
Bruder Esau. 35:2 Da sprach Jakob zu
seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren: Tut von euch fremde Götter, so
unter euch sind, und reinigt euch und ändert eure Kleider 35:3 und laßt uns auf sein
und gen Beth-El ziehen, daß ich daselbst einen Altar mache dem Gott, der mich
erhört hat zur Zeit meiner Trübsal und ist mit mir gewesen auf dem Wege, den
ich gezogen bin. 35:4 Da gaben sie ihm alle
fremden Götter, die unter ihren Händen waren, und ihre Ohrenspangen; und er
vergrub sie unter einer Eiche, die neben Sichem stand. 35:5 Und sie zogen aus. Und
es kam die Furcht Gottes über die Städte, die um sie her lagen, daß sie den
Söhnen Jakobs nicht nachjagten. 35:6 Also kam Jakob gen Lus
im Lande Kanaan, das da Beth-El heißt, samt all dem Volk, das mit ihm war, 35:7 und baute daselbst
einen Altar und hieß die Stätte El-Beth-El, darum daß ihm daselbst Gott
offenbart war, da er floh vor seinem Bruder. 35:8 Da starb Debora, der
Rebekka Amme, und ward begraben unterhalb Beth-El unter der Eiche; die ward
genannt die Klageeiche. 35:9 Und Gott erschien Jakob
abermals, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und segnete ihn 35:10 und sprach zu ihm: Du
heißt Jakob; aber du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel sollst du heißen.
Und also heißt man ihn Israel. 35:11 Und Gott sprach zu
ihm: Ich bin der allmächtige Gott; sei fruchtbar und mehre dich; Völker und
Völkerhaufen sollen von dir kommen, und Könige sollen aus deinen Lenden kommen; 35:12 und das Land, das ich
Abraham und Isaak gegeben habe, will ich dir geben und will's deinem Samen nach
dir geben. 35:13 Also fuhr Gott auf von
ihm von dem Ort, da er mit ihm geredet hatte. 35:14 Jakob aber richtete
ein steinernes Mal auf an dem Ort, da er mit ihm geredet hatte, und goß ein
Trankopfer darauf und begoß es mit Öl. 35:15 Und Jakob hieß den
Ort, da Gott mit ihm geredet hatte, Beth-El. 35:16 Und sie zogen von
Beth-El. Und da noch ein Feld Weges war von Ephrath, da gebar Rahel. 35:17 Und es kam sie hart an
über der Geburt. Da aber die Geburt so schwer ward, sprach die Wehmutter zu
ihr: Fürchte dich nicht, denn diesen Sohn wirst du auch haben. 35:18 Da ihr aber die Seele
ausging, daß sie sterben mußte, hieß sie ihn Ben-Oni; aber sein Vater hieß ihn
Ben-Jamin. 35:19 Also starb Rahel und
ward begraben an dem Wege gen Ephrath, das nun heißt Bethlehem. 35:20 Und Jakob richtete ein
Mal auf über ihrem Grabe; dasselbe ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag. 35:21 Und Israel zog aus und
richtete seine Hütte auf jenseit des Turms Eder. 35:22 Und es begab sich, da
Israel im Lande wohnte, ging Ruben hin und schlief bei Bilha, seines Vaters
Kebsweib; und das kam vor Israel. Es hatte aber Jakob zwölf Söhne. 35:23 Die Söhne Leas waren
diese: Ruben, der erstgeborene Sohn Jakobs, Simeon, Levi, Juda, Isaschar und
Sebulon; 35:24 die Söhne Rahel waren:
Joseph und Benjamin; 35:25 die Söhne Bilhas,
Rahels Magd: Dan und Naphthali; 35:26 die Söhne Silpas, Leas
Magd: Gad und Asser. Das sind die Söhne Jakobs, die ihm geboren sind in
Mesopotamien. 35:27 Und Jakob kam zu
seinem Vater Isaak gen Mamre zu Kirjat-Arba, das da heißt Hebron, darin Abraham
und Isaak Fremdlinge gewesen sind. 35:28 Und Isaak ward
hundertundachtzig Jahre alt 35:29 und nahm ab und starb
und ward versammelt zu seinem Volk, alt und des Lebens satt. Und seine Söhne
Esau und Jakob begruben ihn. 1 Mose 36 36:1 Das ist das Geschlecht
Esaus, der da heißt Edom. 36:2 Esau nahm Weiber von
den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter Elons, des Hethiters, und Oholibama, die
Tochter des Ana, die Enkelin des Zibeons, des Heviters, 36:3 und Basmath, Ismaels
Tochter, Nebajoths Schwester. 36:4 Und Ada gebar dem Esau
Eliphas, aber Basmath gebar Reguel. 36:5 Oholibama gebar Jehus,
Jaelam und Korah. Das sind Esaus Kinder, die ihm geboren sind im Lande Kanaan. 36:6 Und Esau nahm seine
Weiber, Söhne und Töchter und alle Seelen seines Hauses, seine Habe und alles
Vieh mit allen Gütern, so er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in ein
ander Land, hinweg von seinem Bruder Jakob. 36:7 Denn ihre Habe war zu
groß, daß sie nicht konnten beieinander wohnen; und das Land darin sie
Fremdlinge waren, vermochte sie nicht zu ertragen vor der Menge ihres Viehs. 36:8 Also wohnte Esau auf
dem Gebirge Seir. Und Esau ist der Edom. 36:9 Dies ist das Geschlecht
Esaus, von dem die Edomiter herkommen, auf dem Gebirge Seir. 36:10 Und so heißen die
Kinder Esaus: Eliphas, der Sohn Adas, Esaus Weibes; Reguel, der Sohn Basmaths,
Esaus Weibes. 36:11 Des Eliphas Söhne aber
waren diese: Theman, Omar, Zepho, Gaetham und Kenas. 36:12 Und Thimna war ein
Kebsweib des Eliphas, Esaus Sohnes; die gebar ihm Amalek. Das sind die Kinder
von Ada, Esaus Weib. 36:13 Die Kinder aber
Reguels sind diese: Nahath, Serah, Samma, Missa. Das sind die Kinder von
Basmath, Esaus Weib. 36:14 Die Kinder aber von
Oholibama, Esaus Weib, der Tochter des Ana, der Enkelin Zibeons, sind diese,
die sie dem Esau gebar: Jehus, Jaelam und Korah. 36:15 Das sind die Fürsten
unter den Kindern Esaus. Die Kinder des Eliphas, des ersten Sohnes Esaus: der
Fürst Theman, der Fürst Omar, der Fürst Zepho, der Fürst Kenas, 36:16 der Fürst Korah, der
Fürst Gaetham, der Fürst Amalek. Das sind die Fürsten von Eliphas im Lande Edom
und sind Kinder der Ada. 36:17 Und das sind die
Kinder Reguels, Esaus Sohnes: der Fürst Nahath, der Fürst Serah, der Fürst
Samma, der Fürst Missa. Das sind die Fürsten von Reguel im Lande der Edomiter
und sind Kinder von der Basmath, Esaus Weib. 36:18 Das sind die Kinder
Oholibamas, Esaus Weibes: der Fürst Jehus, der Fürst Jaelam, der Fürst Korah.
Das sind die Fürsten von Oholibama, der Tochter des Ana, Esaus Weib. 36:19 Das sind die Kinder
und ihre Fürsten. Er ist der Edom. 36:20 Die Kinder aber von
Seir, dem Horiter, die im Lande wohnten, sind diese: Lotan, Sobal, Zibeon, Ana,
Dison, Ezer und Disan. 36:21 Das sind die Fürsten
der Horiter, Kinder des Seir, im Lande Edom. 36:22 Aber des Lotan Kinder
waren diese: Hori, Heman; und Lotans Schwester hieß Thimna. 36:23 Die Kinder von Sobal
waren diese: Alwan, Manahath, Ebal, Sepho und Onam. 36:24 Die Kinder von Zibeon
waren diese: Aja und Ana. Das ist der Ana, der in der Wüste die warmen Quellen
fand, da er seines Vaters Zibeon Esel hütete. 36:25 Die Kinder aber Anas
waren: Dison und Oholibama, das ist die Tochter Anas. 36:26 Die Kinder Disons
waren: Hemdan, Esban, Jethran und Cheran. 36:27 Die Kinder Ezers
waren: Bilhan, Sawan und Akan. 36:28 Die Kinder Disans
waren: Uz und Aran. 36:29 Dies sind die Fürsten
der Horiter: der Fürst Lotan, der Fürst Sobal, der Fürst Zibeon, der Fürst Ana, 36:30 der Fürst Dison, der
Fürst Ezer, der Fürst Disan. Das sind die Fürsten der Horiter, die regiert
haben im Lande Seir. 36:31 Die Könige aber, die
im Lande Edom regiert haben, ehe denn die Kinder Israel Könige hatten, sind
diese: 36:32 Bela war König in
Edom, ein Sohn Beors, und seine Stadt hieß Dinhaba. 36:33 Und da Bela starb,
ward König an seiner Statt Jobab, ein Sohn Serahs von Bozra. 36:34 Da Jobab starb, ward
an seiner Statt König Husam aus der Themaniter Lande. 36:35 Da Husam starb, ward
König an seiner Statt Hadad, ein Sohn Bedads, der die Midianiter schlug auf der
Moabiter Felde; und seine Stadt hieß Awith. 36:36 Da Hadad starb,
regierte Samla von Masrek. 36:37 Da Samla starb, ward
Saul König, von Rehoboth am Strom. 36:38 Da Saul starb, ward an
seiner Statt König Baal-Hanan, der Sohn Achbors. 36:39 Da Baal-Hanan, Achbors
Sohn, starb, ward an seiner Statt König Hadar; und seine Stadt hieß Pagu, und
sein Weib Mehetabeel, eine Tochter Matreds, die Mesahabs Tochter war. 36:40 Also heißen die
Fürsten von Esau in ihren Geschlechtern, Örtern und Namen: der Fürst Thimna,
der Fürst Alwa, der Fürst Jetheth, 36:41 der Fürst Oholibama,
der Fürst Ela, der Fürst Pinon, 36:42 der Fürst Kenas, der
Fürst Theman, der Fürst Mibzar, 36:43 der Fürst Magdiel, der
Fürst Iram. Das sind die Fürsten in Edom, wie sie gewohnt haben in ihrem
Erblande. Das ist Esau, der Vater der Edomiter. 1 Mose 37 37:1 Jakob aber wohnte im
Lande, darin sein Vater ein Fremdling gewesen war, im Lande Kanaan. 37:2 Und dies sind die
Geschlechter Jakobs: Joseph war siebzehn Jahre alt, da er ein Hirte des Viehs
ward mit seinen Brüdern; und der Knabe war bei den Kinder Bilhas und Silpas,
der Weiber seines Vaters, und brachte vor ihren Vater, wo ein böses Geschrei
wider sie war. 37:3 Israel aber hatte
Joseph lieber als alle seine Kinder, darum daß er ihn im Alter gezeugt hatte;
und machte ihm einen bunten Rock. 37:4 Da nun seine Brüder
sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte als alle seine Brüder, waren sie ihm
feind und konnten ihm kein freundlich Wort zusprechen. 37:5 Dazu hatte Joseph einmal
einen Traum und sagte zu seinen Brüdern davon; da wurden sie ihm noch feinder. 37:6 Denn er sprach zu
ihnen: Höret doch, was mir geträumt hat: 37:7 Mich deuchte, wir
banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf und stand, und
eure Garben umher neigten sich vor meiner Garbe. 37:8 Da sprachen seine
Brüder zu ihm: Solltest du unser König werden und über uns herrschen? und sie
wurden ihm noch feinder um seines Traumes und seiner Rede willen. 37:9 Und er hatte noch einen
andern Traum, den erzählte er seinen Brüdern und sprach: Siehe, ich habe einen
Traum gehabt: Mich deuchte, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich
vor mir. 37:10 Und da das seinem
Vater und seinen Brüdern gesagt ward, strafte ihn sein Vater und sprach zu ihm:
Was ist das für ein Traum, der dir geträumt hat? Soll ich und deine Mutter und
deine Brüder kommen und vor dir niederfallen? 37:11 Und seine Brüder
beneideten ihn. Aber sein Vater behielt diese Worte. 37:12 Da nun seine Brüder
hingingen, zu weiden das Vieh ihres Vaters in Sichem, 37:13 sprach Israel zu
Joseph: Hüten nicht deine Brüder das Vieh in Sichem? Komm, ich will dich zu
ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin ich. 37:14 Und er sprach: Gehe
hin und sieh, ob's wohl stehe um deine Brüder und um das Vieh, und sage mir
wieder Antwort. Und er sandte ihn aus dem Tal Hebron, daß er gen Sichem ginge. 37:15 Da fand ihn ein Mann,
daß er irreging auf dem Felde; der fragte ihn und sprach: Wen suchst du? 37:16 Er antwortete: Ich
suche meine Brüder; sage mir doch an, wo sie hüten. 37:17 Der Mann sprach: Sie
sind von dannen gezogen; denn ich hörte, daß sie sagten: Laßt uns gen Dothan
gehen. Da folgte Joseph seinen Brüdern nach und fand sie zu Dothan. 37:18 Als sie ihn nun sahen
von ferne, ehe er denn nahe zu ihnen kam machten sie einen Anschlag, daß sie
ihn töteten, 37:19 und sprachen
untereinander: Seht, der Träumer kommt daher. 37:20 So kommt nun und laßt
uns ihn erwürgen und in eine Grube werfen und sagen, ein böses Tier habe ihn
gefressen, so wird man sehen, was seine Träume sind. 37:21 Da das Ruben hörte,
wollte er ihn aus ihren Händen erretten, und sprach: Laßt uns ihn nicht töten. 37:22 Und weiter sprach
Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern werft ihn in die Grube, die in der
Wüste ist, und legt die Hand nicht an ihn. Er wollte ihn aber aus ihrer Hand
erretten, daß er ihn seinem Vater wiederbrächte. 37:23 Als nun Joseph zu
seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock, den bunten Rock, aus, den er
anhatte, 37:24 und nahmen ihn und
warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer und kein Wasser darin. 37:25 Und setzten sich
nieder, zu essen. Indes hoben sie ihre Augen auf und sahen einen Haufen
Ismaeliter kommen von Gilead mit ihren Kamelen; die trugen Würze, Balsam und
Myrrhe und zogen hinab nach Ägypten. 37:26 Da sprach Juda zu
seinen Brüdern: Was hilft's uns, daß wir unseren Bruder erwürgen und sein Blut
verbergen? 37:27 Kommt, laßt uns ihn
den Ismaeliten verkaufen, daß sich unsre Hände nicht an ihm vergreifen; denn er
ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut. Und sie gehorchten ihm. 37:28 Und da die Midianiter,
die Kaufleute, vorüberreisten, zogen sie ihn heraus aus der Grube und
verkauften ihn den Ismaeliten um zwanzig Silberlinge; die brachte ihn nach
Ägypten. 37:29 Als nun Ruben wieder
zur Grube kam und fand er Joseph nicht darin, zerriß er sein Kleid 37:30 und kam wieder zu
seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht da! Wo soll ich hin? 37:31 Da nahmen sie Josephs
Rock und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut 37:32 und schickten den
bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Diesen haben wir
gefunden; sieh, ob's deines Sohnes Rock sei oder nicht. 37:33 Er erkannte ihn aber
und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, ein
reißendes Tier hat Joseph zerrissen. 37:34 Und Jakob zerriß sein
Kleider und legte einen Sack um seine Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange
Zeit. 37:35 Und alle seine Söhne
und Töchter traten auf, daß sie ihn trösteten; aber er wollte sich nicht
trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid hinunterfahren in die Grube zu
meinem Sohn. Und sein Vater beweinte ihn. 37:36 Aber die Midianiter
verkauften ihn in Ägypten dem Potiphar, des Pharao Kämmerer und Hauptmann der
Leibwache. 1 Mose 38 38:1 Es begab sich um
dieselbe Zeit, daß Juda hinabzog von seinen Brüdern und tat sich zu einem Mann
von Adullam, der hieß Hira. 38:2 Und Juda sah daselbst
eines Kanaaniter-Mannes Tochter, der hieß Sua, und nahm sie. Und da er zu ihr
einging, 38:3 ward sie schwanger und
gebar einen Sohn, den hieß er Ger. 38:4 Und sie ward abermals
schwanger und gebar einen Sohn, den hieß sie Onan. 38:5 Sie gebar abermals
einen Sohn, den hieß sie Sela; und er war zu Chesib, da sie ihn gebar. 38:6 Und Juda gab seinem
ersten Sohn, Ger, ein Weib, die hieß Thamar. 38:7 Aber Ger war böse vor
dem HERRN; darum tötete ihn der HERR. 38:8 Da sprach Juda zu Onan:
Gehe zu deines Bruders Weib und nimm sie zur Ehe, daß du deinem Bruder Samen
erweckest. 38:9 Aber da Onan wußte, daß
der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib,
ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf daß er seinem Bruder nicht
Samen gäbe. 38:10 Da gefiel dem HERRN
übel, was er tat, und er tötete ihn auch. 38:11 Da sprach Juda zu
seiner Schwiegertochter Thamar: Bleibe eine Witwe in deines Vaters Hause, bis
mein Sohn Sela groß wird. Denn er gedachte, vielleicht möchte er auch sterben
wie seine Brüder. Also ging Thamar hin und blieb in ihres Vaters Hause. 38:12 Da nun viele Tage
verlaufen waren, starb des Sua Tochter, Juda's Weib. Und nachdem Juda
ausgetrauert hatte, ging er hinauf seine Schafe zu scheren, gen Thimnath mit
seinem Freunde Hira von Adullam. 38:13 Da ward der Thamar
angesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf gen Thimnath, seine Schafe zu
scheren. 38:14 Da legte sie die
Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich mit einem Mantel und
verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von Enaim an dem Wege gen Thimnath;
denn sie sah, daß Sela war groß geworden, und sie ward ihm nicht zum Weibe
gegeben. 38:15 Da sie nun Juda sah,
meinte er, sie wäre eine Hure; denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt. 38:16 Und er machte sich zu
ihr am Wege und sprach: Laß mich doch zu dir kommen; denn er wußte nicht, daß
es seine Schwiegertochter wäre. Sie antwortete: Was willst du mir geben, daß du
zu mir kommst? 38:17 Er sprach: Ich will
dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie antwortete: So gib mir ein
Pfand, bis daß du mir's sendest. 38:18 Er sprach: Was willst
du für ein Pfand, das ich dir gebe? Sie antwortete: Deinen Ring und deine
Schnur und deinen Stab, den du in den Händen hast. Da gab er's ihr und kam zu
ihr; und sie ward von ihm schwanger. 38:19 Und sie machte sich
auf und ging hin und zog ihre Witwenkleider wieder an. 38:20 Juda aber sandte den
Ziegenbock durch seinen Freund Adullam, daß er das Pfand wieder holte von dem
Weibe; und er fand sie nicht. 38:21 Da fragte er die
Leute: Wo ist die Hure, die zu Enaim am Wege saß? Sie antworteten: Es ist keine
Hure da gewesen. 38:22 Und er kam wieder zu
Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; dazu sagen die Leute des Orts, es
sei keine Hure da gewesen. 38:23 Juda sprach: Sie mag's
behalten; sie kann uns doch nicht Schande nachsagen, denn ich habe den Bock
gesandt, so hast du sie nicht gefunden. 38:24 Über drei Monate ward
Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Thamar hat gehurt; dazu siehe, ist sie
von der Hurerei schwanger geworden. Juda spricht: Bringt sie hervor, daß sie
verbrannt werde. 38:25 Und da man sie
hervorbrachte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und sprach: Von dem Mann
bin ich schwanger, des dies ist. Und sprach: Kennst du auch, wes dieser Ring
und diese Schnur und dieser Stab ist? 38:26 Juda erkannte es und
sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie nicht gegeben meinen Sohn
Sela. Doch erkannte er sie fürder nicht mehr. 38:27 Und da sie gebären
sollte, wurden Zwillinge in ihrem Leib gefunden. 38:28 Und als sie jetzt
gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter einen roten Faden und
band ihn darum und sprach: Der wird zuerst herauskommen. 38:29 Da aber der seine Hand
wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus; und sie sprach: Warum hast du um
deinetwillen solchen Riß gerissen? Und man hieß ihn Perez. 38:30 Darnach kam sein
Bruder heraus, der den roten Faden um seine Hand hatte. Und man hieß ihn Serah. 1 Mose 39 39:1 Joseph ward hinab nach
Ägypten geführt; und Potiphar, ein ägyptischer Mann, des Pharao Kämmerer und
Hauptmann, kaufte ihn von den Ismaeliten, die ihn hinabbrachten. 39:2 Und der HERR war mit
Joseph, daß er ein glücklicher Mann ward; und er war in seines Herrn, des
Ägypters, Hause. 39:3 Und sein Herr sah, daß
der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat, dazu gab der HERR Glück durch
ihn, 39:4 Also daß er Gnade fand
vor seinem Herrn und sein Diener ward. Der setzte ihn über sein Haus, und
alles, was er hatte, tat er unter seine Hände. 39:5 Und von der Zeit an, da
er ihn über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der HERR des
Ägypters Haus um Josephs willen; und war eitel Segen des HERRN in allem, was er
hatte, zu Hause und auf dem Felde. 39:6 Darum ließ er alles
unter Josephs Händen, was er hatte, und nahm sich keines Dinges an, solange er
ihn hatte, nur daß er aß und trank. Und Joseph war schön und hübsch von
Angesicht. 39:7 Und es begab sich nach
dieser Geschichte, daß seines Herrn Weib ihre Augen auf Joseph warf und sprach:
Schlafe bei mir! 39:8 Er weigerte sich aber
und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr nimmt sich keines Dinges an vor mir, was im
Hause ist, und alles, was er hat, das hat er unter meine Hände getan, 39:9 und hat nichts so
Großes in dem Hause, das er mir verhohlen habe, außer dir, indem du sein Weib
bist. Wie sollte ich denn nun ein solch groß Übel tun und wider Gott sündigen? 39:10 Und sie trieb solche
Worte gegen Joseph täglich. Aber er gehorchte ihr nicht, daß er nahe bei ihr
schliefe noch um sie wäre. 39:11 Es begab sich eines
Tages, daß Joseph in das Haus ging, sein Geschäft zu tun, und war kein Mensch
vom Gesinde des Hauses dabei. 39:12 Und sie erwischte ihn
bei seinem Kleid und sprach: Schlafe bei mir! Aber er ließ das Kleid in ihrer
Hand und floh und lief zum Hause hinaus. 39:13 Da sie nun sah, daß er
sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh, 39:14 rief sie das Gesinde
im Hause und sprach zu ihnen: Sehet, er hat uns den hebräischen Mann
hereingebracht, daß er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein
und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauter Stimme. 39:15 Und da er hörte, daß
ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und lief hinaus. 39:16 Und sie legte sein
Kleid neben sich, bis der Herr heimkam, 39:17 und sagte zu ihm
ebendieselben Worte und sprach: Der hebräische Knecht, den du uns
hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte seinen Mutwillen mit mir
treiben. 39:18 Da ich aber ein
Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus. 39:19 Als sein Herr hörte
die Rede seines Weibes, die sie ihm sagte und sprach: Also hat mir dein Knecht
getan, ward er sehr zornig. 39:20 Da nahm ihn sein Herr
und legte ihn ins Gefängnis, darin des Königs Gefangene lagen; und er lag allda
im Gefängnis. 39:21 Aber der HERR war mit
ihm und neigte seine Huld zu ihm und ließ ihn Gnade finden vor dem Amtmann über
das Gefängnis, 39:22 daß er ihm unter seine
Hand befahl alle Gefangenen im Gefängnis, auf daß alles, was da geschah, durch
ihn geschehen mußte. 39:23 Denn der Amtmann des
Gefängnisses nahm sich keines Dinges an; denn der HERR war mit Joseph, und was
er tat, dazu gab der HERR Glück. 1 Mose 40 40:1 Und es begab sich
darnach, daß sich der Schenke des Königs in Ägypten und der Bäcker versündigten
an ihrem Herrn, dem König von Ägypten. 40:2 Und Pharao ward zornig
über seine beiden Kämmerer, über den Amtmann über die Schenken und über den
Amtmann über die Bäcker, 40:3 und ließ sie setzen in
des Hauptmanns Haus ins Gefängnis, da Joseph lag. 40:4 Und der Hauptmann
setzte Joseph über sie, daß er ihnen diente; und sie saßen etliche Tage im
Gefängnis. 40:5 Und es träumte ihnen
beiden, dem Schenken und dem Bäcker des Königs von Ägypten, in einer Nacht
einem jeglichen ein eigener Traum; und eines jeglichen Traum hatte seine
Bedeutung. 40:6 Da nun des Morgens
Joseph zu ihnen hereinkam und sah, daß sie traurig waren, 40:7 fragte er sie und
sprach: Warum seid ihr heute so traurig? 40:8 Sie antworteten: Es hat
uns geträumt, und wir haben niemand, der es uns auslege. Joseph sprach:
Auslegen gehört Gott zu; doch erzählt mir's. 40:9 Da erzählte der oberste
Schenke seinen Traum Joseph und sprach zu ihm: Mir hat geträumt, daß ein
Weinstock vor mir wäre, 40:10 der hatte drei Reben,
und er grünte, wuchs und blühte, und seine Trauben wurden reif; 40:11 und ich hatte den
Becher Pharaos in meiner Hand und nahm die Beeren und zerdrückte sie in den
Becher und gab den Becher Pharao in die Hand. 40:12 Joseph sprach zu ihm:
Das ist seine Deutung. Drei Reben sind drei Tage. 40:13 Über drei Tage wird
Pharao dein Haupt erheben und dich wieder an dein Amt stellen, daß du ihm den
Becher in die Hand gebest nach der vorigen Weise, da du sein Schenke warst. 40:14 Aber gedenke meiner,
wenn dir's wohl geht, und tue Barmherzigkeit an mir, daß du Pharao erinnerst,
daß er mich aus diesem Hause führe. 40:15 Denn ich bin aus dem
Lande der Hebräer heimlich gestohlen; dazu habe ich auch allhier nichts getan,
daß sie mich eingesetzt haben. 40:16 Da der oberste Bäcker
sah, daß die Deutung gut war, sprach er zu Joseph: Mir hat auch geträumt, ich
trüge drei weiße Körbe auf meinem Haupt 40:17 und im obersten Korbe
allerlei gebackene Speise für den Pharao; und die Vögel aßen aus dem Korbe auf
meinem Haupt. 40:18 Joseph antwortete und
sprach: Das ist seine Deutung. Drei Körbe sind drei Tage; 40:19 und nach drei Tagen
wird dir Pharao dein Haupt erheben und dich an den Galgen hängen, und die Vögel
werden dein Fleisch von dir essen. 40:20 Und es geschah des
dritten Tages, da beging Pharao seinen Jahrestag; und er machte eine Mahlzeit
allen seinen Knechten und erhob das Haupt des obersten Schenken und das Haupt
des obersten Bäckers unter den Knechten, 40:21 und setzte den
obersten Schenken wieder in sein Schenkamt, daß er den Becher reicht in Pharaos
Hand; 40:22 aber den obersten
Bäcker ließ er henken, wie ihnen Joseph gedeutet hatte. 40:23 Aber der oberste
Schenke gedachte nicht an Joseph, sondern vergaß ihn. 1 Mose 41 41:1 Und nach zwei Jahren
hatte Pharao einen Traum, wie er stünde am Nil 41:2 und sähe aus dem Wasser
steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im Grase. 41:3 Nach diesen sah er
andere sieben Kühe aus dem Wasser aufsteigen; die waren häßlich und mager und traten
neben die Kühe an das Ufer am Wasser. 41:4 Und die häßlichen und
mageren fraßen die sieben schönen, fetten Kühe. Da erwachte Pharao. 41:5 Und er schlief wieder
ein, und ihn träumte abermals, und er sah, daß sieben Ähren wuchsen an einem
Halm, voll und dick. 41:6 Darnach sah er sieben
dünnen Ähren aufgehen, die waren vom Ostwind versengt. 41:7 Und die sieben mageren
Ähren verschlangen die sieben dicken und vollen Ähren. Da erwachte Pharao und
merkte, daß es ein Traum war. 41:8 Und da es Morgen ward,
war sein Geist bekümmert; und er schickte aus und ließ rufen alle Wahrsager in
Ägypten und alle Weisen und erzählte ihnen seine Träume. Aber da war keiner,
der sie dem Pharao deuten konnte. 41:9 Da redete der oberste
Schenke zu Pharao und sprach: Ich gedenke heute an meine Sünden. 41:10 Da Pharao zornig ward
über seine Knechte, und mich mit dem obersten Bäcker ins Gefängnis legte in des
Hauptmanns Hause, 41:11 da träumte uns beiden
in einer Nacht, einem jeglichen sein Traum, des Deutung ihn betraf. 41:12 Da war bei uns ein
hebräischer Jüngling, des Hauptmanns Knecht, dem erzählten wir's. Und er
deutete uns unsere Träume, einem jeglichen seinen Traum. 41:13 Und wie er uns
deutete, so ist's ergangen; denn ich bin wieder in mein Amt gesetzt, und jener
ist gehenkt. 41:14 Da sandte Pharao hin
und ließ Joseph rufen; und sie ließen ihn eilend aus dem Gefängnis. Und er ließ
sich scheren und zog andere Kleider an und kam hinein zu Pharao. 41:15 Da sprach Pharao zu
ihm: Mir hat ein Traum geträumt, und ist niemand, der ihn deuten kann; ich habe
aber gehört von dir sagen, wenn du einen Traum hörst, so kannst du ihn deuten. 41:16 Joseph antwortete
Pharao und sprach: Das steht bei mir nicht; Gott wird doch Pharao Gutes
weissagen. 41:17 Pharao sprach zu
Joseph: Mir träumte ich stand am Ufer bei dem Wasser 41:18 und sah aus dem Wasser
steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im Grase. 41:19 Und nach ihnen sah ich
andere sieben, dürre, sehr häßliche und magere Kühe heraussteigen. Ich habe in
ganz Ägyptenland nicht so häßliche gesehen. 41:20 Und die sieben mageren
und häßlichen Kühe fraßen auf die sieben ersten, fetten Kühe. 41:21 Und da sie sie
hineingefressen hatten, merkte man's nicht an ihnen, daß sie die gefressen
hatten, und waren häßlich gleich wie vorhin. Da wachte ich auf. 41:22 Und ich sah abermals
in einen Traum sieben Ähren auf einem Halm wachsen, voll und dick. 41:23 Darnach gingen auf
sieben dürre Ähren, dünn und versengt. 41:24 Und die sieben dünnen
Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren. Und ich habe es den Wahrsagern
gesagt; aber die können's mir nicht deuten. 41:25 Joseph antwortete
Pharao: Beide Träume Pharaos sind einerlei. Gott verkündigt Pharao, was er
vorhat. 41:26 Die sieben schönen
Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren sind auch die sieben Jahre.
Es ist einerlei Traum. 41:27 Die sieben mageren und
häßlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen sind, das sind sieben Jahre; und
die sieben mageren und versengten Ähren sind sieben Jahre teure Zeit. 41:28 Das ist nun, wie ich
gesagt habe zu Pharao, daß Gott Pharao zeigt, was er vorhat. 41:29 Siehe, sieben reiche
Jahre werden kommen in ganz Ägyptenland. 41:30 Und nach denselben
werden sieben Jahre teure Zeit kommen, daß man vergessen wird aller solcher
Fülle in Ägyptenland; und die teure Zeit wird das Land verzehren, 41:31 daß man nichts wissen
wird von der Fülle im Lande vor der teuren Zeit, die hernach kommt; denn sie
wird sehr schwer sein. 41:32 Daß aber dem Pharao
zum andernmal geträumt hat, bedeutet, daß solches Gott gewiß und eilend tun
wird. 41:33 Nun sehe Pharao nach
einem verständigen und weisen Mann, den er über Ägyptenland setze, 41:34 und schaffe, daß er
Amtleute verordne im Lande und nehme den Fünften in Ägyptenland in den sieben
reichen Jahren 41:35 und sammle alle Speise
der guten Jahre, die kommen werden, daß sie Getreide aufschütten in Pharaos
Kornhäuser zum Vorrat in den Städten und es verwahren, 41:36 auf daß man Speise
verordnet finde dem Lande in den sieben teuren Jahren, die über Ägyptenland
kommen werden, daß nicht das Land vor Hunger verderbe. 41:37 Die Rede gefiel Pharao
und allen seinen Knechten wohl. 41:38 Und Pharao sprach zu
seinen Knechten: Wie könnten wir einen solchen Mann finden, in dem der Geist
Gottes sei? 41:39 Und sprach zu Joseph:
Weil dir Gott solches alles hat kundgetan, ist keiner so verständig und weise
wie du. 41:40 Du sollst über mein
Haus sein, und deinem Wort soll all mein Volk gehorsam sein; allein um den
königlichen Stuhl will ich höher sein als du. 41:41 Und weiter sprach
Pharao zu Joseph: Siehe, ich habe dich über ganz Ägyptenland gesetzt. 41:42 Und er tat seinen Ring
von seiner Hand und gab ihn Joseph an seine Hand und kleidete ihn mit
köstlicher Leinwand und hing eine goldene Kette an seinen Hals 41:43 und ließ ihn auf
seinem zweiten Wagen fahren und ließ vor ihm ausrufen: Der ist des Landes
Vater! und setzte ihn über ganz Ägyptenland. 41:44 Und Pharao sprach zu
Joseph: Ich bin Pharao; ohne deinen Willen soll niemand seine Hand und Fuß
regen in ganz Ägyptenland. 41:45 Und nannte ihn den heimlichen
Rat und gab ihm ein Weib, Asnath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On.
Also zog Joseph aus, das Land Ägypten zu besehen. 41:46 Und er war dreißig
Jahre alt, da er vor Pharao stand, dem König in Ägypten; und fuhr aus von
Pharao und zog durch ganz Ägyptenland. 41:47 Und das Land trug in
den sieben reichen Jahren die Fülle; 41:48 und sie sammelten alle
Speise der sieben Jahre, so im Lande Ägypten waren, und taten sie in die
Städte. Was für Speise auf dem Felde einer jeglichen Stadt umher wuchs, das
taten sie hinein. 41:49 Also schüttete Joseph
das Getreide auf, über die Maßen viel wie Sand am Meer, also daß er aufhörte es
zu zählen; denn man konnte es nicht zählen. 41:50 Und Joseph wurden zwei
Söhne geboren, ehe denn die teure Zeit kam, welche ihm gebar Asnath,
Potipheras, des Priesters zu On, Tochter. 41:51 Und er hieß den ersten
Manasse; denn Gott, sprach er, hat mich lassen vergessen alles meines Unglücks
und all meines Vaters Hauses. 41:52 Den andern hieß er
Ephraim; denn Gott, sprach er, hat mich lassen wachsen in dem Lande meines
Elends. 41:53 Da nun die sieben
reichen Jahre um waren in Ägypten, 41:54 da fingen an die
sieben teuren Jahre zu kommen, davon Joseph gesagt hatte. Und es ward eine
Teuerung in allen Landen; aber in ganz Ägyptenland war Brot. 41:55 Da nun das ganze
Ägyptenland auch Hunger litt, schrie das Volk zu Pharao um Brot. Aber Pharao
sprach zu allen Ägyptern: Gehet hin zu Joseph; was euch der sagt, das tut. 41:56 Als nun im ganzen
Lande Teuerung war, tat Joseph allenthalben Kornhäuser auf und verkaufte den
Ägyptern. Denn die Teuerung ward je länger, je größer im Lande. 41:57 Und alle Lande kamen
nach Ägypten, zu kaufen bei Joseph; denn die Teuerung war groß in allen Landen. 1 Mose 42 42:1 Da aber Jakob sah, daß
Getreide in Ägypten feil war, sprach er zu seinen Söhnen: Was sehet ihr euch
lange um? 42:2 Siehe, ich höre, es sei
in Ägypten Getreide feil; zieht hinab und kauft uns Getreide, daß wir leben und
nicht sterben. 42:3 Also zogen hinab zehn
Brüder Josephs, daß sie in Ägypten Getreide kauften. 42:4 Aber den Benjamin,
Josephs Bruder, ließ Jakob nicht mit seinen Brüdern ziehen; denn er sprach: Es
möchte ihm ein Unfall begegnen. 42:5 Also kamen die Kinder
Israels, Getreide zu kaufen, samt anderen, die mit ihnen zogen; denn es war im
Lande Kanaan auch teuer. 42:6 Aber Joseph war der
Regent im Lande und verkaufte Getreide allem Volk im Lande. Da nun seine Brüder
kamen, fielen sie vor ihm nieder zur Erde auf ihr Antlitz. 42:7 Und er sah sie an und
kannte sie und stellte sich fremd gegen sie und redete hart mit ihnen und
sprach zu ihnen: Woher kommt ihr? Sie sprachen: Aus dem Lande Kanaan, Speise zu
kaufen. 42:8 Aber wiewohl er sie
kannte, kannten sie ihn doch nicht. 42:9 Und Joseph gedachte an
die Träume, die ihm von ihnen geträumt hatten, und sprach zu ihnen: Ihr seid
Kundschafter und seid gekommen zu sehen, wo das Land offen ist. 42:10 Sie antworteten ihm:
Nein, mein Herr; deine Knechte sind gekommen Speise zu kaufen. 42:11 Wir sind alle eines
Mannes Söhne; wir sind redlich, und deine Knechte sind nie Kundschafter
gewesen. 42:12 Er sprach zu ihnen:
Nein, sondern ihr seid gekommen, zu ersehen, wo das Land offen ist. 42:13 Sie antworteten ihm:
Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, eines Mannes Söhne im Lande Kanaan, und
der jüngste ist noch bei unserm Vater; aber der eine ist nicht mehr vorhanden. 42:14 Joseph sprach zu
ihnen: Das ist's, was ich euch gesagt habe: Kundschafter seid ihr. 42:15 Daran will ich euch
prüfen; bei dem Leben Pharaos! ihr sollt nicht von dannen kommen, es komme denn
her euer jüngster Bruder. 42:16 Sendet einen unter
euch hin, der euren Bruder hole; ihr aber sollt gefangen sein. Also will ich
prüfen eure Rede, ob ihr mit Wahrheit umgeht oder nicht. Denn wo nicht, so seid
ihr, bei dem Leben Pharaos! Kundschafter. 42:17 Und er ließ sie
beisammen verwahren drei Tage lang. 42:18 Am dritten Tage aber
sprach er zu ihnen: Wollt ihr leben, so tut also; denn ich fürchte Gott. 42:19 Seid ihr redlich, so
laßt eurer Brüder einen gebunden liegen in eurem Gefängnis; ihr aber zieht hin
und bringet heim, was ihr gekauft habt für den Hunger. 42:20 Und bringt euren
jüngsten Bruder zu mir, so will ich euren Worten glauben, daß ihr nicht sterben
müßt. Und sie taten also. 42:21 Sie aber sprachen
untereinander: Das haben wir uns an unserm Bruder verschuldet, daß wir sahen
die Angst seiner Seele, da er uns anflehte, und wir wollten ihn nicht erhören;
darum kommt nun diese Trübsal über uns. 42:22 Ruben antwortete ihnen
und sprach: Sagte ich's euch nicht, da ich sprach: Versündigt euch nicht an dem
Knaben, und ihr wolltet nicht hören? Nun wird sein Blut gefordert. 42:23 Sie wußten aber nicht,
daß es Joseph verstand; denn er redete mit ihnen durch einen Dolmetscher. 42:24 Und er wandte sich von
ihnen und weinte. Da er nun sich wieder zu ihnen wandte und mit ihnen redete,
nahm er aus ihnen Simeon und band ihn vor ihren Augen. 42:25 Und Joseph tat Befehl,
daß man ihre Säcke mit Getreide füllte und ihr Geld wiedergäbe, einem jeglichen
in seinen Sack, dazu auch Zehrung auf den Weg; und man tat ihnen also. 42:26 Und sie luden ihre
Ware auf ihre Esel und zogen von dannen. 42:27 Da aber einer seinen
Sack auftat, daß er seinem Esel Futter gäbe in der Herberge, ward er gewahr
seines Geldes, das oben im Sack lag, 42:28 und sprach zu seinen
Brüdern: Mein Geld ist mir wieder geworden; siehe, in meinem Sack ist es. Da
entfiel ihnen ihr Herz, und sie erschraken untereinander und sprachen: Warum
hat uns Gott das getan? 42:29 Da sie nun heimkamen
zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan, sagten sie ihm alles, was ihnen begegnet
war, und sprachen: 42:30 Der Mann, der im Lande
Herr ist, redete hart mit uns und hielt uns für Kundschafter des Landes. 42:31 Und da wir ihm
antworteten: Wir sind redlich und nie Kundschafter gewesen, 42:32 sondern zwölf Brüder,
unsers Vaters Söhne, einer ist nicht mehr vorhanden, und der jüngste ist noch
bei unserm Vater im Lande Kanaan, 42:33 sprach der Herr des
Landes zu uns: Daran will ich merken, ob ihr redlich seid: Einen eurer Brüder
laßt bei mir, und nehmt die Notdurft für euer Haus und zieht hin, 42:34 und bringt euren
jüngsten Bruder zu mir, so merke ich, daß ihr nicht Kundschafter, sondern
redlich seid; so will ich euch euren Bruder geben, und ihr mögt im Lande
werben. 42:35 Und da sie die Säcke
ausschütteten, fand ein jeglicher sein Bündlein Geld in seinem Sack. Und da sie
sahen, daß es Bündlein ihres Geldes waren, erschraken sie samt ihrem Vater. 42:36 Da sprach Jakob, ihr
Vater, zu ihnen: Ihr beraubt mich meiner Kinder; Joseph ist nicht mehr
vorhanden, Simeon ist nicht mehr vorhanden, Benjamin wollt ihr hinnehmen; es
geht alles über mich. 42:37 Ruben antwortete
seinem Vater und sprach: Wenn ich dir ihn nicht wiederbringe, so erwürge meine
zwei Söhne; gib ihn nur in meine Hand, ich will ihn dir wiederbringen. 42:38 Er sprach: Mein Sohn
soll nicht mit euch hinabziehen, denn sein Bruder ist tot, und er ist allein
übriggeblieben; wenn ihm ein Unfall auf dem Wege begegnete, den ihr reiset,
würdet ihr meine grauen Haare mit Herzeleid in die Grube bringen. 1 Mose 43 43:1 Die Teuerung aber
drückte das Land. 43:2 Und da es verzehrt war,
was sie an Getreide aus Ägypten gebracht hatten, sprach ihr Vater zu ihnen:
Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig Speise. 43:3 Da antwortete ihm Juda
und sprach: Der Mann band uns das hart ein und sprach: Ihr sollt mein Angesicht
nicht sehen, es sei denn euer Bruder mit euch. 43:4 Ist's nun, daß du
unsern Bruder mit uns sendest, so wollen wir hinabziehen und dir zu essen
kaufen. 43:5 Ist's aber, daß du ihn
nicht sendest, so ziehen wir nicht hinab. Denn der Mann hat gesagt zu uns: Ihr
sollt mein Angesicht nicht sehen, euer Bruder sei denn mit euch. 43:6 Israel sprach: Warum
habt ihr so übel an mir getan, daß ihr dem Mann ansagtet, daß ihr noch einen
Bruder habt? 43:7 Sie antworteten: Der
Mann forschte so genau nach uns und unsrer Freundschaft und sprach: Lebt euer
Vater noch? Habt ihr auch noch einen Bruder? Da sagten wir ihm, wie er uns
fragte. Wie konnten wir wissen, daß er sagen würde: Bringt euren Bruder mit
hernieder? 43:8 Da sprach Juda zu
Israel, seinem Vater: Laß den Knaben mit mir ziehen, daß wir uns aufmachen und
reisen, und leben und nicht sterben, wir und du und unsre Kindlein. 43:9 Ich will Bürge für ihn
sein, von meinen Händen sollst du ihn fordern. Wenn ich dir ihn nicht
wiederbringe und vor deine Augen stelle, so will ich mein Leben lang die Schuld
tragen. 43:10 Denn wo wir nicht
hätten verzogen, wären wir schon wohl zweimal wiedergekommen. 43:11 Da sprach Israel, ihr
Vater, zu ihnen: Muß es denn ja also sein, so tut's und nehmt von des Landes besten
Früchten in eure Säcke und bringt dem Manne Geschenke hinab: ein wenig Balsam
und Honig, Würze und Myrrhe, Datteln und Mandeln. 43:12 Nehmt auch anderes
Geld mit euch; und das Geld, das euch oben in euren Säcken wieder geworden ist,
bringt auch wieder mit euch. Vielleicht ist ein Irrtum da geschehen. 43:13 Dazu nehmt euren
Bruder, macht euch auf und kommt wieder zu dem Manne. 43:14 Aber der allmächtige
Gott gebe euch Barmherzigkeit vor dem Manne, daß er euch lasse euren andern
Bruder und Benjamin. Ich aber muß sein wie einer, der seiner Kinder gar beraubt
ist. 43:15 Da nahmen sie diese
Geschenke und das Geld zwiefältig mit sich und Benjamin, machten sich auf,
zogen nach Ägypten und traten vor Joseph. 43:16 Da sah sie Joseph mit
Benjamin und sprach zu seinem Haushalter: Führe diese Männer ins Haus und
schlachte und richte zu; denn sie sollen zu Mittag mit mir essen. 43:17 Und der Mann tat, wie
ihm Joseph gesagt hatte, und führte die Männer in Josephs Haus. 43:18 Sie fürchteten sich
aber, daß sie in Josephs Haus geführt wurden und sprachen: Wir sind
hereingeführt um des Geldes willen, das wir in unsern Säcken das erstemal
wiedergefunden haben, daß er's auf uns bringe und fälle ein Urteil über uns,
damit er uns nehme zu eigenen Knechten samt unsern Eseln. 43:19 Darum traten sie zu
Josephs Haushalter und redeten mit ihm vor der Haustür 43:20 und sprachen: Mein
Herr, wir sind das erstemal herabgezogen Speise zu kaufen, 43:21 und da wir in die
Herberge kamen und unsere Säcke auftaten, siehe, da war eines jeglichen Geld
oben in seinem Sack mit völligem Gewicht; darum haben wir's wieder mit uns
gebracht, 43:22 haben auch anderes
Geld mit uns hergebracht, Speise zu kaufen; wir wissen aber nicht, wer uns
unser Geld in unsre Säcke gesteckt hat. 43:23 Er aber sprach: Gehabt
euch wohl, fürchtet euch nicht. Euer Gott hat euch einen Schatz gegeben in eure
Säcke. Euer Geld ist mir geworden. Und er führte Simeon zu ihnen heraus 43:24 und führte sie in
Josephs Haus, gab ihnen Wasser, daß sie ihre Füße wuschen, und gab ihren Eseln
Futter. 43:25 Sie aber bereiteten
das Geschenk zu, bis das Joseph kam auf den Mittag; denn sie hatten gehört, daß
sie daselbst das Brot essen sollten. 43:26 Da nun Joseph zum
Hause einging, brachten sie ihm ins Haus das Geschenk in ihren Händen und fielen
vor ihm nieder zur Erde. 43:27 Er aber grüßte sie
freundlich und sprach: Geht es eurem Vater, dem Alten, wohl, von dem ihr mir
sagtet? Lebt er noch? 43:28 Sie antworteten: Es
geht deinem Knechte, unserm Vater, wohl, und er lebt noch. Und sie neigten sich
und fielen vor ihm nieder. 43:29 Und er hob seine Augen
auf und sah seinen Bruder Benjamin, seiner Mutter Sohn, und sprach: Ist das
euer jüngster Bruder, von dem ihr mir sagtet? und sprach weiter: Gott sei dir
gnädig, mein Sohn! 43:30 Und Joseph eilte, denn
sein Herz entbrannte ihm gegen seinen Bruder, und suchte, wo er weinte, und
ging in seine Kammer und weinte daselbst. 43:31 Und da er sein
Angesicht gewaschen hatte, ging er heraus und hielt sich fest und sprach: Legt
Brot auf! 43:32 Und man trug ihm
besonders auf und jenen auch besonders und den Ägyptern, die mit ihm aßen auch
besonders. Denn die Ägypter dürfen nicht Brot essen mit den Hebräern, denn es
ist ein Greuel vor ihnen. 43:33 Und man setzte sie ihm
gegenüber, den Erstgeborenen nach seiner Erstgeburt und den Jüngsten nach
seiner Jugend. Des verwunderten sie sich untereinander. 43:34 Und man trug ihnen
Essen vor von seinem Tisch; aber dem Benjamin ward fünfmal mehr denn den
andern. Und sie tranken und wurden fröhlich mit ihm. 1 Mose 44 44:1 Und Joseph befahl
seinem Haushalter und sprach: Fülle den Männern ihre Säcke mit Speise, soviel
sie führen können, lege jeglichem sein Geld oben in seinen Sack; 44:2 und meinen silbernen
Becher lege oben in des Jüngsten Sack mit dem Gelde für das Getreide. Der tat,
wie ihm Joseph gesagt hatte. 44:3 Des Morgens, da es
licht ward, ließen sie die Männer ziehen mit ihren Eseln. 44:4 Da sie aber zur Stadt
hinaus waren und nicht ferne gekommen, sprach Joseph zu seinem Haushalter: Auf
jage den Männern nach! und wenn du sie ereilst, so sprich zu ihnen: Warum habt
ihr Gutes mit Bösem vergolten? 44:5 Ist's nicht das, daraus
mein Herr trinkt und damit er weissagt? Ihr habt übel getan. 44:6 Und als er sie ereilte,
redete er mit ihnen solche Worte. 44:7 Sie antworteten ihm:
Warum redet mein Herr solche Worte? Es sei ferne von deinen Knechten, ein
solches zu tun. 44:8 Siehe, das Geld, das
wir fanden oben in unsern Säcken, haben wir wiedergebracht zu dir aus dem Lande
Kanaan. Und wie sollten wir denn aus deines Herrn Hause gestohlen haben Silber
und Gold? 44:9 Bei welchem er gefunden
wird unter deinen Knechten, der sei des Todes; dazu wollen auch wir meines
Herrn Knechte sein. 44:10 Er sprach: Ja, es sei,
wie ihr geredet habt. Bei welchem er gefunden wird, der sei mein Knecht; ihr
aber sollt ledig sein. 44:11 Und sie eilten, und
ein jeglicher legte seinen Sack ab auf die Erde, und ein jeglicher tat seinen
Sack auf. 44:12 Und er suchte und hob
am Ältesten an bis auf den Jüngsten; da fand sich der Becher in Benjamins Sack. 44:13 Da zerrissen sie ihre
Kleider und belud ein jeglicher seinen Esel und zogen wieder in die Stadt. 44:14 Und Juda ging mit
seinen Brüdern in Josephs Haus, denn er war noch daselbst; und sie fielen vor
ihm nieder auf die Erde. 44:15 Joseph aber sprach zu
ihnen: Wie habt ihr das tun dürfen? Wißt ihr nicht, daß ein solcher Mann, wie
ich, erraten könne? 44:16 Juda sprach: Was
sollen wir sagen meinem Herrn, oder wie sollen wir reden, und womit können wir
uns rechtfertigen? Gott hat die Missetat deiner Knechte gefunden. Siehe da, wir
und der, bei dem der Becher gefunden ist, sind meines Herrn Knechte. 44:17 Er aber sprach: Das
sei ferne von mir, solches zu tun! Der Mann, bei dem der Becher gefunden ist,
soll mein Knecht sein; ihr aber zieht hinauf mit Frieden zu eurem Vater. 44:18 Da trat Juda zu ihm
und sprach: Mein Herr, laß deinen Knecht ein Wort reden vor den Ohren meines
Herrn, und dein Zorn ergrimme nicht über deinen Knecht; denn du bist wie
Pharao. 44:19 Mein Herr fragte seine
Knechte und sprach: Habt ihr auch einen Vater oder Bruder? 44:20 Da antworteten wir:
Wir haben einen Vater, der ist alt, und einen jungen Knaben, in seinem Alter
geboren; und sein Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben von seiner
Mutter, und sein Vater hat ihn lieb. 44:21 Da sprachst du zu
deinen Knechten: Bringet ihn herab zu mir; ich will ihm Gnade erzeigen. 44:22 Wir aber antworteten
meinem Herrn: Der Knabe kann nicht von seinem Vater kommen; wo er von ihm käme,
würde er sterben. 44:23 Da sprachst du zu
deinen Knechten: Wo euer jüngster Bruder nicht mit euch herkommt, sollt ihr
mein Angesicht nicht mehr sehen. 44:24 Da zogen wir hinauf zu
deinem Knecht, unserm Vater, und sagten ihm meines Herrn Rede. 44:25 Da sprach unser Vater:
Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig Speise. 44:26 Wir aber sprachen: wir
können nicht hinabziehen, es sei denn unser jüngster Bruder mit uns, so wollen
wir hinabziehen; denn wir können des Mannes Angesicht nicht sehen, wenn unser
jüngster Bruder nicht mit uns ist. 44:27 Da sprach dein Knecht,
mein Vater, zu uns: Ihr wisset, daß mir mein Weib zwei Söhne geboren hat; 44:28 einer ging hinaus von
mir, und man sagte: Er ist zerrissen; und ich habe ihn nicht gesehen bisher. 44:29 Werdet ihr diesen auch
von mir nehmen und widerfährt ihm ein Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare
mit Jammer hinunter in die Grube bringen. 44:30 Nun, so ich heimkäme
zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe wäre nicht mit uns, an des Seele
seine Seele hanget, 44:31 so wird's geschehen,
wenn er sieht, daß der Knabe nicht da ist, daß er stirbt; so würden wir, deine
Knechte, die grauen Haare deines Knechtes, unsers Vaters, mit Herzeleid in die
Grube bringen. 44:32 Denn ich, dein Knecht,
bin Bürge geworden für den Knaben gegen meinen Vater und sprach: Bringe ich ihn
dir nicht wieder, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen. 44:33 Darum laß deinen
Knecht hier bleiben an des Knaben Statt zum Knecht meines Herrn und den Knaben
mit seinen Brüdern hinaufziehen. 44:34 Denn wie soll ich
hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe nicht mit mir ist? Ich würde den
Jammer sehen müssen, der meinem Vater begegnen würde. 1 Mose 45 45:1 Da konnte sich Joseph
nicht länger enthalten vor allen, die um ihn her standen, und er rief: Laßt
jedermann von mir hinausgehen! Und kein Mensch stand bei ihm, da sich Joseph
seinen Brüdern zu erkennen gab. 45:2 Und er weinte laut, daß
es die Ägypter und das Gesinde des Pharao hörten, 45:3 und sprach zu seinen
Brüdern: Ich bin Joseph. Lebt mein Vater noch? und seine Brüder konnten ihm
nicht antworten, so erschraken sie vor seinem Angesicht. 45:4 Er aber sprach zu
seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir! Und sie traten herzu. Und er sprach:
Ich bin Joseph euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt. 45:5 Und nun bekümmert euch
nicht und denkt nicht, daß ich darum zürne, daß ihr mich hierher verkauft habt;
denn um eures Lebens willen hat mich Gott vor euch her gesandt. 45:6 Denn dies sind zwei
Jahre, daß es teuer im Lande ist; und sind noch fünf Jahre, daß kein Pflügen
und Ernten sein wird. 45:7 Aber Gott hat mich vor
euch her gesandt, daß er euch übrig behalte auf Erden und euer Leben errette
durch eine große Errettung. 45:8 Und nun, ihr habt mich
nicht hergesandt, sondern Gott, der hat mich Pharao zum Vater gesetzt und zum
Herrn über all sein Haus und zum Fürsten in ganz Ägyptenland. 45:9 Eilet nun und zieht
hinauf zu meinem Vater und sagt ihm: Das läßt dir Joseph, dein Sohn, sagen:
Gott hat mich zum Herrn in ganz Ägypten gesetzt; komm herab zu mir, säume
nicht; 45:10 du sollst im Lande
Gosen wohnen und nahe bei mir sein, du und deine Kinder und deine Kindeskinder,
dein kleines und dein großes Vieh und alles, was du hast. 45:11 Ich will dich daselbst
versorgen; denn es sind noch fünf Jahre der Teuerung, auf daß du nicht
verderbest mit deinem Hause und allem, was du hast. 45:12 Siehe, eure Augen
sehen und die Augen meines Bruders Benjamin, daß ich mündlich mit euch rede. 45:13 Verkündigt meinem
Vater alle meine Herrlichkeit in Ägypten und alles, was ihr gesehen habt; eilt
und kommt hernieder mit meinem Vater hierher. 45:14 Und er fiel seinem
Bruder Benjamin um den Hals und weinte; und Benjamin weinte auch an seinem
Halse. 45:15 Und er küßte alle
seine Brüder und weinte über ihnen. Darnach redeten seine Brüder mit ihm. 45:16 Und da das Gerücht kam
in Pharaos Haus, daß Josephs Brüder gekommen wären, gefiel es Pharao wohl und
allen seinen Knechten. 45:17 Und Pharao sprach zu
Joseph: Sage deinen Brüdern: Tut also, beladet eure Tiere, zieht hin; 45:18 und wenn ihr kommt ins
Land Kanaan, so nehmt euren Vater und alle die Euren und kommt zu mir; ich will
euch Güter geben in Ägyptenland, daß ihr essen sollt das Mark im Lande; 45:19 und gebiete ihnen: Tut
also, nehmet Wagen für eure Kinder und Weiber und führet euren Vater und kommt; 45:20 und sehet euren
Hausrat nicht an; denn die Güter des ganzen Landes Ägypten sollen euer sein. 45:21 Die Kinder Israels
taten also. Und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl Pharaos und Zehrung auf
den Weg 45:22 und gab ihnen allen,
einem jeglichem, ein Feierkleid; aber Benjamin gab er dreihundert Silberlinge
und fünf Feierkleider. 45:23 Und seinem Vater
sandte er dabei zehn Esel, mit Gut aus Ägypten beladen, und zehn Eselinnen mit
Getreide und Brot und Speise seinem Vater auf den Weg. 45:24 Also ließ er seine
Brüder von sich, und sie zogen hin; und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf
dem Wege! 45:25 Also zogen sie hinauf
von Ägypten und kamen ins Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob 45:26 und verkündigten ihm
und sprachen: Joseph lebt noch und ist Herr im ganzen Ägyptenland. Aber sein Herz
dachte gar viel anders, denn er glaubte ihnen nicht. 45:27 Da sagten sie ihm alle
Worte Josephs, die er zu ihnen gesagt hatte. Und da er sah die Wagen, die ihm
Joseph gesandt hatte, ihn zu führen, ward der Geist Jakobs, ihres Vaters,
lebendig, 45:28 und Israel sprach: Ich
habe genug, daß mein Sohn noch lebt; ich will hin und ihn sehen, ehe ich
sterbe. 1 Mose 46 46:1 Israel zog hin mit
allem, was er hatte. Und da er gen Beer-Seba kam, opferte er dem Gott seines
Vaters Isaak. 46:2 Und Gott sprach zu ihm
des Nachts im Gesicht: Jakob, Jakob! Er sprach: Hier bin ich. 46:3 Und er sprach: Ich bin
Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen,
denn daselbst will ich dich zum großen Volk machen. 46:4 Ich will mit dir hinab
nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen; und Joseph soll
seine Hände auf deine Augen legen. 46:5 Da machte sich Jakob
auf von Beer-Seba; und die Kinder Israels führten Jakob, ihren Vater, mit ihren
Kindlein und Weibern auf den Wagen, die Pharao gesandt hatte, ihn zu führen, 46:6 und nahmen ihr Vieh und
ihre Habe, die sie im Lande Kanaan erworben hatten, und kamen also nach
Ägypten, Jakob und all sein Same mit ihm, 46:7 seine Söhne und seine
Kindessöhne mit ihm, seine Töchter und seine Kindestöchter und all sein Same;
die brachte er mit sich nach Ägypten. 46:8 Dies sind die Namen der
Kinder Israel, die nach Ägypten kamen: Jakob, und seine Söhne. Der erstgeborene
Sohn Jakobs, Ruben. 46:9 Die Kinder Rubens:
Henoch, Pallu, Hezron und Charmi. 46:10 Die Kinder Simeons:
Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Saul, der Sohn von dem kanaanitischen
Weibe. 46:11 Die Kinder Levis:
Gerson, Kahath und Merari. 46:12 Die Kinder Juda's:
Ger, Onan, Sela, Perez und Serah. Aber Ger und Onan waren gestorben im Lande Kanaan.
Die Kinder aber des Perez: Hezron und Hamul. 46:13 Die Kinder Isaschars:
Thola, Phuva, Job und Simron. 46:14 Die Kinder Sebulons:
Sered, Elon und Jahleel. 46:15 Das sind die Kinder
von Lea, die sie Jakob gebar in Mesopotamien mit seiner Tochter Dina. Die
machen allesamt mit Söhnen und Töchtern dreiunddreißig Seelen. 46:16 Die Kinder Gads:
Ziphjon, Haggi, Suni, Ezbon, Eri, Arodi und Areli. 46:17 Die Kinder Assers:
Jimna, Jiswa, Jiswi, Beria und Serah, ihre Schwester. Aber die Kinder Berias:
Heber und Malchiel. 46:18 Das sind die Kinder
von Silpa, die Laban gab Lea, seiner Tochter, und sie gebar Jakob diese
sechzehn Seelen. 46:19 Die Kinder Rahels, des
Weibes Jakobs: Joseph und Benjamin. 46:20 Und Joseph wurden
geboren in Ägyptenland Manasse und Ephraim, die ihm gebar Asnath, die Tochter
Potipheras, des Priesters zu On. 46:21 Die Kinder Benjamins:
Bela, Becher, Asbel, Gera, Naaman, Ehi, Ros, Muppim, Huppim und Ard. 46:22 Das sind die Kinder
von Rahel, die Jakob geboren sind, allesamt vierzehn Seelen. 46:23 Die Kinder Dans:
Husim. 46:24 Die Kinder Naphthalis:
Jahzeel, Guni, Jezer und Sillem. 46:25 Das sind die Kinder
Bilhas, die Laban seiner Tochter Rahel gab, und sie gebar Jakob die sieben
Seelen. 46:26 Alle Seelen, die mit
Jakob nach Ägypten kamen, die aus seinen Lenden gekommen waren (ausgenommen die
Weiber seiner Kinder), sind alle zusammen sechundsechzig Seelen, 46:27 Und die Kinder
Josephs, die in Ägypten geboren sind, waren zwei Seelen, also daß alle Seelen
des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren siebzig. 46:28 Und er sandte Juda vor
sich hin zu Joseph, das dieser ihn anwiese zu Gosen; und sie kamen in das Land
Gosen. 46:29 Da spannte Joseph
seinen Wagen an und zog hinauf, seinem Vater Israel entgegen, nach Gosen. Und
da er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und weinte lange an seinem Halse. 46:30 Da sprach Israel zu
Joseph: Ich will nun gerne sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen habe,
daß du noch lebst. 46:31 Joseph sprach zu
seinen Brüdern und seines Vaters Hause: Ich will hinaufziehen und Pharao
ansagen und zu ihm sprechen: Meine Brüder und meines Vaters Haus sind zu mir
gekommen aus dem Lande Kanaan, 46:32 und sind Viehhirten,
denn es sind Leute, die mit Vieh umgehen; Ihr kleines und großes Vieh und
alles, was sie haben, haben sie mitgebracht. 46:33 Wenn euch nun Pharao
wird rufen und sagen: Was ist eure Nahrung? 46:34 so sollt ihr sagen:
Deine Knechte sind Leute, die mit Vieh umgehen, von unsrer Jugend auf bis her,
beide, wir und unsre Väter, auf daß ihr wohnen möget im Lande Gosen. Denn was
Viehhirten sind, das ist den Ägyptern ein Greuel. 1 Mose 47 47:1 Da kam Joseph und sagte
es Pharao an und sprach: Mein Vater und meine Brüder, ihr kleines und großes
Vieh und alles, was sie haben, sind gekommen aus dem Lande Kanaan; und siehe
sie sind im Lande Gosen. 47:2 Und er nahm aus allen
seinen Brüdern fünf und stellte sie vor Pharao. 47:3 Da sprach Pharao zu
seinen Brüdern: Was ist eure Nahrung? Sie antworteten: Deine Knechte sind
Viehhirten, wir und unsere Väter; 47:4 und sagten weiter zu Pharao:
Wir sind gekommen, bei euch zu wohnen im Lande; denn deine Knechte haben nicht
Weide für ihr Vieh, so hart drückt die Teuerung das Land Kanaan; so laß doch
nun deine Knechte im Lande Gosen wohnen. 47:5 Pharao sprach zu
Joseph: Es ist dein Vater und sind deine Brüder, die sind zu dir gekommen; 47:6 das Land Ägypten steht
dir offen, laß sie am besten Ort des Landes wohnen, laß sie im Lande Gosen
wohnen; und so du weißt, daß Leute unter ihnen sind, die tüchtig sind, so setze
sie über mein Vieh. 47:7 Joseph brachte auch
seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn vor Pharao. Und Jakob segnete den
Pharao. 47:8 Pharao aber fragte
Jakob: Wie alt bist du? 47:9 Jakob sprach: Die Zeit
meiner Wallfahrt ist hundertdreißig Jahre; wenig und böse ist die Zeit meines Lebens
und langt nicht an die Zeit meiner Väter in ihrer Wallfahrt. 47:10 Und Jakob segnete den
Pharao und ging heraus von ihm. 47:11 Aber Joseph schaffte
seinem Vater und seinen Brüdern Wohnung und gab ihnen Besitz in Ägyptenland, am
besten Ort des Landes, im Lande Raemses, wie Pharao geboten hatte. 47:12 Und er versorgte
seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters mit Brot, einen
jeglichen, nachdem er Kinder hatte. 47:13 Es war aber kein Brot
in allen Landen; denn die Teuerung war sehr schwer, daß das Land Ägypten und
Kanaan verschmachteten vor der Teuerung. 47:14 Und Joseph brachte
alles Geld zusammen, das in Ägypten und Kanaan gefunden ward, um das Getreide,
das sie kauften; und Joseph tat alles Geld in das Haus Pharaos. 47:15 Da nun Geld gebrach im
Lande Ägypten und Kanaan, kamen alle Ägypter zu Joseph und sprachen: Schaffe
uns Brot! Warum läßt du uns vor dir sterben, darum daß wir ohne Geld sind? 47:16 Joseph sprach: Schafft
euer Vieh her, so will ich euch um das Vieh geben, weil ihr ohne Geld seid. 47:17 Da brachten sie Joseph
ihr Vieh; und er gab ihnen Brot um ihre Pferde, Schafe, Rinder und Esel. Also
ernährte er sie mit Brot das Jahr um all ihr Vieh. 47:18 Da das Jahr um war,
kamen sie zu ihm im zweiten Jahr und sprachen zu ihm: Wir wollen unserm Herrn
nicht verbergen, daß nicht allein das Geld sondern auch alles Vieh dahin ist zu
unserm Herrn; und ist nichts mehr übrig vor unserm Herrn denn unsre Leiber und
unser Feld. 47:19 Warum läßt du uns vor
dir sterben und unser Feld? Kaufe uns und unser Land ums Brot, daß wir und
unser Land leibeigen seien dem Pharao; gib uns Samen, daß wir leben und nicht
sterben und das Feld nicht wüst werde. 47:20 Also kaufte Joseph dem
Pharao das ganze Ägypten. Denn die Ägypter verkauften ein jeglicher seinen
Acker, denn die Teuerung war zu stark über sie. Und ward also das Land Pharao
eigen. 47:21 Und er teilte das Volk
aus in die Städte, von einem Ende Ägyptens bis ans andere. 47:22 Ausgenommen der
Priester Feld. Das kaufte er nicht; denn es war von Pharao für die Priester
verordnet, daß sie sich nähren sollten von dem Verordneten, das er ihnen
gegeben hatte; darum brauchten sie ihr Feld nicht zu verkaufen. 47:23 Da sprach Joseph zu
dem Volk: Siehe, ich habe heute gekauft euch und euer Feld dem Pharao; siehe,
da habt ihr Samen und besäet das Feld. 47:24 Und von dem Getreide
sollt ihr den Fünften geben; vier Teile sollen euer sein, zu besäen das Feld
und zu eurer Speise und für euer Haus und eure Kinder. 47:25 Sie sprachen: Du hast
uns am Leben erhalten; laß uns nur Gnade finden vor dir, unserm Herrn, so
wollen wir gerne Pharao leibeigen sein. 47:26 Also machte Joseph
ihnen ein Gesetz bis auf diesen Tag über der Ägypter Feld, den Fünften Pharao
zu geben; ausgenommen der Priester Feld, das ward dem Pharao nicht eigen. 47:27 Also wohnte Israel in
Ägypten im Lande Gosen, und hatten's inne und wuchsen und mehrten sich sehr. 47:28 Und Jakob lebte
siebzehn Jahre in Ägyptenland, daß sein ganzes Alter ward
hundertsiebenundvierzig Jahre. 47:29 Da nun die Zeit
herbeikam, daß Israel sterben sollte, rief er seinen Sohn Joseph und sprach zu
ihm: Habe ich Gnade vor dir gefunden, so lege deine Hand unter meine Hüfte, daß
du mir die Liebe und Treue an mir tust und begrabest mich nicht in Ägypten; 47:30 sondern ich will
liegen bei meinen Vätern, und du sollst mich aus Ägypten führen und in ihrem
Begräbnis begraben. Er sprach: Ich will tun, wie du gesagt hast. 47:31 Er aber sprach: So
schwöre mir. Und er schwur ihm. Da neigte sich Israel zu Häupten des Bettes. 1 Mose 48 48:1 Darnach ward Joseph
gesagt: Siehe, dein Vater ist krank. Und er nahm mit sich seine beiden Söhne,
Manasse und Ephraim. 48:2 Da ward's Jakob
angesagt: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir. Und Israel machte sich stark
und setzte sich im Bette 48:3 und sprach zu Joseph:
Der allmächtige Gott erschien mir zu Lus im Lande Kanaan und segnete mich 48:4 und sprach zu mir:
Siehe, ich will dich wachsen lassen und mehren und will dich zum Haufen Volks
machen und will dies Land zu eigen geben deinem Samen nach dir ewiglich. 48:5 So sollen nun deine
zwei Söhne, Ephraim und Manasse, die dir geboren sind in Ägyptenland, ehe ich
hereingekommen bin zu dir, mein sein gleich wie Ruben und Simeon. 48:6 Welche du aber nach
ihnen zeugest, sollen dein sein und genannt werden nach dem Namen ihrer Brüder
in deren Erbteil. 48:7 Und da ich aus
Mesopotamien kam starb mir Rahel im Lande Kanaan auf dem Weg, da noch ein Feld
Weges war gen Ephrath; und ich begrub sie daselbst an dem Wege Ephraths, das
nun Bethlehem heißt. 48:8 Und Israel sah die
Söhne Josephs und sprach: Wer sind die? 48:9 Joseph antwortete
seinem Vater: Es sind meine Söhne, die mir Gott hier gegeben hat. Er sprach:
Bringe sie her zu mir, daß ich sie segne. 48:10 Denn die Augen Israels
waren dunkel geworden vor Alter, und er konnte nicht wohl sehen. Und er brachte
sie zu ihm. Er aber küßte sie und herzte sie 48:11 und sprach zu Joseph:
Siehe, ich habe dein Angesicht gesehen, was ich nicht gedacht hätte; und siehe,
Gott hat mich auch deinen Samen sehen lassen. 48:12 Und Joseph nahm sie
von seinem Schoß und neigte sich zur Erde gegen sein Angesicht. 48:13 Da nahm sie Joseph
beide, Ephraim in seine rechte Hand gegen Israels linke Hand und Manasse in
seine Linke Hand gegen Israels rechte Hand, und brachte sie zu ihm. 48:14 Aber Israel streckte
seine rechte Hand aus und legte sie auf Ephraims, des Jüngeren, Haupt und seine
linke auf Manasses Haupt und tat wissend also mit seinen Händen, denn Manasse
war der Erstgeborene. 48:15 Und er segnete Joseph
und sprach: Der Gott, vor dem meine Väter, Abraham und Isaak, gewandelt haben,
der Gott, der mein Hirte gewesen ist mein Leben lang bis auf diesen Tag, 48:16 der Engel, der mich
erlöst hat von allem Übel, der segne diese Knaben, daß sie nach meiner Väter
Abrahams und Isaaks, Namen genannt werden, daß sie wachsen und viel werden auf
Erden. 48:17 Da aber Joseph sah,
daß sein Vater die rechte Hand auf Ephraims Haupt legte, gefiel es ihm übel,
und er faßte seines Vaters Hand, daß er sie von Ephraim Haupt auf Manasses
Haupt wendete, 48:18 und sprach zu ihm:
Nicht so, mein Vater; dieser ist der Erstgeborene, lege deine rechte Hand auf
sein Haupt. 48:19 Aber sein Vater
weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn, ich weiß wohl. Dieser soll
auch ein Volk werden und wird groß sein; aber sein jüngerer Bruder wird größer
denn er werden, und sein Same wird ein großes Volk werden. 48:20 Also segnete er sie
des Tages und sprach: Wer in Israel will jemand segnen, der sage: Gott setze
dich wie Ephraim und Manasse! und setzte also Ephraim Manasse vor. 48:21 Und Israel sprach zu
Joseph: Siehe, ich sterbe; und Gott wird mit euch sein und wird euch
wiederbringen in das Land eurer Väter. 48:22 Ich habe dir ein Stück
Land zu geben vor deinen Brüdern, das ich mit Schwert und Bogen aus der
Amoriter Hand genommen habe. 1 Mose 49 49:1 Und Jakob berief seine
Söhne und sprach: Versammelt euch, daß ich euch verkündige, was euch begegnen
wird in künftigen Zeiten. 49:2 Kommt zuhauf und höret
zu, ihr Kinder Jakobs, und höret euren Vater Israel. 49:3 Ruben, mein erster Sohn
bist du, meine Kraft, und der Erstling meiner Stärke, der Oberste in der Würde
und der Oberste in der Macht. 49:4 Er fuhr leichtfertig
dahin wie Wasser. Du sollst nicht der Oberste sein; denn du bist auf deines
Vaters Lager gestiegen, daselbst hast du mein Bett entweiht mit dem Aufsteigen. 49:5 Die Brüder Simeon und
Levi, ihre Schwerter sind mörderische Waffen. 49:6 Meine Seele komme nicht
in ihren Rat, und meine Ehre sei nicht in ihrer Versammlung; denn in ihrem Zorn
haben sie den Mann erwürgt, und in ihrem Mutwillen haben sie den Ochsen
verlähmt. 49:7 Verflucht sei ihr Zorn,
daß er so heftig ist und ihr Grimm, daß er so störrig ist. Ich will sie
zerteilen in Jakob und zerstreuen in Israel. 49:8 Juda, du bist's; dich
werden deine Brüder loben. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Halse sein;
vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. 49:9 Juda ist ein junger
Löwe. Du bist hoch gekommen, mein Sohn, durch große Siege. Er ist niedergekniet
und hat sich gelagert wie ein Löwe und wie eine Löwin; wer will sich wider ihn
auflehnen? 49:10 Es wird das Zepter von
Juda nicht entwendet werden noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis
daß der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen. 49:11 Er wird sein Füllen an
den Weinstock binden und seiner Eselin Sohn an die edle Rebe. Er wird sein
Kleid in Wein waschen und seinen Mantel im Weinbeerblut. 49:12 Seine Augen sind trübe
vom Wein und seine Zähne weiß von Milch. 49:13 Sebulon wird an der
Anfurt des Meeres wohnen und an der Anfurt der Schiffe und reichen an Sidon. 49:14 Isaschar wird ein
knochiger Esel sein und sich lagern zwischen den Hürden. 49:15 Und er sah die Ruhe,
daß sie gut ist, und das Land, daß es lustig ist; da hat er seine Schultern
geneigt, zu tragen, und ist ein zinsbarer Knecht geworden. 49:16 Dan wird Richter sein
in seinem Volk wie ein ander Geschlecht in Israel. 49:17 Dan wird eine Schlange
werden auf dem Wege und eine Otter auf dem Steige und das Pferd in die Ferse
beißen, daß sein Reiter zurückfalle. 49:18 HERR, ich warte auf
dein Heil! 49:19 Gad wird gedrängt
werden von Kriegshaufen, er aber drängt sie auf der Ferse. 49:20 Von Asser kommt sein
fettes Brot, und er wird den Königen leckere Speise geben. 49:21 Naphthali ist ein
schneller Hirsch und gibt schöne Rede. 49:22 Joseph wird wachsen,
er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, daß die Zweige emporsteigen über
die Mauer. 49:23 Und wiewohl ihn die
Schützen erzürnen und wider ihn kriegen und ihn verfolgen, 49:24 so bleibt doch sein
Bogen fest und die Arme seiner Hände stark durch die Hände des Mächtigen in
Jakob, durch ihn, den Hirten und Stein Israels. 49:25 Von deines Vaters Gott
ist dir geholfen, und von dem Allmächtigen bist du gesegnet mit Segen oben vom
Himmel herab, mit Segen von der Tiefe, die unten liegt, mit Segen der Brüste
und des Mutterleibes. 49:26 Die Segen deines
Vaters gehen stärker denn die Segen meiner Voreltern, nach Wunsch der Hohen in
der Welt, und sollen kommen auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des
Geweihten unter seinen Brüdern. 49:27 Benjamin ist ein
reißender Wolf; des Morgens wird er Raub fressen, und des Abends wird er Beute
austeilen. 49:28 Das sind die zwölf
Stämme Israels alle, und das ist's was ihr Vater mit ihnen geredet hat, da er
sie segnete, einen jeglichen mit einem besonderen Segen. 49:29 Und er gebot ihnen und
sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu meinem Volk; begrabt mich zu meinen
Vätern in der Höhle auf dem Acker Ephrons, des Hethiters, 49:30 in der zwiefachen
Höhle, die gegenüber Mamre liegt, im Lande Kanaan, die Abraham kaufte samt dem
Acker von Ephron, dem Hethiter, zum Erbbegräbnis. 49:31 Daselbst haben sie
Abraham begraben und Sara, sein Weib. Daselbst haben sie auch Isaak begraben
und Rebekka, sein Weib. Daselbst habe ich auch Lea begraben, 49:32 in dem Acker und der Höhle,
die von den Kindern Heth gekauft ist. 49:33 Und da Jakob vollendet
hatte die Gebote an seine Kinder, tat er seine Füße zusammen aufs Bett und
verschied und ward versammelt zu seinem Volk. 1 Mose 50 50:1 Da fiel Joseph auf
seines Vaters Angesicht und weinte über ihn und küßte ihn. 50:2 Und Joseph befahl
seinen Knechten, den Ärzten, das sie seinen Vater salbten. Und die Ärzte
salbten Israel, 50:3 bis daß vierzig Tage um
waren; denn so lange währen die Salbetage. Und die Ägypter beweinten ihn
siebzig Tage. 50:4 Da nun die Leidtage aus
waren, redete Joseph mit Pharaos Gesinde und sprach: Habe ich Gnade vor euch
gefunden, so redet mit Pharao und sprecht: 50:5 Mein Vater hat einen
Eid von mir genommen und gesagt: Siehe, ich sterbe; begrabe mich in meinem Grabe,
das ich mir im Lande Kanaan gegraben habe. So will ich nun hinaufziehen und
meinen Vater begraben und wiederkommen. 50:6 Pharao sprach: Zieh
hinauf und begrabe deinen Vater, wie du ihm geschworen hast. 50:7 Also zog Joseph hinauf,
seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm alle Knechte Pharaos, die
Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten, 50:8 dazu das ganze Gesinde
Josephs und seine Brüder und das Gesinde seines Vaters. Allein ihre Kinder,
Schafe und Ochsen ließen sie im Lande Gosen. 50:9 Und es zogen mit ihm
hinauf Wagen und Reisige, und war ein sehr großes Heer. 50:10 Da sie nun an die
Tenne Atad kamen, die jenseit des Jordans liegt, da hielten sie eine gar große
und bittere Klage; und er trug über seinen Vater Leid sieben Tage. 50:11 Und da die Leute im
Lande, die Kanaaniter, die Klage bei der Tenne Atad sahen, sprachen sie: Die
Ägypter halten da große Klage. Daher heißt man den Ort: Der Ägypter Klage,
welcher liegt jenseit des Jordans. 50:12 Und seine Kinder
taten, wie er ihnen befohlen hatte, 50:13 und führten ihn ins
Land Kanaan und begruben ihn in der zwiefachen Höhle des Ackers, die Abraham
erkauft hatte mit dem Acker zum Erbbegräbnis von Ephron, dem Hethiter,
gegenüber Mamre. 50:14 Als sie ihn nun
begraben hatten, zog Joseph wieder nach Ägypten mit seinen Brüdern und mit
allen, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen Vater zu begraben. 50:15 Die Brüder aber
Josephs fürchteten sich, da ihr Vater gestorben war, und sprachen: Joseph
möchte uns Gram sein und vergelten alle Bosheit, die wir an ihm getan haben. 50:16 Darum ließen sie ihm
sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tod und sprach: 50:17 Also sollt ihr Joseph
sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, daß sie so übel
an dir getan haben. So vergib doch nun diese Missetat uns, den Dienern des
Gottes deines Vaters. Aber Joseph weinte, da sie solches mit ihm redeten. 50:18 Und seine Brüder
gingen hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine
Knechte. 50:19 Joseph sprach zu
ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich bin unter Gott. 50:20 Ihr gedachtet's böse
mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen, daß er täte, wie es
jetzt am Tage ist, zu erhalten viel Volks. 50:21 So fürchtet euch nun
nicht; ich will euch versorgen und eure Kinder. Und er tröstete sie und redete
freundlich mit ihnen. 50:22 Also wohnte Joseph in
Ägypten mit seines Vaters Hause und lebte hundertundzehn Jahre 50:23 und sah Ephraims
Kinder bis ins dritte Glied. Auch wurden dem Machir, Manasses Sohn, Kinder
geboren auf den Schoß Josephs. 50:24 Und Joseph sprach zu
seinen Brüdern: Ich sterbe, und Gott wird euch heimsuchen und aus diesem Lande
führen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat. 50:25 Darum nahm er einen
Eid von den Kindern Israel und sprach: Wenn euch Gott heimsuchen wird, so
führet meine Gebeine von dannen. 50:26 Also starb Joseph, da
er war hundertundzehn Jahre alt. Und sie salbten ihn und legten ihn in eine
Lade in Ägypten. |